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Effekthascherei statt Entsorgungschance

DNA-Datenbank Effekthascherei statt Entsorgungschance

Gegner der DNA-Datenbank für Hundekot 
werfen der Gemeinde vor, nicht genügend Anreize für das Beseitigen der 
Hinterlassenschaften von Hunden anzubieten.

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Papiermüll und Hundekot oder auch leere Schnapsflaschen liegen am Rand des Wirtschaftsweges ebenso wie eine Unterhose, die Matthias Horst zeigt.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Matthias Horst ist sauer auf Werner Waßmuth und auch auf die Gemeinde Lohra. Beim Ortstermin auf der „Rue de la Kack“, so nennen die Einheimischen den Wirtschaftsweg entlang der ehemaligen Bahnlinie hinter der „Neuen Mitte“, erklärt er, warum.

Der 56-jährige Selbstständige und seine Ehefrau Mona halten zwei Hunde, die sie jeden Morgen mit einer Gruppe von Hundebesitzern auf eine Runde über den Wirtschaftsweg hinter dem Netto-Markt und durch die Felder führen.

Sie regen sich über den „merkwürdigen Vorstoß“ Waßmuths auf und meinen, es handelt sich um bloße Effekthascherei. Das Thema habe der CDU-Vorsitzende erst aufgegriffen, nachdem sich eine Anrainerin in einem Leserbrief für „Aktuell in Lohra“ pauschal und abfällig über alle Hundebesitzer äußerte, vermutet Horst (Foto: Fain).

Darin wird auch eine „DNA-Karte für jeden Fiffi oder Struppi“ erwähnt wie auch der Fall eines Kindes, das beim Ausweichen vor einem Radfahrer stolpert und mit den Händen in Hundekot landet. Beispiele, die in der Begründung des gemeinsamen BfB-, CDU- und SPD-Antrag und der Diskussion darüber auch erwähnt wurden.

Hundesportler moniert fehlende Tütenspender

Dabei, so Horst, sei der Hundekot gerade an diesem Wirtschaftsweg nur ein kleiner Teil des Problems der Umweltverschmutzung. Müll liege wochenlang herum und ­werde nicht entsorgt, darunter eine Unterhose, Papier, Scherben und auch aufgeschnittene Getränkedosen. Auch daran könnten sich Kinder sowie Hunde verletzen, doch die ­Gemeinde sorge nicht für Ordnung. Den ganzen Weg entlang gebe es nur einen Mülleimer, von Tütenspendern zum Aufsammeln von Hundekot ganz zu schweigen.

Die fehlenden Tütenspender moniert auch Heinz Schönagel, Vorsitzender des Hundesportvereins Lohra. Zwei oder drei gebe es in Lohra, aber nicht an der beliebten Hunde-Ausführ-Meile. Für „Blödsinn“ hält Schönagel den DNA-Vorstoß. Zwar hätte er damit kein Problem, weil die Hunde im Verein gut ausgebildet werden, auf ihre Besitzer hören und nicht frei im Feld rumlaufen. „Aber was soll das kosten und was ist mit den Hunden, die nicht aus Lohra sind?“, fragt der Vereinsvorsitzende.

Horst: Nur wenige sammeln die Haufen auf

Einen „Kack-Tourismus“ beobachtet auch eine Pferdebesitzerin, die mit Matthias Horst auf dem Wirtschaftsweg ins Gespräch kommt. Selbst aus Holzhausen kämen ­Hundebesitzer zum Spaziergang hierher, berichtet die Reiterin, die ihren Namen nicht nennen will, weil sie schon Ärger mit Hunde­besitzern hatte.

Sie widerspricht Horst nicht, als er erzählt, dass er seine Hunde vom Feld zurückpfeift und auch deren Hinterlassenschaften entfernt, wenn diese auf dem Weg liegen. Sie kenne drei Hundebesitzer, die den Hundekot aufsammeln. Aber andere täten das nicht. Die meisten Hunde hinterließen ihr Geschäft auf der Wiese. Deshalb findet die Pferdebesitzerin, die auch schon Hundekot im Heu ihres Pferdes fand, im Gegensatz zu Matthias Horst die Idee mit der DNA-Datenbank für Hundekot gut.

Auf mehrheitlichen Beschluss der Gemeindevertretung prüft die Verwaltung, ob eine solche Datenbank zur Zuordnung von nicht entsorgtem Hundekot an die Verursacher eingeführt werden kann. Dann könnten die Besitzer mit einem Ordnungsgeld belangt und im Gegenzug könnte die Hundesteuer gesenkt oder ganz erlassen werden.

von Gianfranco Fain

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