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Vereine sollen leichter an Geld kommen

Petition Vereine sollen leichter an Geld kommen

Der Unternehmensberater Horst Udo Sohn aus Lohra will kleinen Vereinen den Weg zum großen Fördergeld erleichtern. Dazu 
soll eine Petition die 
 Maschinerie des Bundestags in Gang setzen.

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Selbst wenn die Vereinsmitglieder, wie auf unserem 
Archivfoto die Hatzbacher Brandschützer, fleißig mithelfen, reicht das Geld für große Projekte oft nicht aus. Eine Petition beim Bundestag soll einen Prozess in Gang setzen, an dessen Ende die einfachere Beantragung von Zuschüssen stehen soll.

Quelle: Archiv

Lohra. Das Ehrenamt wird im Landkreis hochgehalten von den Vertretern der Gemeinden, der Städte und des Kreises und vor allem von denjenigen, die das Ehrenamt leisten. Doch wenn diese Freiwilligen ein größeres Projekt planen und umsetzen wollen, fehlt ihnen meist ein Großteil des benötigten Geldes. Glücklich kann sich da schon schätzen, wer einen guten Draht zu einem Landespolitiker hat, zum Beispiel dem Hessischen Finanzminister. Dr. Thomas Schäfer hilft gern und oft mit einem Griff in den sogenannten Lotto-Fonds, betont aber auch bei der Überreichung, dass es nur ein kleiner Betrag, eine kleine Hilfe sein kann.

Viel mehr Geld könnten die Vereine dagegen beim Bund abschöpfen, doch die bürokratischen Hürden überfordern ­viele der ehrenamtlich geführten kleinen Vereine, weiß Horst Udo Sohn aus eigener Erfahrung. Der Unternehmensberater aus Lohra unterstützt Vereine bei bestimmten von ihm betreuten großen und kleinen Projekten und kennt somit die Materie. Und die ist umfangreich. „Schon ein Interessenbekundungsverfahren“ für einen Antrag kann zehn Seiten umfassen“, sagt der Lohraer. Zudem seien Förderbestimmungen einzuhalten, die auf zahlreichen weiteren Seiten beschrieben sind. Und dann gibt es auch noch Fristen zu beachten.

Für einen großen Verein oder eine Organisation mit entsprechenden Mitarbeitern sei dies kein Problem, aber kleine Vereine seien da oftmals aus Zeit- und auch personellen Gründen schlichtweg überfordert, meint Horst Udo Sohn. Zumal man am Ende oft erkennen müsse, dass Aufwand und Fördersumme in keinem Verhältnis stünden.

Ziel: 3- bis 5-seitiger Antrag

Für kleine Vereine bedeuten die langwierigen Verfahren auch, dass sie ihre Projekte nicht in kurzer Zeit realisieren können. Das möchte Horst Udo Sohn mit einer bisher kleinen Gruppe von Mitstreitern, Christian Eng und Tobias Müller, ändern. Sie wollen erreichen, dass kleinere Vereine Fördermittel des Bundes in einem vereinfachten Verfahren beantragen können.

„Drei bis fünf Seiten“ schweben dem Unternehmensberater vor. Für kleine, rein ehrenamtlich geführte Vereine soll eine Billigkeitsgrenze von 250 Euro gelten, mit einer formlosen Beantragung samt Auflistung der Ausgaben und Einnahmen soll die Obergrenze 3000 Euro betragen, für Vorhaben, die über 25.000 Euro hinausgehen muss es dann schon ein formeller Antrag von maximal fünf Seiten sein.

Erreicht werden soll diese Änderung in der Fördermittelvergabe mit einer Petition, die beim Deutschen Bundestag in Berlin einzureichen ist. Nötig sind dazu mindestens 50.000 Unterschriften von Unterstützern, die die Initiatoren sowohl online als auch „auf der Straße“ sammeln wollen. Die erste Aktion von Angesicht zu Angesicht findet am 24. Juni in Wetzlar beim Christopher-Street-Day statt.

Weitere soll es auch in Marburg geben, wozu noch Terminabsprachen erfolgen. Zudem wollen Sohn, Eng und Müller auf der Online-Plattform openPetition Deutschland für ihr Anliegen Stimmen sammeln. Die Plattform für Bürgerinitiativen, Petitionen, Kampagnen gewährt Hilfe bei der Petitionserstellung, macht diese bekannt und sammelt Unterschriften unter den rund 3,6 Millionen Unterstützern.

Weitere Informationen gibt Horst Udo Sohn per E-Mail unter info@hus-projektentwicklung.
de oder ab sofort auch unter https://twitter.com/petitiongrants

von Gianfranco Fain

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