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Lohra entlastet Vereine von Mietkosten

Gemeindeparlament Lohra entlastet Vereine von Mietkosten

In der Diskussion zur 
beabsichtigten Entlastung der Vereine kam der Ruf nach einer allgemeinen Vereinsförderung auf.

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Einen Blumenstrauß für Ehefrau Beate und eine Urkunde für Georg Gaul überreicht die Erste Beigeordnete Rosemarie Wolny anlässlich des 40-jährigen Dienstjubiläums des ehemaligen Verwaltungs-Lehrlings und heutigen Bürgermeister von Lohra.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Über einen Antrag diskutierten die Lohraer Gemeindevertreter am Donnerstagabend in größerem Umfang. Allein 23 Wortmeldungen gab es zum Ansinnen der SPD-Fraktion, die Mietregelung für die Dorfgemeinschaftshäuser zu ändern. Die Sozialdemokraten wollen damit die Vereine entlasten.

Diese hätten existenzielle Probleme, zum Beispiel auch hohe Kosten durch Trainer und Übungsleiter. Zudem sei das ehrenamtliche Engagement zu unterstützen und deshalb müsse man die zuvor getroffene schmerzliche Entscheidung 
der Zahlungsverpflichtung für Vereine überdenken, zumal die Gemeinde nur 3900 Euro an Miete von den Vereinen einnehme.

Schwald machte zudem das Angebot, durch einen Begleitbeschluss sicherzustellen, dass Vereine, die in verkauften Gemeinschaftshäusern ihre Zeiten verbringen und weiterhin Mieten zahlen müssten, gleichgestellt würden.

Beschlüsse

Einstimmig legten die Gemeindevertreter fest:

  • Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 24. September, statt. Eine eventuell notwendige Stichwahl erfolgt am Sonntag, 15. Oktober.
  • Der Gemeindevorstand soll 
 prüfen, ob es in Lohra wie in der Gemeinde Löhnberg kostenfreie Kindergartenplätze geben kann.
  • Mehrheitlich angenommen wurde ein Antrag, um Vereine von den Mietkosten für Bürgerhäuser zu befreien.

Das war ein Punkt, den Karl Klefenz zuvor monierte. Während zum Beispiel der Weipolts­häuser Kulturverein das Dorfgemeinschaftshaus gekauft habe und die Aufwendungen dafür schultert, würden die Kosten der anderen Vereine versozialisiert. Die Grünen würden dem Antrag aber auch nicht zustimmen, weil es ein Zurückdrehen der Entwicklung bedeute und zum Stillstand führe. Man könne über Vereinsförderung reden, aber die stünde auf einem anderen Blatt.

Von einer Vereinsförderung sprachen mehrere Gemeindevertreter. „Wenn, dann für alle und nicht nur für die Nutzer der Dorfgemeinschaftshäuser“, sagte zum Beispiel Christdemokrat Harald Platt. Oder Kathrin Neuser von der BfB, die vorschlug, die eingenommenen 3900 Euro wieder an alle Vereine zu verteilen.

Das rief wiederum Werner Waßmuth auf den Plan. „Das hört sich alles wunderschön an“, sagte der CDU-Fraktionschef zu Neuser, „doch das geht derzeit nicht.“ Da müsse man ehrlich sein. Denn die Gemeinde habe mittelfristig noch ein Defizit in Höhe von 1,5 Millionen Euro abzutragen. Dennoch wolle man die Sportvereine durch die Änderung der Mietregelung entlasten, denn „speziell die Sportvereine machen sehr viel“. Dennoch warf Platt ein, dass Vereine, die eigene Häuser unterhielten, auch nicht auf Rosen gebettet seien.

Und Michael Ganz (BfB) trug als Kassierer des Kultur- und Heimatvereins Weipoltshausen 
dessen Standpunkt vor. Im 
 Trägerverein des Dorfgemeinschaftshauses komme man sich etwas verloren vor. Eigenverantwortung zu übernehmen, sei gefordert worden und das habe man getan. Die Kosten seien an die nutzenden Vereine weitergereicht worden. „Die rund 600 Euro würden wir vermissen“, sagte Ganz, während die örtlichen Vereine die Kosten mittrügen. Denn 3 Euro die Stunde seien kein Problem, „aber für uns essentielles Geld“.

Auch Gemeindevertreter Heinz Koch beschrieb als Vorsitzender des TV Lohra die Situation. Der TV und der SV Kirchvers würden von einer Änderung der Regelung am meisten profitieren. 
Man habe nichts gefordert, betonte Sozialdemokrat Koch, und man habe auch keine Probleme, die 1500 Euro in diesem Jahr zu zahlen, doch man frage sich schon, weshalb man die Vereine in Schwierigkeiten bringe. Auf Nachfrage von Jan Klefenz (Grüne) erklärte Koch, dass der Familienbeitrag 60 Euro pro Jahr betrage und seit etwa fünf Jahren konstant sei. Der TV zählt etwa 500 Mitgliedschaften, sagte Koch später der OP.

Gaul 40 Jahre im Dienst der Gemeinde

Nach einer Sitzungsunterbrechung stimmten die Gemeindevertreter mehrheitlich für den SPD-Antrag samt Begleitbeschluss. 17 Jastimmen standen 7 Neinstimmen gegenüber, 2 Gemeindevertreter enthielten sich.
Georg Gaul für 40 Jahre Verwaltungsarbeit geehrt

Im Anschluss an die Gemeindevertretersitzung gab es noch einen feierlichen Anlass. Die Erste Beigeordnete Rosemarie 
Wolny hielt die Laudatio auf Gauls 40-jähriges Wirken in der Lohraer Gemeindeverwaltung. Heutzutage verbringe kaum jemand so viele Arbeitsjahre an einem Ort. Für Georg Gaul zeuge dies von Konstanz, Stabilität und Heimatverbundenheit, sagte seine ehemalige Grundschullehrerin.

Er habe seine Berufswahl ganz bewusst in seinen Werdegang angelegt, als er noch keine 17 Jahre alt am 2. Mai 1977 seine Ausbildung noch im alten Rathaus am Lindenplatz begann. Wolny verdeutlichte anhand von Fotografien, wie Gaul sich in den Jahren veränderte, ebenso wie das Bild der Gemeinde, seitdem er Bürgermeister ist. Er werde von den Mitarbeitern als freundlicher, sympathischer Typ beschrieben, der aber auch emotional und energisch sei. „Man weiß, wo der Kumpel aufhört“, zitierte Wolny eine Stimme aus dem Rathaus.

von Gianfranco Fain

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