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Marktmeister hat den Überblick

Kirschenmarkt Marktmeister hat den Überblick

Es sieht danach aus, als ob die Gäste bei rekordverdächtigen Temperaturen durch die Gladenbacher Innenstadt schlendern könnten. Am Freitag soll es bis zu 30 Grad warm werden.

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Auf dem Krammarkt gibt es wieder reichlich Kirschen. – Ob als Marktmeister oder im Festzug: Bruno Hercher ist auf dem Kirschenmarkt stets präsent (kleines Bild).Fotos: Hartmut Berge

Gladenbach. Das Wetteramt in Offenbach prognostiziert Temperaturen von in der Spitze knapp unter 30 Grad. Während am Vormittag angenehme Temperaturen herrschen sollen, wird es voraussichtlich im Laufe des Nachmittags heiß. Leichte Bewölkung wird vorhergesagt, das Regenrisiko liegt bis zum frühen Abend bei 20 Prozent.

Letzteres freut auch Bruno Hercher, der seit 24 Jahren für die Organisation und den reibungslosen Ablauf des Krammarktes verantwortlich ist. Jeder, der mit einem Stand dabei sein möchte, hat mit ihm zu tun.

Hercher hat längst alles arrangiert, mithilfe der Mitarbeiterinnen der Kur- und Freizeitgesellschaft und den Bediensteten des Bauhofs. Die mehr als 200 Betreiber von Buden und Ständen, die sich für Freitag angekündigt hätten, seien ein Beleg dafür, dass der Kirschenmarkt nicht nur bei den Besuchern einen guten Ruf habe, sagt er.

Manch einem, der gerne dabei gewesen wäre, musste er absagen, bedauert Hercher. Er freut sich über den guten Ruf des Gladenbacher Volksfestes. Das werde auch damit bestätigt, dass wenige Tage vor Beginn immer noch Händleranfragen kommen. Ihnen empfiehlt der Marktmeister, sich beim nächsten Mal früh genug und schriftlich zu bewerben.

Wieder einmal kommen die Händler aus vielen Teilen Deutschlands, aber auch zahlreiche aus der Region.

Die SEB, früher KFG, schließt als Veranstalter des Marktes mit den Händlern Verträge ab. Damit habe alles seine Ordnung, jeder wisse, wann er aufbauen könne, bis wann er abbauen müsse und dass er seinen Standplatz sauber zu verlassen habe, erklärt Hercher. So kann jeder am Freitag in Ruhe auf den ihm zugewiesenen Standplatz fahren.

Bei der Zusammenstellung der Stände legt der Marktmeister großen Wert auf Tradition und ein ausgewogenes Angebot. „Wir wollen, dass Qualitätsware verkauft wird“, betont er. Überangebote erfreuen, seiner Erfahrung nach, weder die Kundschaft noch die Händler.

So gibt es am Freitag beispielsweise kein halbes Dutzend Stände mit frischen Kirschen, sondern zwei. Der größte Teil der Händler kommt seit vielen Jahren nach Gladenbach. Hercher bemüht sich, diese Stammgäste immer am gleichen Platz zu positionieren. Das geschehe nicht nur im Interesse der Stand-Betreiber. Es sei nicht gut, wenn die Kundschaft zu sehr nach bestimmten Waren suchen müsse, erklärt er. So findet die Runzhäuserin die Manchesterhosen für ihren Mann am selben Platz wie im vergangenen Jahr. Und der Marktbesucher aus Lohra braucht nicht nach dem Hut-Stand zu suchen, den er an jedem Kirschenmarkt-Freitag ansteuert. „Manche Händler kommen seit Jahrzehnten nach Gladenbach“, freut sich Hercher und berichtet: „In der Ringstraße und Ferdinand-Köhler-Straße haben sich regelrecht freundschaftliche Beziehungen entwickelt. Die Anlieger sorgen nicht nur für Wasser und Strom: Sie laden die Händler auch schon mal zum Kaffee ein oder bieten ihnen Stellplätze für ihre Autos.“

Herchers oberstes Ziel ist die Zufriedenheit der Händler, Marktbesucher und Anlieger. Die Platzierung der alten und neuen Angebote spielt nach wie vor eine große Rolle. So gibt‘s auch diesmal wieder Marktschreier - weit genug voneinander entfernt, damit sie sich beim lautstarken Anpreisen ihrer Waren nicht stören. Die Stellflächen für die Stände in der Gladenbacher Innenstadt werden mit dicken Kreidestrichen markiert und nummeriert.

Mit eingebunden in die große Budenstadt ist der Parkplatz vor dem neuen Freizeitbad „Nautilust“.

Um 7.30 Uhr müssen die Händler da sein, sonst wird ihre Standfläche neu vergeben. Bruno Herchers Arbeitstag beginnt am Freitag bereits um 6 Uhr. Dann ist er mit dem Fahrrad unterwegs und kontrolliert, ob die Autofahrer die eigens für den Krammarkt aufgestellten Hinweis- und Verbotsschilder beachtet haben. „Wir schleppen rigoros ab“, kündigt er an, ist aber froh, dass er nur selten zum letzten Mittel greifen muss.

Meist gelingt es ihm, die Fahrer rechtzeitig mittels einer Halternachfrage über die Polizei ausfindig zu machen. „Gegen 6.30 Uhr stehen die potenziellen Nachrücker vorm Zelt“, berichtet er. Für manchen findet Hercher noch ein Plätzchen, denn es gibt auch den einen oder anderen, der kurzfristig absagt.

von Hartmut Berge

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