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Matthias Ullrich verlässt Dekanat

Neue Herausforderung Matthias Ullrich verlässt Dekanat

Für große Überraschung sorgte die Entscheidung von Dekan MatthiasUllrich zum 30. Juni dieses Jahres seine Amtszeit als Dekan des Dekanates Gladenbach vorzeitig zu beenden.

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Matthias Ullrich zog ein Resümee seiner zehnjährigen Amtszeit als Dekan des Dekanates Gladenbach.Foto: Helga Peter

Friebertshausen. Vieles hat Dekan Ullrich in seiner zehnjährigen Amtszeit im Dekanat Gladenbach vorausschauend bewirkt und dabei sowohl Aufbauarbeit geleistet, aber auch neue Projekte zielstrebig umgesetzt. So steht die Fusion der beiden Dekanate Biedenkopf und Gladenbach bevor und soll zum 1. Januar 2016 umgesetzt werden.

In der Wolfskapelle in Friebertshausen, der kleinsten Kirche des Dekanates Gladenbach, gab Dekan Matthias Ullrich in dieser Woche sowohl einen Rückblick über seine zehnjährige Amtszeit als auch einen Ausblick auf zukunftsweisende Themen.

Dabei sprach er auch die Fusion der Dekanate Biedenkopf und Gladenbach an, die keine Neuerfindung sei. Vielmehr wachse zusammen, was auch zusammengehöre. Er habe für sich entschieden, dass eine neue Person an der Spitze der fusionierten Dekanate stehen müsse, die Neues gestalten könne. Zum neuen Dekanat gehören dann etwa 60000 Gemeindeglieder in knapp 50 Gemeinden mit zudem 32 Kindertagesstätten.

Es werde auch eine neue Leitungsebene geben, sagt Ullrich.So werde eine halbe Stellenvertretung zusätzlich für den Dekan geschaffen und auch mehr administrativ gearbeitet werden müssen. In der Vakanzzeit bis zur Neuwahl des Dekans werde Pfarrer Thomas Schmidt (Mornshausen/S.) als stellvertretender Dekan wirken, der durch Roland Jaeckle aus Dillenburg unterstützt werde. Im Rückblick berichtet der Dekan, dass er der Ökumene sehr verbunden sei. Die Partnerschaft des Dekanates Gladenbach mit Tansania sei ab dem Jahre 2006 wieder belebt worden. „Von Afrika können wir viel lernen“, merkte Ullrich an, der Bischof Josiah Kibira mit den Worten zitierte: „Es gibt keine Kirche, die nichts zu geben hat, so klein sie auch ist. Es gibt keine Kirche, die nichts braucht, so reich und groß sie auch ist.“ Auch die Einrichtung „KiTa3K“ in einer Verbundträgerschaft sei ein großes Projekt in seiner Amtszeit gewesen. Das Dekanat habe ganz entschieden zu Beginn seiner Amtszeit unter dem Motto „Gladenbach ist bunt statt braun“ Flagge gezeigt, um sich gegen menschenfeindliche Ideen zu stemmen.

Bildung und Glauben gehören zusammen

Eine kollegiale Leitung, klare Abmachungen und ein hohes Vertrauen in seine Mitarbeiter, so habe er seine Leitungsfunktion als Dekan gesehen. Der daraus entstandene Teamgeist sei sicher ein Aspekt, der ihm seinen aktuellen Entschluss nicht gerade leicht mache. „Kirche sein bei knapper werdenden Ressourcen“ - ein großes Aufgabenfeld der Zukunft, so Ullrich. „Wir müssen mit weniger auskommen und lernen, zu teilen“, betonte er und sprach auch den jüngsten vollzogenen Stellenabbau im Dekanat an, die Reduzierung von 2,75 Pfarrstellen. Dennoch gelte es die Pfarrstellen im Hinterland gerade auch für jüngere Pfarrer attraktiv zu gestalten.

In seiner Amtszeit sei es für ihn wichtig gewesen, nicht nur zu verwalten, sondern auch zu gestalten, sich Ziele zu setzen und diese zu verfolgen. So seien nach einem dreijährigen Prozess theologische Leitlinien erstellt und verabschiedet worden. Im Bereich der Jugendarbeit seien neue Modelle in Form von Förderkreisen geschaffen worden. Ein neues Konzept habe auch die Frauenarbeit erfordert, nicht zuletzt weil die Berufstätigkeit vieler Frauen dies mit sich gebracht habe.

Dekan Matthias Ullrich bezeichnete das entstehende Familienzentrum in Dautphe als einen großen Strahlpunkt in der Mitte des neuen Dekanates sowohl in Bezug auf die Infrastruktur als auch den hohen Effekt desselben gerade im Bereich der Bildung und der Erziehung.

Eine Pfarrdienstordnung für alle Gemeinden, die zukünftig notwendig werde, sei ein Projekt, was er gerne noch umgesetzt hätte. Am Herzen liege ihm die Hospizarbeit. So bleibe er weiterhin Vorsitzender des Hospizvereins Immanuel und auch Vorsitzender des Evangelischen Bundes Hessen und Nassau.

„Bildung und Glauben gehören zusammen.“ Dies ist für Matthias Ullrich ein ganz wichtiger Aspekt für sein zukünftiges Tätigkeitsfeld als Studienleiter am Religionspädagogischen Institut Gießen. Ullrich führte weiter aus, dass Religion in die Wissenschaft mit hinein gehöre. Es gelte Religionsunterricht und nicht Religionskunde zu gestalten und sich mit politischen und gesellschaftlichen Fragen, wie zum Beispiel Sterbehilfe und Menschenwürde gerade auch für Behinderte, auseinanderzusetzen. „Freiheit für Glauben aber in Freiheit“ -- ein richtungsweisendes Motto für Matthias Ullrich für einen Glauben in einer modernen Zeit.

Die Verabschiedung von Dekan Matthias Ullrich erfolgt am 29. Juni um 18 Uhr in der Christuskirche in Friedensdorf.

von Helga Peter

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