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Lohra erwägt DNA-Datenbank für Hunde

Gemeindevertretung Lohra erwägt DNA-Datenbank für Hunde

Am Dienstagabend beschließen die Gemeindevertreter Lohras darüber, ob der 
 Gemeindevorstand 
die Einführung einer 
DNA-Datenbank für 
Hundekot vorbereiten soll. Ziel ist, Strafgeld für „Tretminen“ einzutreiben.

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Die Lohraer Gemeindevertreter wollen gegen unappetitliche Hinterlassenschaften von Hunden vorgehen.

Quelle: Thorsten Richter

Lohra. Sie sind unappetitlich, meistens hart, manchmal aber auch weich, stinken und liegen vermehrt in der Landschaft. Die Hinterlassenschaften von Hunden sind auch in der Gemeinde Lohra ein zunehmendes Ärgernis und ließen am Donnerstagabend gleich frischen Wind in der Hauptausschuss-Sitzung aufkommen, als es um die Neufassung der Hundesteuersatzung ging. Neben einigen Änderungen in der Handhabung, sollten zugleich die Hebesätze für die Hundesteuer angehoben werden.

Überraschenderweise lag aber dazu ein Änderungsantrag der CDU, SPD und BfB vor, für den Christdemokrat Werner Waßmuth als Erster vehement warb. Bevor man die Steuer erhöhe, sollte man das Problem Hundekot anders angehen und entsprechende Sanktionen einführen, weil sich über die Hundesteuer allein das Problem nicht lösen ließe.

Das beschrieb Waßmuth folgendermaßen: Er sei oft im Feld unterwegs und sehe die Hinterlassenschaften der Hunde auf den Feldern, dort wo „unsere Lebensmittel wachsen“. Auch habe er sich jüngst geärgert, als er beim Umgraben seines Gartens mit der Hand in Hundekot packte. Und nicht zuletzt gebe es Beschwerden von ­Eltern, wenn die „Tretminen“ auf den Bürgersteigen liegen oder ­Kinder beim Spielen damit in ­Berührung kämen.

„Wer sammelt das alles ein?“

Denn, so Waßmuth, dabei handele es sich nicht um Dünger: „Wo so ein Haufen liegt, darunter wächst nichts mehr.“ Um was für einen Haufen es sich in der Gesamtsumme handelt, war in einer überschlägigen Rechnung schnell dargestellt. Wenn ein Hundehaufen auf 100 Gramm komme, produzierten 100 Hunde im Monat 300 Kilogramm und in einem Jahr 3,6 Tonnen. In der Gemeinde Lohra sind 492 Hunde gemeldet, erklärte der Gemeindevorstand, der von Hans Kraft vertreten wurde, auf Nachfrage.

Dieser Zustand sei nicht ­erträglich, erklärte Waßmuth, deshalb müsse man neue Wege gehen. Auch die Sprecher der anderen Antrags-Fraktionen, Kurt Schwald für die SPD und Harald Rink für die BfB, befürworteten den gemeinsamen Antrag. Denn eine Erhöhung der Steuer treffe alle Hundehalter, während die Zahl der „Schwarzen Schafe“ wohl nur ein oder mehrere „Prozentchen“ erreichen dürfte, brach Schwald eine Lanze für die Hundebesitzer, die die Hinterlassenschaften ihrer vierbeinigen Freunde entsorgen.

von Gianfranco Fain

Rink schlug zudem vor, zu überlegen, im Gegenzug die Hundesteuer zu senken oder denjenigen zu ­
erlassen, die eine DNA-Probe ihrer Hunde ablieferten. Ob denn bisher keine Bußgelder verhängt wurden, wollte­ Bernd Willershausen von der BfB wissen, was Lars Plitt verneinte, weil die Verursacher kaum feststellbar seien, würden diese aber in flagranti erwischt, dann handele es sich um eine Ordnungswidrigkeit.

Er könne die Problematik sehr gut nachvollziehen, frage sich aber, was die DNA-Proben und die Erstellung einer Datenbank kosten würde, warf Jan Klefenz von den Grünen ein und Jennifer Wagner fragte nach der praktischen Umsetzung.

„Wer sammelt das alles ein, verpackt, verschickt es, damit es getestet werden kann“, wollte die BfB-Vertreterin wissen. Man habe doch wichtigere Dinge zu bereden, als 3,6 Tonnen Hundekot, die sich auf wer weiß wie viel Fläche verteile.

Es gehe auch um das Lebens­gefühl, die Lebensqualität ­erwiderte Waßmuth, der zum mehrfach vorgetragenen Kostenargument sagte, dass jetzt zu prüfen sei, ob die Idee umgesetzt werden könne und wie viel dies kosten würde. Wobei für Waßmuth klar ist, dass die Verursacher die Kosten zu tragen hätten. Die Idee sei nicht neu, das Problem hätten alle Kommunen und da wäre es doch gut, wenn Lohra mit einer DNA-Datenbank für Hundekot in Hessen oder gar bundesweit der Vorreiter wäre. Ob dies denkbar ist, erfragte die OP beim Hessischen Städte- und Gemeindebund, von dem jedoch am Montag keine Einschätzung über die rechtliche Durchführbarkeit zu erhalten war.

Weiteres Thema unter anderem Spielgerätesteuer

Wie das Online-Portal „Der Westen“ bereits vor einem Jahr berichtete, führten London und einige Gemeinden der USA ­bereits DNA-Datenbanken für Hunde ein, und erreichten damit eine Reduzierung von Hundekot-Verunreinigungen von bis zu 90 Prozent. Der Hauptausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung mit 7 Ja- zu 2 Neinstimmen die Annahme des Änderungsantrags.

  • Die Gemeindevertretung tagt diesen Dienstag ab 19 Uhr im Bürgerhaus Damm. Weitere Themen sind die Neufassung der Satzung über die Erhebung einer Steuer auf Spielgeräte und auf das Spielen um Geld oder Sachwerte, die Einführung eines Budgets für die Ortsbeiräte sowie die Einbringung des Haushaltsentwurfs für das Jahr 2018.

von Gianfranco Fain

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