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Milliarden gegen Kollaps der Gesellschaft

Holzhausen Milliarden gegen Kollaps der Gesellschaft

Dr. Norbert Röttgen, der 1. Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat in Dautphetal-Holzhausen für eine Modernisierung der CDU geworben.

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Der bekannte Unionspolitiker Dr. Norbert Röttgen (Mitte) sprach in Holzhausen mit CDU-Bundestagskandidat Stefan Heck (rechts) und Christian Weigel (links).

Quelle: Matthias Mayer

Holzhausen. Die CDU müsse für junge Menschen interessanter und attraktiver werden. Dieses Ziel sei durch mehr Mitwirkungsrechte auch für die jungen und noch nicht etablierten Mitglieder zu erreichen. Dazu könne die Einführung von Mitgliederentscheiden bei wichtigen Personalfragen schon hilfreich sein, sagt der 44-jährige Rheinländer und ergänzte: „Der Bundesparteitag der CDU darf nicht länger ein Verkündungsort sein, er muss zu einem Entscheidungsort werden.“ Die Partei müsse bereit sein, die mit mehr direkter Demokratie und mehr Einflussnahme für die Basis verbundenen Risiken zu tragen.

Röttgen sprach auf Einladung des Mardorfer CDU-Wahlkreiskandidaten Stefan Heck im Rahmen der Gesprächsreihe „Heck lädt ein, zu Politik und Wein“ vor rund 50 Zuhörern in der stilecht restaurierten Holzhäuser Kulturscheune, in der ein Winzer den Gästen die Besonderheiten des Rheingauer Rieslings näher brachte. Der aus Meckenheim stammende Jurist begründete auf eine Zuhörerfrage hin die Notwendigkeit zu einer Erneuerung der Partei mit einem Blick auf der Wählerstruktur der Union. Die CDU habe ihre stärkste Wählergruppe in den heute über 60-Jährigen.

„Wenn wir nicht aussterben wollen, brauchen wir die Regeneration durch junge Menschen, mit ihren Ideen und auch mit ihrer Sprache“, sagte Röttgen, der im Gespräch mit Diskussionsleiter Christian Weigel, dem Vorsitzenden der Jungen Union Dautphetal, das Vorurteil zurückwies, junge Menschen interessierten sich nicht für Politik. Nach seinen Erfahrungen aus regelmäßigen Schulbesuchen seien Schüler durchaus politisch interessiert und kenntnisreich. Dies gelte besonders für die ethische Dimension von Politik. Für Wertefragen seien junge Leute leicht zu interessieren und zu sensibilisieren, sagte der Familienvater dreier Kinder.

Auf die große Koalition angesprochen, bescheinigte Röttgen dem Bündnis für die ersten beiden Regierungsjahre eine gute Arbeit. Mit der SPD seien gewichtige Projekte verwirklicht worden, die von einer kleinen Koalition vermutlich nicht zu stemmen gewesen wären. Dann habe die SPD aber zunehmend mit Blick auf ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit auf die PDS geschielt, was der Handlungsfähigkeit der Koalition geschadet habe. Nicht nur deshalb sei es Zeit, das Projekt zu beenden. Große Koalitionen sollten nur auf begrenzte Zeit regieren, denn sie störten das angestrebte Machtgefüge zwischen Regierungsmehrheit und einer starken Opposition mit ihrer Kontrollfunktion, erklärte Röttgen.

Ausdrücklich verteidigte er das von der Koalition unter Zugriff auf die Wirtschaftskraft der Steuerzahler beschlossenen Rettungspaket für das Bankensystem. Es sei darum gegangen, den Zusammenbruch der Finanzmärkte und damit den Kollaps der Gesellschaft zu verhindern. Denn die Finanzmärkte seien der Blutkreislauf des Gemeinwesens, erklärte der Parlamentarier und versicherte, dass nicht ein Euro für private Interessen ausgegeben worden sei.

Den Brückenschlag von der Finanzmarktkrise zu seinen Wahlkreis-Themen vollzog Stefan Heck. Der 26-jährige Doktorand der Rechtswissenschaft warb für eine Verbesserung der Infrastruktur im Landkreis durch den Bau der Nordvariante der Autobahn 4 und für den zeitnahen Weiterbau der Autobahn 49 Kassel-Schwalmstadt-Stadtallendorf-Gemünden. Zu seinen vordringlichen Zielen zählt er darüber hinaus die flächendeckende Versorgung mit Ärzten auch im ländlichen Raum, die Schaffung einer Infrastruktur, die es alten Menschen erlaubt, ihren Lebensabend in gewohnter Umgebung zu verbringen und die Versorgung des ganzen Kreises mit schnellen Internet-Zugängen.
Internet: norbert-roettgen.de

von Matthias Mayer

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