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Alte Idee an neuem Platz

Mehrgenerationenpark am Ex-Bahndamm Alte Idee an neuem Platz

Von den Anfang 2010 
vorgestellten Projekten zum Stadtumbau wurde in Lohra nur der Bus­wendeplatz „Neue Mitte“ 
realisiert. Der jetzt viel diskutierte Mehrgenerationen-Treff sollte als Park woanders entstehen.

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Auf dem Gelände beim Ex-Bahndamm zwischen dem neuen Buswendeplatz und dem Netto-Markt soll der Mehrgenerationenplatz als Ausgleich für den entfallenen Bolzplatz entstehen.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Zäh rangen die Gemeindevertreter während ihrer Sitzung Anfang dieses Monats um 10.000 Euro, die im Entwurf des Gemeindehaushalts 2017 für die Planung eines Mehrgenerationenplatzes vorgesehen sind. Die BfB-Fraktion wollte einen Sperrvermerk erreichen, weil der Gemeindevertretung noch keine Detailinformationen vorlägen, man weder wisse, wo dieser Platz entstehen, noch, wie er gestaltet werden soll.

Einzig dem Investitionsprogramm sei zu entnehmen, dass das Bauprojekt insgesamt 80.000 Euro kosten soll. Das scheint nicht nur der BfB-Fraktion zu viel Geld, auch SPD-Fraktionschef Kurt Schwald mahnte eine günstigere Lösung an.

Der BfB-Fraktion ging es aber um mehr. Sie will einen Automatismus verhindern. Wenn schon 10.000 Euro für die Planung ausgegeben sind, werde das Projekt durchgezogen. Vielleicht gibt es aber abgesehen von den Kosten zum Beispiel auch einen anderen, besseren Platz, lautete die von Bernd Willershausen vorgetragene Argumentation.

Dass der durch den Bau des Feuerwehrgerätehauses 
in Lohra entfallene Bolzplatz ersetzt werden soll, sei selbstverständlich, erklärte auch sein Parteikollege Knut Schäfer. Doch die BfB wolle durch den Sperrvermerk Einfluss auf das „Wie“ nehmen. Er hält die Kosten in Höhe von 80.000 Euro trotz eines möglichen Zuschusses von 35.000 Euro für „nicht angemessen“.

Der parteilose Bürgermeister 
Georg Gaul machte deutlich, dass die Gemeindevertretung selbstverständlich beschließen 
werde, ob, was, wo und wie 
gebaut werde. Allerdings wolle 
man ihr einen Plan und eine 
genauere Kostenermittlung als Entscheidungshilfe vorlegen.

Wohnbebauung kappt „Grünes Band“

Nach weiterer Bestätigung aus den Fraktionen, einen Ersatz für den Bolzplatz zu wollen, lehnte die Versammlung den Sperrvermerk in namentlicher Abstimmung mit 13 Nein- bei 10 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen ab. Auf den neuen Standort verständigten sich Ortsbeirat und Gemeindevorstand.

Die 10.000 Euro werden für eine Änderung des Bebauungs- und des Flächennutzungsplanes benötigt, erklärte Lars Plitt von der Gemeindeverwaltung auf Anfrage der OP. Zudem werde das gemeindliche Bauamt in den nächsten Wochen eine „kleine Flächenplanung“ des Platzes erstellen, um zu zeigen, was an Spielgeräten möglich sei. Eine Überlegung sei auch, statt eines reinen Bolzplatzes ein den heutigen Anforderungen entsprechendes Multifunktionsfeld zu errichten, auf dem auch Basketball gespielt werden könne.

Die Idee eines Geländes mit Boule-Spiel, Beachvolleyball und Spielgeräten geht auf einen Entwurf zurück, der den Gemeindevertretern Anfang 2010 anlässlich der Planungen für den „Stadtumbau West“ präsentiert wurde. Von den sieben Projekten, mit denen Lohras Ortsmitte attraktiver gestaltet werden sollte, reichte die Gemeinde eines zur Förderung über den „Zweckverband Interkommunale Zusammenarbeit Hinterland“ ein: den Buswendeplatz, der nun „Neue Mitte“ heißt.

Die anderen, wie das Aufpeppen des Bahnhofs und dessen Umfeldes, des Linden- und des Brunnenplatzes, ließen sich wegen der Kosten nicht realisieren. Darunter fiel auch das „Grüne Band“ vom Bahnhof bis zur Biegenstraße entlang des Bahndamms, das auch einen Mehrgenerationenpark mit Spiel-, Sport- und Ruhemöglichkeiten 
vorsah. Dieser lässt sich wegen der geplanten Wohnbebauung dort nicht mehr realisieren. Die damals für das „Grüne Band“ geschätzten Kosten: 230.000 Euro.

von Gianfranco Fain

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