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Mit 2,74 Promille der Ehefrau Tod angedroht

Amtsgericht Mit 2,74 Promille der Ehefrau Tod angedroht

Ein 37-jähriger Gladenbacher wurde am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 450 Euro verurteilt, da er seine Ehefrau bedroht und beleidigt hatte.

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Biedenkopf. Am 27. Oktober rief die Ehefrau des Angeklagten die Polizei und erklärte, ihr Mann habe sie geschlagen. In Anwesenheit der Polizisten bedrohte der 37-Jährige sie mit den Worten „Ich schneide dir den Hals ab! Wenn ich wieder in die Wohnung komme, bringe ich dich um!“ und beleidigte sie zudem.

Das Verfahren wurde im März vorläufig eingestellt unter der Auflage, dass der Gladenbacher an einem Abstinenzüberwachungsprogramm teilnimmt und zur Suchtberatung geht. Da er sich jedoch nicht an diese Auflage hielt, musste er am Donnerstag erneut vor das Biedenkopfer Amtsgericht.

Er erklärte, dass ihn seine Frau und seine Tochter verlassen und er seine Arbeit verloren habe. Daher fehlte ihm die Motivation für das Überwachungsprogramm. Seinen Alkoholkonsum habe er dennoch drastisch reduziert. „Ich trinke jetzt nur noch drei bis vier Bier die Woche“, erläuterte der Angeklagte. Insgesamt sei er ruhiger geworden und auch eine neue Arbeitsstelle habe er. „Ich mache seit dem 1. August eine Ausbildung zum Dachdecker“, berichtete der 37-Jährige glücklich.

Richter Mirko Schulte erkannte eine deutliche Besserung im Verhalten des Angeklagten, der sehr geständig und einsichtig war und zudem nicht vorbestraft ist. Des Weiteren bedeuten die am 27. Oktober gemessenen 2,74 Promille des Gladenbachers eine drastisch verminderte Steuerungsfähigkeit. „Sie waren ja schon an der Grenze zur Schuldunfähigkeit“, stellte Schulte fest.

Daher verurteilte das Amtsgericht Biedenkopf den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 450 Euro, die sich aus 15 Tagessätzen zu je 30 Euro zusammensetzt. Das Urteil ist nach Berufungsverzicht rechtskräftig.

von Johanna Stein

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