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Mehr als ein Schlabberlätzchen geben

Begrüßungspaket für Neugeborene Mehr als ein Schlabberlätzchen geben

Um Förderung ging es 
in den Ausschüssen der Dautphetaler Gemeindevertretung: die von 
Familien mit Nachwuchs, die von Vereinen im 
 Allgemeinen und von 
Bäder-Fördervereinen 
im Besonderen.

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Familien sollen sich in der Gemeinde Dautphetal wohlfühlen. Ein Begrüßungspaket für Neugeborene soll dabei symbolisch helfen.

Quelle: Archiv

Dautphe. Wie können bestimmte Zielgruppen gefördert werden? Dieser Frage widmeten sich die Koalitionsfraktionen und präsentieren zur nächsten Sitzung der Dautphetaler Gemeindevertretung drei Prüfanträge, die allesamt von den Ausschüssen mehrheitlich zur Annahme empfohlen werden.

Ein Willkommenspaket eröffnete den Reigen der Diskussionen im Jugend- und Sozialausschuss sowie später am Dienstagabend auch im Haupt- und Finanzausschuss. Die Gemeinde sei familienfreundlich und somit seien Kinder „ganz wichtig“, begründete Fraktionschef­ Dr. Horst Falk den gemeinsamen Antrag der CDU- und FW-Fraktion. Deshalb soll der Gemeindevorstand ein Konzept für ein Willkommenspaket für Neugeborene entwerfen und „abklopfen“, was machbar ist. Enthalten soll das Paket Beiträge der Gemeinde, von Dautphetaler Unternehmen und Banken.

Als mögliche Inhalte nannte 
Dr. Falk Foto- und Einkaufsgutscheine, Sparbücher, Baby-
Kosmetik, ein ­Stromkontingent oder auch Rauchmelder. Dies solle den neuen Erdenbürgern und ihren Eltern signalisieren, dass sie in Dautphetal vom ersten Tag an willkommen sind, sich dort wohlfühlen und auch bleiben können.

Dannenhaus bezweifelt Wirkung des Konzepts

Das Paket wäre für die Unternehmen auch eine Plattform, auf der sie sich präsentieren können, fügte Bruno Strunkeit (CDU) an. Auch Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) findet die Idee gut und am besten, „wenn sie die Gemeinde nix kostet“. Bisher überreicht der Bürgermeister den Eltern der Neugeborenen ein Schlabberlätzchen mit dem Aufdruck „Willkommen in der Gemeinde“.

Jürgen Dannenhaus bezweifelt jedoch, dass „ein Willkommenspaket junge Menschen dazu anregt, Kinder in die Welt zu setzen“. Wer nach Dautphetal komme, den interessiere doch, wo er Arbeit finde, wie die Arbeitsverhältnisse und der Lohn sind, meint der Sozialdemokrat. Auch zu seiner Zeit gab es schon Probepackungen, fügte Dannenhaus an, „und die waren nicht so prickelnd“, wichtiger sei doch die Infrastruktur.

Seine Parteikollegin Silvia Demper stellte nicht nur wie Dannenhaus die Frage nach der finanziellen Dimension, sondern 
sieht auch andere Probleme: „Wie reagieren die Firmen, wie gehen wir mit der Konkurrenzsituation um?“, fragte die Vorsitzende des Jugendausschusses, und: „Gibt es ein Sparbuch oder fünf? Ist jedes Paket gleich oder gibt es unterschiedliche?“ Es solle nicht der Eindruck entstehen, dass ein Unternehmen oder ein Empfänger bevorzugt wird, mahnte Demper.

Dies sei eine gute Begründung für den Antrag, meinte Dr. Falk. „Wir brauchen ein Konzept, denn der Antrag lautet nicht ,Freibier für alle‘“, sagte der CDU-Fraktionschef und zur finanziellen Dimension meinte er: Bei 70 bis 80 Geburten pro Jahr müsse die Gemeinde diesen symbolischen Beitrag „gerade so stemmen können“.

Falk: Besser kleine Brötchen backen

An dem Antrag könne man eigentlich nicht vorbei, sagte Joachim Ciliox. Es sei immer gut, jemanden etwas zu schenken, ergänzte der SPD-Fraktionschef, wandte aber ein, dass es doch besser sei, allen Neubürgern eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Dies könne er nachvollziehen, doch es sei besser, kleine Brötchen zu backen und eventuell später einen großen Teig anzurühren. Denn unterschiedliche Altersgruppen benötigten unterschiedliche Pakete. „Lätzchen braucht nicht jeder“, sagte Dr. Falk.

Sowohl der Jugend- als auch der Hauptausschuss empfehlen einstimmig bei Enthaltung der SPD-Mitglieder die Annahme des Antrags. Der Hauptausschuss lehnte zudem einen SPD-Änderungsantrag mit Zielrichtung, alle Neubürger zu beschenken, mehrheitlich ab.

Runzheimer: Vereinsförderrichtlinien unzeitgemäß

Die Kostenfrage wandte die SPD auch beim zweiten Prüfantrag zur flexibleren Handhabung der Vereine ein. „Wie wird das gegenfinanziert?“, fragte Ciliox. Solle die zusätzliche Unterstützung von einigen Vereinen aus einem gleichbleibenden Budget bestritten werden? Erhalten dann einige Vereine mehr und andere weniger, wollte Ciliox wissen.

Es gehe darum, Vereinen bei plötzlich veränderten Bedingungen, wie dem sprunghaften Anstieg von jugendlichen Mitgliedern oder wesentlich weiteren Fahrten nach Zusammenlegungen von Spielklassen, zu helfen. Klaus Runzheimer (FW) fügte an, dass die Förderrichtlinien für Vereine nicht mehr zeitgemäß seien. Denn es gebe eine Förderung nur bei Jubiläen und Bauprojekten sowie für Chöre und Sportvereine. „Alle anderen gehen leer aus“, sagte Runzheimer. Er war es auch, der im Hauptausschuss einem Änderungsantrag der SPD zur Mehrheit verhalf. Nun soll nicht nur geprüft, sondern auch ein finanzieller Rahmen gesteckt werden.

Der dritte Antrag zielt darauf ab, die Förderhöhen für die Fördervereine der Bäder zu überprüfen, insbesondere unter dem 
Gesichtspunkt der gestiegenen 
 Energiekosten. Auch dieser Antrag wird einstimmig bei Enthaltung der SPD von beiden Ausschüssen zur Annahme empfohlen.

von Gianfranco Fain

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