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Männer der ersten Stunde brauchen Hilfe

Naturkundehaus Männer der ersten Stunde brauchen Hilfe

Mitbegründern des Vereins für Vogel- und Naturschutz schwinden die Kräfte: Der 85-jährige Günter Gessner ruft jüngere Vereinsmitglieder zu mehr Aktivität auf.

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Gert Ewelt (von links) und Gustav Gessner, zwei Begründer des Vereins für Vogel- und Naturschutz Lohra, erhielten vom
Vorsitzenden Günter Krantz eine Urkunde.

Quelle: Anita Ruprecht

Damm. Als Damm Ortsteil der Großgemeinde Lohra geworden war, verwaiste das alte Backhaus und Rathaus ab 1972 zusehends. So leitete Günter Krantz, Vorsitzender des Vereins für Vogel- und Naturschutz Lohra, die Geschichte des Hauses und des Vereins ein, die er in groben Zügen folgendermaßen beschrieb: Dann wurde das Gebäude 1990 unter Denkmalschutz gestellt und 1992 übernahm es der Verein für Vogel- und Naturschutz. Es folgte der Innenaus- und -umbau des Hauses.

Am 26. Juni 1994 eröffnete der Verein das umgebaute Gebäude als Naturkundehaus Damm, das in seinem Inneren in Vitrinen und Schaukästen einen Einblick auf die heimische Flora und Fauna bietet und dessen 20-jähriges Bestehen der Verein am Sonntag feierte. Seit dieser Zeit sei das Haus immer weiter ausgebaut und nach einem Wasserschaden 2012 umfassend saniert worden, berichtete Krantz.

Das Haus bietet wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Schwerpunktthemen, und der Verein veranstaltet jedes Jahr Exkursionen zu Themen wie Pilze, Fledermäuse, Kräuter oder Spinnen. In den vergangenen Jahren wurden an den Giebeln des Hauses Bruthöhlen für Turmfalken und Schleiereulen angebracht, die darin mit mehr oder weniger Erfolg brüteten, berichtete Krantz.

Das Naturkundehaus fand kreisweit Beachtung, als der Verein für Vogel- und Naturschutz in diesem Frühjahr den Otto-Ubbelohde-Preis dafür erhielt. Die Erste Beigeordnete Rosemarie Wolny überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Lohra. „Sie haben hier ein Kleinod und weit mehr als ein Museum geschaffen und die Gemeinde kann stolz auf das Naturkundehaus sein“, sagte sie. Wolny bezeichnete das Naturkundehaus als außerschulischen Lernort sowie Tagungsstätte für Studenten und Förster, die das Haus alle schon mal genutzt haben. Sie berichtete von Ausflügen in den 90er Jahren, die sie mit Schulklassen von Gladenbach aus zum Naturkundehaus unternommen habe und die die Schüler begeistert hätten.

Günter Krantz ehrte Gert Ewelt und Gustav Gessner mit Ehrenurkunden. Die beiden seien Männer der ersten Stunde und Begründer des Vereins für Vogel- und Naturschutz Lohra. Beide hätten mehrere Tausend ehrenamtliche Arbeitsstunden für den Verein allgemein und insbesondere in den Ausbau des Naturkundehauses investiert, ergänzte Krantz. Er erwähnte in seiner Rede auch lobend die Vereinsmitglieder Dr. Günter Fries und Dr. Reiner Kegler. Von den fundierten Kenntnissen der beiden Naturwissenschaftler profitiere der Verein.

Nach der Übergabe der Ehrenurkunde rief Gustav Gessner die jüngeren Vereinsmitglieder und Gäste zum aktiven Naturschutz auf. Er ist mittlerweile 85 Jahre alt und er könne kräftemäßig viele Tätigkeiten, wie beispielsweise die Pflege der zahlreichen Nistkästen des Vereins, nicht mehr ausführen.

Schon zur Mittagszeit kamen viele Gäste zum Jubiläum, die sich Gulasch und Würstchen schmecken ließen, das Naturkundehaus besichtigten und sich über die Geschichte und Arbeit des Naturkundehauses und des Vereins informierten.

von Anita Ruprecht

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