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Mehr essen, Abwärtsspirale stoppen

Schulmensa Mehr essen, Abwärtsspirale stoppen

Biologisch und regional: Das Diakoniezentrum Hephata aus Schwalmstadt ist der neue Lieferant der Lebensmittel für das „Cook-and-Chill“-Verfahren des Caterers Integral.

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In der Mensa der Gesamtschule Gladenbach stellten (von links) Gerd Nienhaus, Marian Zachow, Helge Micklitz, Günther Zell und Lisa Völkel das neue Konzept für das Schulessen in Gladenbach und Niederwalgern vor.

Quelle: Sascha Valentin

Gladenbach. Nicht gerade beliebt waren die Speisen an den Gesamtschulen in Gladenbach und Niederwalgern, wo zuletzt rund 80 beziehungsweise 70 von jeweils mehreren hundert Schülern das Angebot nutzten. Die Zahlen nahmen sogar von einem niedrigen Ausgangsniveau weiter ab, erklärte am Freitag der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow.

Weniger Teilnehmer hatten jedoch zur Folge, dass Abstriche an der Qualität nötig waren, um die Preise stabil zu halten. Mit dem was noch übrig blieb, ging das Angebot allerdings an der Zielgruppe vorbei, erkannten die Verantwortlichen in Schulen und Ämtern.

Nun gilt es, die Abwärtsspirale zu durchbrechen, erklärte Zachow. Erreicht werden soll dies mit einem neuen Angebot und einem Lebensmittel-Lieferanten. Dieser ist das Diakoniezentrum „Hephata“ in Schwalmstadt, das biologisch angebaute und regionale Rohstoffe mit einem Anteil von jeweils 15 Prozent an der Gesamtmenge liefert. Verarbeitet werden diese durch „Integral“. Der bisherige Carterer gewann die Ausschreibung gegen einen weiteren Anbieter.

Einkaufspreis deutlich höher

Integral setzt an beiden Schulen das sogenannte „Cook-and-Chill“-Verfahren ein: Das vorgefertigte Gericht wird auf Temperaturen nahe dem Nullpunkt abgekühlt, in den Mensen wieder erhitzt und vervollständigt. Die Speise wird an die Schüler im „Free-Flow-System“ ausgegeben, was bedeutet, dass die Beilagen sowie ein zusätzliches Dessert frei genommen werden.

Allerdings sei „Cook-and-Chill“-Essen nur zu einem deutlich höheren Einkaufspreis verfügbar, erklärte Helge Micklitz von Integral. Selbst beim neuen Lieferanten sei der Einkaufspreis je Portion höher als der jetzige Essensausgabepreis von 3,50 Euro.

Man wolle aber den Schülern ein gesundes und gutes Essen anbieten, was auch den Wünschen der Eltern entspricht, verdeutlichte Zachow: „Wir setzen also auf Qualität und Regionalität der Produkte und bieten mehr Mitgestaltung an. Diese Vorteile sind dann aber mit höheren Kosten verbunden.“

Der Preis beträgt künftig 4,50 Euro. Um das neue Angebot schmackhaft zu machen, gibt es an der Gesamtschule Gladenbach für die fünfte Jahrgangsstufe ein Schnupperangebot. Ab der zweiten Schulwoche, erst dann gibt es wieder das Schulessen, können die Schüler zwei Wochen lang kostenlos in der Mensa speisen. An beiden Schulen gibt der Landkreis als Schulträger einen zusätzlichen Anreiz: Für angemeldete Gruppenessen oder ganze Klassen ab 18 Schülern kostet das einzelne Mahl 4,20 Euro.

Auch „gesunder Snack“ im Angebot

Damit will der Landkreis eine möglichst große Nutzerzahl erreichen. Denn auch das machte Zachow deutlich: Nehmen die Teilnehmerzahlen nicht deutlich zu, ist der neue Preis nicht lange zu halten. Deutlich mehr Essensabnehmer könnten dagegen sogar dazu führen, dass der Preis gesenkt werden könne.

Für Schüler, die nicht zweimal warm essen wollen oder sollen gibt es zudem einen „gesunden Snack“ im Angebot, der maximal 3,50 Euro kostet. Diese werden im Kiosk ausgegeben. „Wir sind mit unseren Schülern in einem stetigen Austausch über die Snackangebote der Mensa, zum Beispiel mit dem Arbeitskreis Ernährung und der Schülerfirma“, erklärte der stellvertretende Schuldirektor Günter Zell. Habe sich zum Beispiel eine Idee der Schülerfirma etabliert, werde das Vermarkten des Angebots der Kioskbetreiberin überlassen.

Letztlich warb Zachow noch dafür, das neue Angebot zu testen: „Ab Montag gibt‘s das gute Essen, der höhere Preis kommt später!“

von Gianfranco Fain

 
Zuschüsse

Über das „Bildungs- und Teilhabepaket“ des Landkreises können Menschen, die Leistungen nach SGB II und XII, Wohngeld, Kinderzuschlag oder AsylbLG beziehen einen Zuschuss für das Schulessen ihrer Kinder erhalten, der den Preis auf einen Euro pro Mahlzeit senkt.

Nähere Informationen und den Antrag gibt es auf der Homepage des Landkreises unter  www.marburg-biedenkopf.de auf der Startseite unter dem Button „Bildung- und Teilhabepaket“ in der seitlichen Leiste.

 
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