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Mehr Lebensqualität für schwerst Behinderte

Eröffnungsfeier Mehr Lebensqualität für schwerst Behinderte

Gestern fand die offizielle Feier zur Eröffnung des Neubaus der Tagesförderstätte der Hinterländer Werkstätten statt. Dort sind bereits 24 Betreute in drei Gruppen unter­gebracht.

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Tobias Bergold (rechts) stellte den Gästen die neuen Räume vor. Auch Therapiehund „Bene“ wurde präsentiert.Fotos: Klaus Peter

Dautphe.. Nach einjähriger Bauphase wurde die neu erbaute Tagesförderstätte in der Friedensdorfer Straße ihrer Bestimmung übergeben. Roland Wagner, Vorstand Arbeit des Lebenshilfewerks Marburg-Biedenkopf, berichtet den 50 geladenen Gästen, dass etwa Mitte August 24 Betreute mit ihren Gruppenleitungen in die neu geschaffenen Räume umgezogen sind. Es seien dadurch erhebliche Verbesserungen in der Betreuungs- und Lebensqualität schwerst mehrfach behinderter Menschen erreicht worden.

Die neue Tagesförderstätte biete Bedingungen, die in den alten Räumen nicht vorhanden waren. Auch biete sich die Möglichkeit, die Außenanlage mit in das Betreuungskonzept einzubeziehen, erklärte Wagner.

Die Hinterländer Werkstätten (HLW) seien in der Vergangen­heit in immer größeren Umfang mit intensiv zu betreuenden Personen konfrontiert worden, für die eine wirtschaftlich produktive Tätigkeit nicht mehr infrage komme. Nicht nur die Anzahl der Betreuten, sondern auch die individuellen Hilfebedarfe sind laut Wagner erheblich gestiegen.

Zunächst seien mögliche Umbauprojekte im Bestand der HLW geprüft worden. Diese Umbauten hätten erhebliche Kosten verursacht, ohne einen adäquaten Raumgewinn zu erzielen. Dieser Flächengewinn sei aber notwendig gewesen, da seinerzeit die 150 genehmigten Plätze um 33 Prozent überbelegt waren.

Da auf dem bestehenden Gelände der HLW ein Neubau nicht realisiert werden konnte, wurde im Jahre 2011 der Ankauf eines Grundstücks von der Gemeinde Dautphetal in unmittelbarer Nähe der HLW getätigt. Der Spatenstich erfolgte am 6. August 2012.

Wie Wagner weiter ausführte, sei mit dem Landeswohlfahrtsverband eine Platzzahl von 28 für die Tagesförderstätte vereinbart worden, wobei 24 Betreute im August eingezogen seien. Somit könnten auch die Nachfragen der nächsten Jahre adäquat abgedeckt werden, sagte Wagner.

Etwa 558 Quadratmeter Nutz- und 71 Quadratmeter Funktionsfläche liegen der Planung zugrunde. Es stehen vier Gruppenräume, ein Mehrzweckraum, Ruheräume und die entsprechenden Sanitäreinrichtungen zur Verfügung. Die Kosten für Bau, Grundstück und Ausstattung belaufen sich auf 1257000 Euro. An diesen Kosten hätten sich der Landeswohlfahrtsverband Hessen mit 200000 Euro, die „Aktion Mensch“ mit 250000 Euro, die Landeskirche mit 115000 Euro und der Ortsverein Biedenkopf mit 150000 Euro beteiligt. Der Restmittelbedarf wurde aus Eigenmitteln finanziert.

Tobias Bergold, Einrichtungsleitung Pädagogik der HLW, stellte das Konzept der Tagesförderstätte vor. Dieses beruhe im Wesentlichen auf drei Säulen: professionelle pflegerische Versorgung und Unterstützung, Teilhabe der Betreuten am Leben in der Gemeinschaft und die individuelle Förderung der Betreuten.

Dazu werde aktuell ein selbst erstelltes Modell der Förderplanung genutzt, das in hohem Grade den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Betreuten Rechnung trage. Ein wichtiges neues Angebot konnte mit dem Therapiehund „Bene“ verwirklicht werden. Jakob Müller, Verwaltungsratsvorsitzender des Lebenshilfewerks Marburg-Biedenkopf, sagte, er sei stolz, dass mit der neu erbauten Tagesförderstätte das Angebot für Behinderte weiter ausgeweitet und verbessert werden könne. Damit werde dem Kernziel der ständigen Optimierung und Verbesserung weiter Rechnung getragen.

n Am heutigen Samstag laden die Hinterländer Werkstätten zusammen mit dem Lebens­hilfewerk Marburg-Biedenkopf zur Einweihungsfeier ein, die um 11 Uhr mit einem Gottesdienst beginnt.

von Klaus Peter

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