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Hoffarth: Die Hundehaufen müssen weg

Hundekot-Affäre Hoffarth: Die Hundehaufen müssen weg

Eigentlich ließ Claudia Hoffarth ihrem Ärger nur freien Lauf, doch die 
Folgen ihres Leserbriefs über ein Ärgernis sind 
für manche Hundehalter ein andauerndes Ärgernis.

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Claudia Hoffarth hat als Agraringenieurin ein gutes Verhältnis zu Tieren. Pferde, Katzen und Hunde gehören auch dazu, auf dem Biolandhof der Familie. Was sie nicht leiden kann, sind Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht entsorgen.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. „Interessant“ findet Claudia Hoffarth, was ihre Meinungsäußerung im „Aktuell in Lohra“ bewirkt. „Es ist doch nur ein ganz einfacher Leserbrief. Kaum zu glauben, was für eine Welle ausgelöst wurde“, sagt die Agraringenieurin, die die vielen polemischen Reaktionen als „nicht hilfreich“ bezeichnet.

Der Leserbrief hat es aber offensichtlich in sich, nicht nur hinsichtlich der Kritik an Hundehaltern, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht aufsammeln, sondern auch der darin enthaltene Vorschlag. Dieser diente drei Fraktionen der Gemeindevertretung als Grundidee, um dem Problem der ungeliebten Hundehaufen zu Leibe zu rücken. Seitdem die OP von dem Prüfauftrag berichtete, ist die Einrichtung einer DNA-Datenbank für Hundekot ein großes Thema, erst in Lohra, dann im Landkreis und verbreitete sich weiter auf Landes- und Bundesebene.

Hinweis auf Gesundheitsgefahren

Dabei, so die 53-Jährige, habe sie mit ihrem Leserbrief (siehe unten) gar keinen Auftrag verbunden. Es gehe ihr auch nicht darum, die DNA von jedem Hund irgendwo speichern zu lassen. Sie wünsche sich nur, dass „die Leute die Scheiße aufheben“. Die Hinterlassenschaften der Hunde und das Benehmen der Halter brachten die dreifache Mutter dazu, den Leserbrief zu verfassen.

Sie kenne niemanden, der Hundehaufen lustig finde, weder Menschen, die in einen Haufen treten, noch Eltern, die deswegen besonders auf ihre Kinder achten müssen, und sie als direkt Betroffene, Claudia Hoffarth betreibt mit ihrem Ehemann seit 25 Jahren einen Biobauernhof in Lohra, schon gar nicht.

Schließlich sei bekannt, dass durch Hundekot Spulwürmer, Parasiten und auch Bandwürmer übertragen werden können. Deshalb gehören die Hinterlassenschaften weder auf landwirtschaftliche Wege und deren Randstreifen noch auf einen Acker. Die freilaufenden Hunde auf den Feldern sind ihr nämlich auch ein Ärgernis. Es gebe keinen Grund, den Hundekot auf Wegen oder Grünstreifen liegenzulassen.

„Wenn jemand eine andere Idee hat, bitte.“

Offenbar sei das aber ein Problem für die Hundehalter. Natürlich solle jeder an seinem Hund Spaß und Freude haben, sagt Hoffarth, die nach eigenem Bekunden ihren Hund liebt. Aber ein Hund bedeute auch Arbeit, Zeit zu investieren in die Erziehung und Bewegung und nicht nur ins Gassi-Gehen. Wer einen Hund halten wolle, müsse sich Gedanken über die Verpflichtungen machen, die diese Aufgabe mit sich bringe, und klären, ob das zu leisten sei.

Ein DNA-Register für Hunde hält Claudia Hoffarth nicht für wünschenswert, aber das Problem müsse angegangen und beseitigt werden. Schließlich verfehle die Hundesteuer ihre Lenkungswirkung, meint sie und sagt: „Wenn jemand eine andere Idee hat, bitte.“

von Gianfranco Fain

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