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Mehr Geld für den Waldkindergarten

Gemeindeparlament verdoppelt Zuschuss Mehr Geld für den Waldkindergarten

Zunächst befristet für ein Jahr, erhält der Waldkindergarten in Kirchvers rückwirkend zum 1. Juli dieses Jahres einen Zuschuss von 3000 Euro pro Jahr und Kind.

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Das Konzept der Betreuung von Kindern im Waldkindergarten findet großen Anklang. In Kirchvers ist die alternative Betreuungs­einrichtung bis auf einen Platz ausgelastet.

Quelle: Archiv

Lohra. Die Empfehlung, die Erhöhung der Bezuschussung für den Waldkindergarten auf die Dauer von einem Jahr zu befristen, sprach der Haupt- und Finanzausschuss aus. Diesem Vorschlag folgten die Mit­glieder der Gemeindevertretung mehrheitlich: mit 21 Jastimmen und einer Neinstimme bei sechs Enthaltungen.

Damit verdoppelt sich der Zuschuss der Gemeinde. Der Verein Waldkindergarten Kirchvers hatte den Antrag auf Erweiterung der gemeindlichen Unterstützung gestellt, weil die gezahlten Mittel nicht ausreichen, um die Qualität der Betreuung zu gewährleisten und um den Fortbestand der etwas anderen Art der Kinderbetreuung zu sichern.

Der Verein führte unter anderem die gestiegenen Kosten für die administrativen Aufgaben an. Zudem werden zur Unterstützung des Erzieher-Teams eine weitere 30-Stunden-Kraft benötigt. Als Gründe nannte der Vereinsvorstand den Wegfall von Langzeitpraktikanten, eine hohe Zahl an Überstunden, verstärkte Arbeitsbelastung durch einen relativ hohen Anteil an Kindern unter drei Jahren, die besonders betreut werden müssten, und eine hohe Ausfall-Quote durch Krankheit sowie ein regelmäßiger Bau- und Sanierungsaufwand am Bauwagen und am Gelände.

Diese Ausgaben – so das Fazit des Vereins – lassen sich nicht durch zusätzliche Kinderzahlen kompensieren. Im Waldkindergarten werden aktuell 17 Kinder betreut, eine Genehmigung für 18 Kinder liegt vor. Vor der Abstimmung wurde aber noch hitzig debattiert über das Für und Wider der Erhöhung des Zuschusses.

Schorge widerspricht Heinz

Edmund Heinz (FWG) stellte auf Grundlage der Erhöhung eine Rechnung auf, wonach der Waldkindergarten, der nur 30 Stunden geöffnet ist (die anderen vier Einrichtungen in der Gemeinde sind 45 Stunden geöffnet), dann mit 100 Euro pro Stunde bezuschusst werden soll, die anderen erhalten nur 82,45 Euro pro Stunde. Zudem moniert er, dass sich die Betreuer ein 13. Gehalt als Weihnachtsgeld auszahlen. „Das finde ich übertrieben“, sagte er.

Der Rechnung von Edmund Heinz widersprach Hermann Schorge (SPD). Die Aufstellung sei nicht akzeptabel, da Heinz nicht eine durchschnittliche Öffnungszeit zugrunde gelegt habe – schließlich seien nicht immer alle Kinder da.  Auf das völlig andere Betreuungskonzept des Waldkindergartens ging Werner Waßmuth (CDU) ein.

Es sei ein von Eltern gewünschtes. In absoluten Zahlen betrachtet, falle der Zuschuss für den Waldkindergarten deutlich geringer aus als in den vier anderen Einrichtungen in der Gemeinde Lohra. Waßmuth erklärte, dass die Löhne der drei Betreuerinnen aktuell 58.000 Euro betragen. „Die Frauen sind nicht überbezahlt“, konterte er Heinz‘ Äußerung zum 13. Monatsgehalt.

Trotz der Haushaltslage sei dem Parlament die „Erziehung unserer Kinder etwas wert“, sagte Kurt Schwald (SPD). Er sprach von einer Bereicherung durch den Waldkindergarten. Dennoch fand auch er klare Worte: Um das Defizit mittragen zu können, bedürfe es einem Mehr an Transparenz. „Es muss eine Bilanz her und ein Personalschlüssel“, sagte er.

Bürgermeister Georg Gaul erinnerte vor der Abstimmung daran, dass der Zuschuss für die Kinder aus anderen Kommunen – drei Kinder kommen aus dem Ebsdorfer Grund, eines aus Weimar/Lahn und drei aus Lollar – von den jeweiligen Verwaltungen gezahlt wird. „Bisher problemlos“, bestätigte er.

von Silke Pfeifer-Sternke

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