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„Ihr spielt auf sehr hohem Niveau“

Posaunenchor Lohra „Ihr spielt auf sehr hohem Niveau“

Mit einem Festgottesdienst feierte der Posaunenchor sein 95-jähriges Bestehen. Dabei gab der Lohraer Pfarrer einen Abriss über die Geschichte des Ensembles.

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Der Posaunenchor musizierte während eines Gottesdienstes in der Kirche in Lohra.

Quelle: Ingrid Lang

Lohra. Gut gefüllt war die Kirche zur Feier der Posaunisten. Diese begrüßten die Besucher mit dem Stück „My Lord“ von Anthony Holborne. Pfarrer Jonathan Schwarz betonte, dass der Posaunenchor schon seit 95 Jahren zum Lobe Gottes musiziere. Seit fast 30 Jahren bestehe eine enge Verbindung zum Katholischen Kirchenchor, hob der Pfarrer hervor. „In dem 95-jährigen Bestehen sehe ich den Segen Gottes, wenn wir den Chor hören“, sagte Schwarz.

Die Musiker füllten mit ihren Posaunen den gesamten Kirchenraum, als die Vertonung des 100. Psalms von Felix Mendelssohn Bartholdy mit „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ und mit dem „Gloria Patri“ erklang. Auch mit dem zum Predigttext passenden Psalm 150 „Das große Halleluja“ von Louis Lewandowski wusste der Posaunenchor zu begeistern.

Die Blechbläser begleiteten die Gemeindelieder wechselnd mit der Orgelmusik und sorgten für große Freude unter den Besuchern. Pfarrer Schwarz betonte, dass auf unterschiedliche Weise der 150. Psalm vor allem von den Posaunen noch nachklinge. Die Musik bewege oft etwas im Inneren des Menschen, mehr als es Worte manchmal ausdrücken könnten, sagte der Pfarrer. Und er lobte den Chor für die Unterstützung, die nicht selbstverständlich sei. „Ihr spielt auf sehr hohem Niveau. Auch wenn es nicht einfach ist, bleibt weiter dran“, bat der Pfarrer.

Erster Dirigent war Wilhelm Well

Mit kräftigem Beifall bedankten sich die Besucher nach dem letzten Stück der Bläser „You raise me up“ (Du ermutigst mich) von Rolf Lovland und Ingo Luis. Mit einem gemeinsamen Mittagessen ließen die Musiker ­ihre Feier ausklingen.

Auf die Idee, einen solchen Chor zu gründen, war im Jahre 1922 Pfarrer Otto Wolf gekommen. Insgesamt zwölf Gemeindemitglieder fanden sich zur Gründung ein, die unter der Leitung von Hauptlehrer Wilhelm Well übten. Das Notenmaterial wurde von den Chören in Fronhausen und Roth ausgeliehen und die Musikinstrumente gebraucht gekauft. Beim Erntedankfest im gleichen Jahr spielte der Chor zum ersten Mal öffentlich. Im September 1926 richtete der Posaunenchor in Lohra das ersten Kreisposaunenfest aus. Im Jahre 1933 übernahm Pfarrer Eberhard Eisenberg die Leitung. Auftritte an kirchlichen Feiertagen, an Missionsfesten, dem Kreisposaunentag sowie beim Sommerfest des Kindergartens Lohra folgten. Zur Ruhephase war der Chor während des Krieges gezwungen und lebte im Sommer 1946 auf Initiative von Studienrat Heinz Storch wieder auf.

Heinrich Böth leitet Chor sei 40 Jahren

Sein Nachfolger wurde Erwin Wahl, der sich besonders freute, dass auch die älteren Bläser wieder zum Chor fanden. Sie sorgten dafür, dass nach dem Krieg die Posaunen am frühen Ostermorgen an der Speckbrücke erschallten und weit bis ins Dorf hinein zu hören sind. Bis heute besteht diese Tradition, am ersten Osterfeiertag das Osterfest einzublasen.

Seit 40 Jahren leitet nun Heinrich Böth das Posaunenensemble. Für ihn sei die Nachwuchsförderung eine Herzensangelegenheit, sagte der Chorleiter. Zu seinem Repertoire zählt der Posaunenchor klassische Choräle ebenso wie moderne Kirchenmusik, Spirituals, Swing, aber auch Volksmusik. Heute sichern Jungen und Mädchen als Nachwuchsmusiker den Fortbestand des Chors.

von Ingrid Lang

Mehr zum Posaunenchor lesen Sie hier.
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