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Lydia Werner will Rathauschefin werden

Bürgermeisterkandidatin Lydia Werner will Rathauschefin werden

Im Mai feiert Lydia Werner ihren 37. Geburtstag. Vielleicht hat sie im Wonnemonat einen weiteren Grund zum Feiern, dann nämlich, wenn die gebürtige Marburgerin die Bürgermeisterwahl gewinnt.

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Lydia Werner ist sich sicher: Familie, Hobbys und Bürgermeisteramt lassen sich unter einen Hut bringen.Foto: Hartmut Berge

Gladenbach. Und wenn‘s am 25. Mai noch nicht klappt, dann halt drei Wochen später bei der Stichwahl am 15. Juni. Nein, sie hat sich nicht aus Spaß oder Protest beworben. „Ich habe mir schon vor Jahren Gedanken darüber gemacht, einmal Rathaus-Chefin zu werden.

Der Entschluss, dieser Vorhaben umzusetzen, sei schon länger gereift. „Ich hätte mir die Bewerbungsunterlagen auch geholt, wenn Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim noch einmal angetreten wäre“, stellt sie klar. Es spiele für sie keine Rolle, wer sonst noch kandidiere. „Ich traue mir das zu“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich bin gradlinig, kommunikationsfreudig, ehrbar und habe ein starkes Durchsetzungsvermögen.“

Sie weiß, dass niemand Bürgermeister studiert hat, bevor er ein solches Amt antritt. „Man muss nicht alles können“, betont die Wahl-Gladenbacherin. Sie ist sich sicher, dass es in der Verwaltung genügend Fachkompetenz gibt. Und Politik mache man ja nicht alleine. Sie will Sprachrohr der Bürger sein, die Menschen mitnehmen, auch die Vertreter in den politischen Gremien.

Sie sei parteilos und werde das auch bleiben. „Ich lasse mich bei meinem Wahlkampf auch von keiner Partei oder politischen Gruppe unterstützen. Mein Mann und unsere vier Kinder stehen hinter mir“, freut sich die gelernte Friseurin. Das reiche ihr. Sie ist sich bewusst, dass sie neben der Kernstadt in 14 Stadtteilen um die Gunst der Wählerinnen und Wähler werben muss. Damit habe sie längst angefangen, versichert Lydia Werner und erklärt, dass sie auch die sozialen Netzwerke nutze, um auf ihre Sache aufmerksam zu machen. Ende Januar hat sie sich bei Facebook angemeldet und hat dort schon rund 170 Freunde.

74 Unterstützer-Unterschriften muss sie als unabhängige Kandidatin sammeln und ihre Unterlagen spätestens bis Donnerstag, 20. März, 18 Uhr im Rathaus abgeben.

Mit den Unterschriften gehe sie nicht hausieren, versichert die 36-Jährige. Wenn die Sprache darauf komme, welche Voraussetzungen man erfüllen müsse, um am 25. Mai auf dem Wahlzettel zu stehen, und sie das Verfahren erkläre, dann sei eine Unterschrift oft ein Selbstläufer.

Ihr gehe es darum, in Gesprächen von den Sorgen, Nöten und Wünschen der Bürger zu erfahren, um das Machbare später umzusetzen. Auf diese Weise entsteht ihr Wahlprogramm während des Wahlkampfes. Den Bürgern begegne sie auf Augenhöhe, heute und auch später nach einem möglichen Wahlsieg. Selbstverständlich vermittle sie auch eigenen Ideen, sagt die seit 2006 in Gladenbach lebende Bürgermeisterkandidatin.

Ihr sei bewusst, dass Gladenbachs Stadtkasse leer sei. Vieles von dem, was neben den Pflichtaufgaben wünschenswert sei, lasse sich auch mithilfe von sozialem Engagement der Bürgern lösen.

So hält sie das Jugendcafé O-Läg für eine wichtige Einrichtung in der Stadt, ist sich aber sicher, dass sie die Angebote dort deutlich erweitern lassen, ohne dass dadurch hohe Kosten verursacht würden. Aber nicht nur aktuelle Angebote, auch die Zukunft von Kindern und Jugendlichen liegt ihr am Herzen.

Gladenbach müsse attraktiv und lebenswert bleiben, nur so könne die Abwanderung junger Leute verhindert werden. Sie hat keine kommunalpolitische Erfahrung. Lydia Werner ist davon überzeugt, dass die Wahl nicht mit Plakaten und Werbegeschenken gewonnen wird, sondern durch Überzeugungskraft. Und wie will sie die Erziehung von vier Kindern und das zeitaufwändige Bürgermeistersein stemmen? Das sei kein Problem sagt sie selbstbewusst und verweist auf den Zusammenhalt in der Familie. Mit ihrem Reisemobil unternehmen die Werners gerne Städtetouren, sind aber auch oft in der Natur unterwegs, beispielsweise mit Fahrrädern. Neben dem größten Hobby „Familie“ möchte sie auch irgendwann eine andere Leidenschaft wieder intensiver pflegen: das Tanzen. In der Tanzschule Seidel in Marburg hat sie es bis zum bronzenen Tanzabzeichen geschafft. Danach standen die Kinder im Vordergrund.

Sie ist sich sicher, dass sich Familie, Hobbys und Bürgermeisteramt miteinander vereinbaren lassen.

von Hartmut Berge

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