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Symposium

Mangelernährung ist Risiko für Demente

Zum 26. Ärzte-Symposium der Banss-Stiftung Biedenkopf trafen sich Professoren, Ärzte und Ernährungswissenschaftler zur Diskussion über Krankenhausernährung für demente Menschen.
Mit der Ernährung von Menschen, die an Demenz erkranken, beschäftigte sich das 26. Symposium der Banss-Stiftung, deren Ergebnisse Professor Dorothee Volkert sowie 
Privatdozent Dr. Rainer Wirth im Beisein von Joachim Treude, Vorstandsmitglied der Banss-Stiftung (links), vorstellten.

Mit der Ernährung von Menschen, die an Demenz erkranken, beschäftigte sich das 26. Symposium der Banss-Stiftung, deren Ergebnisse Professor Dorothee Volkert sowie
Privatdozent Dr. Rainer Wirth im Beisein von Joachim Treude, Vorstandsmitglied der Banss-Stiftung (links), vorstellten.

© Klaus Peter

Biedenkopf. In einem dreitägigen Symposium erarbeiteten 15 Professoren, Ärzte und Wissenschaftler die ESPEN-Leitlinie für Krankenhausernährung dementer Menschen. Dieses 26. Symposium der Banss-Stiftung fand traditionsgemäß am Wochenende im „Parkhotel“ statt.

Dort zog Professor Dorothee Volkert vom Klinikum Erlangen/Nürnberg als Leiterin der Arbeitsgruppe ein positives Resümee. Demenz sei eine deutlich zunehmende Krankheit, von der mittlerweile deutschlandweit etwa eine Million Menschen betroffen sei. In der Altersgruppe der 80- bis 90-Jährigen seien dies bis zu 30 Prozent. Betroffene seien nicht nur die Erkrankten, sondern auch die Angehörigen und das Gesundheitssystem.

Eine internationale Arbeitsgruppe der Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (ESPEN) unter Volkerts Vorsitz erarbeitet eine Leitlinie für Ärzte, Pflegepersonen und Ernährungsfachleute. In diesem Symposium sei diese Leitlinie diskutiert und weiter ausgearbeitet worden, berichtete Volkert.

Privatdozent Dr. Rainer Wirth aus Borken ergänzte, dass die Leitlinien in den kommenden Monaten veröffentlicht und danach alle drei Jahre aufgefrischt werden sollen. Wirth erläuterte, dass gerade bei älteren Frauen, die eine Demenzerkrankung entwickeln, die Mangelernährung ein höheres Risiko darstellt. Die Nahrungsversorgung liege in häuslichen Gemeinschaften vielfach im Zuständigkeitsbereich der Frauen. Müssten Männer diese im Erkrankungsfall der Ehefrau über­nehmen, sei dies nicht immer einfach.

Essen wird nicht mehr erkannt oder vergessen

Zudem gestalte sich die Ernährung dementer Menschen vielfach schwierig. Diese würden vergessen, Nahrung zu sich zu nehmen, oftmals Essen nicht erkennen und verlernen, mit dem Besteck umzugehen. Auch könne eine Abnahme des Appetits, Geschmacks und Geruchs auftreten. Im Verlauf der Krankheit kämen oftmals Schluckstörungen hinzu.

Einig waren sich die beiden Mediziner, dass es wichtig sei, schon in einer frühen Phase der Erkrankung auf ausreichende Ernährung zu achten, um Gewichtsverluste zu vermeiden. Dadurch sei im Spätstadium eine künstliche Ernährung zu vermeiden.

Wirth führte aus, dass die Demenzerkrankung nicht unbedingt zum Tode führe. Vielmehr bedeute sie ein höheres Risiko für diese Personen, die oftmals Schluckstörungen entwickeln und vermehrt zu Stürzen neigen. Die Komplikationen tragen dazu bei, diese Krankheit noch zu verschlimmern.

von Helga Peter

[Gianfranco Fain]

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