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Mattenberg: Dieses Jahr kein Baubeginn

Windpark Mattenberg: Dieses Jahr kein Baubeginn

Mit gemischten Gefühlen bewertet Investor Matthias Strauch die jüngste behördliche Entwicklung um sein Windparkprojekt auf dem Mattenberg.

Steffenberg. Am Dienstag hat das Regierungspräsidium (RP) in Gießen dem Antragsteller nahegelegt, seinen Antrag auf einen vorzeitigen Baubeginn zurückzuziehen, erklärte gestern RP-Sprecherin Ina Velte. Bei dieser Vorprüfung habe sich gezeigt, dass die Aussicht auf einen vorzeitigen Rodungsbeginn gering ist. Zum einen, erklärt Velte, laufe noch die Vollständigkeitsprüfung des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutz Gesetz (BImSchG), zum anderen ergebe sich auch daraus, dass einer Genehmigung nicht stattgegeben werden könne, da eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands bei Ablehnung des BImSchG-Antrags nicht möglich ist.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahm Investor Matthias Strauch von der Mattenberg GmbH & CoKG diese Nachricht zur Kenntnis. Sehr zu erschüttern scheint sie ihn nicht. Die Folge sei: „Wir können dieses Jahr nicht mehr bauen.“ Das ist aber offenbar kein Beinbruch für das Projekt, denn der Zeitplan, drei Windkraftanlagen auf dem Mattenberg auf Steffenberger Gemeindegebiet noch bis zum Jahresende ans Netz zu bringen, sei schon „sehr ambitioniert gewesen“.

Nun könne man die Zeit ein wenig entspannter nutzen, unter anderem, um weitere Gespräche mit der Gemeinde zu führen und mit den Herstellern zu verhandeln. Denn die müssten sich jetzt auch bewegen, ist Strauch überzeugt. Gestorben ist das Projekt durch die Ablehnung des RP nicht. Im Gegenteil: „Wir wissen, woran wir sind“, sagt Strauch im Hinblick auf die beabsichtigte Änderung der EEG-Förderung. Diese werde nun voraussichtlich stärker gestaffelt, und mit einer Absenkung war zu rechnen.

Als positiv verzeichnet Strauch hingegen, dass die zweite Offenlage des Flächennutzungsplanes offenbar keine schwerwiegenden Bedenken hervorgebracht hat. Selbst das RP habe sich hinsichtlich der naturschutzrechtlichen Belange durchaus positiv geäußert, sagt Strauch.

Seit mehr als zwei Jahren planen die privaten Investoren aus Oberhörlen den Windpark auf dem Mattenberg. Nachdem die Vertragsverhandlungen mit der Gemeinde im September kurz vor dem Abschluss gescheitert sind, weil die Vertragsversion noch geändert werden sollte, hat zwischenzeitlich auch der Gemeindevorstand der Nachbarkommune Angelburg Bedenken geäußert.

von Gianfranco Fain

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