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Lohras Nachbarn warten ab

Hundekot-Affäre Lohras Nachbarn warten ab

Erst soll Lohra prüfen 
und entscheiden, ob die Südkreisgemeinde eine DNA-Datenbank für 
Hundekot einführt, 
danach wird die 
Gen-Datei eventuell 
auch ein Thema in den 
Nachbarkommunen.

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Ziehen die Nachbarkommunen bei Lohras Initiative zur Einführung einer DNA-Datenbank für Hundekot mit? Gladenbach, Fronhausen und Weimar wollen erst die Prüf-Ergebnisse und die daraus ­resultierenden Beschlüsse in Lohra abwarten.

Quelle: Archiv

Lohra. Er werde das Thema in den Gladenbacher Gremien nicht anstoßen, sagt Bürgermeister Peter Kremer, wohl aber stehe es den Stadtverordneten frei, einen entsprechenden ­Antrag einzubringen. Sollte aus der Gemeinde Lohra eine Anfrage kommen, so werde er sie selbstverständlich zur Beratung in den Magistrat einbringen, erklärt der parteilose Kremer.

Die Kontaktaufnahme mit den Nachbargemeinden ist ein Punkt des Drei-Fraktionen-­Änderungsantrags, den die Lohraer Gemeindevertreter mehrheitlich vor knapp zwei Wochen als Reaktion auf die beabsichtigte Hundesteuererhöhung beschlossen. Ziel des Kontaktauftrags ist zu erfahren, ob die Nachbarkommunen ebenfalls eine DNA-Datenbank für Hundekot aufbauen würden, damit Grenzgänger aus und in andere Gemeinden nicht ungeschoren davonkommen können.

Doch zumindest die Bürgermeister halten sich bei diesem­ „sensiblen Thema“ bedeckt. Ja, auch sie sehe in den Hundehaufen vor allem in den Ortschaften ein Problem, bekennt Bürgermeisterin Claudia Schnabel (Initiative Fronhausen), doch wolle man ihrer Gemeinde erst die Ergebnisse der von Lohra­ angestoßenen Prüfung und die darauf basierende Entscheidung abwarten. Bisher sei in dieser Sache von Lohra jedenfalls noch niemand auf die Gemeinde Fronhausen zugekommen. Wenn dies der Fall sei, werde der Ältestenrat darüber sprechen, „wie wir uns dazu stellen“, sagt Schnabel.

Vorschlag soll Erhöhung der Hundesteuer verhindern

Ähnlich äußert sich Peter Eidam. Bisher sei eine Kontaktaufnahme aus Lohra mit der ­Gemeinde Weimar in dieser ­Sache noch nicht erfolgt. Wenn dies geschehe, werde er das ­Gesuch an den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, in deren Zuständigkeit die Sache liege, weitergeben, erklärt der parteilose Bürgermeister.

Auslöser der Hundekot-Diskussion ist ein Beschluss, den die Lohraer Gemeindevertretung am Dienstag voriger Woche traf. Mittels eines Änderungsantrags lehnten die Gemeindevertreter mehrheitlich eine vom Gemeindevorstand vorgeschlagene Erhöhung der Hundesteuer ab und beauftragten denselben als Alternative die Einführung einer DNA-Datenbank für Hundekot zu prüfen. Mit dieser sollen Hundehalter festgestellt werden, die den Kot ihrer Vierbeiner nicht einsammeln und entsorgen, sondern auf Wegen, Randstreifen und Feldern liegen lassen.

Zum Aufbau einer Gen-Datei ist ein Maulabstrich jedes gemeldeten Hundes erforderlich, damit mittels Kotprobe ein DNA-Abgleich erfolgen kann. Wie die OP berichtete, kann ein Labor mit diesem Verfahren bei 90 Prozent der Proben eine Zuordnung von Kot zu Hund feststellen, Probensets und Datenbankpflege würden im ersten Jahr rund 60 Euro kosten.

Lohra erfuhr bundesweites Medieninteresse

Neben der Kontaktaufnahme ist eine weitere Forderung des Antrags die Prüfung, ob bei Einführung einer DNA-Datenbank für Hundekot die Hundesteuer erheblich gesenkt werden kann und stattdessen drastische Ordnungsstrafen für das liegenlassen von Hundekot eingeführt werden. Der derzeitige Hundesteuersatz für das erste Tier beträgt 72 Euro und sollte nach der Erhöhung 84 Euro betragen.

Der  erste OP-Bericht über den Vorstoß zog ein bundesweites Medieninteresse nach sich. Seitdem ist die Gemeinde Lohra in den Schlagzeilen, gestern Abend war ein Beitrag im Regionalprogramm von Sat.1 zu sehen. Zudem halten seit dem Bekanntwerden der Idee Wortgefechte zwischen Hundehaltern und Hundekot-Hassern in Leserbriefen und den sozialen Medien an.

von Gianfranco Fain

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