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Buslinie nach Gießen: Lohra atmet auf

Gemeindevertretung Buslinie nach Gießen: Lohra atmet auf

Zu einem Antrag, der am Dienstag im Bauausschuss noch äußerste Dringlichkeit besaß, gaben Markus Hemberger und Hauptausschussvorsitzender Heinz Werner Weimer am Donnerstagabend fast schon Entwarnung.

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Um die Zukunft der Buslinie 383 sorgen sich die Lohraer Gemeindevertreter.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow (CDU) habe ihm versichert, dass die Busverbindung für den Schülerverkehr von Kirchvers nach Gießen so bleibe, wie sie derzeit ist, teilte Sozialdemokrat Hemberger mit. Auch alle anderen Verbindungen würden „irgendwie“ erhalten bleiben, vielleicht durch den Einsatz von AST-Fahrzeugen oder anderes, sagte der Kirchverser Gemeindevertreter und berief sich dabei auf den Ersten Kreisbeigeordneten.

Auslöser der Aktivitäten sind Pläne der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO) in Gießen, die Linie GI 43 aufzugeben, die von Weipoltshausen nach Krumbach in der Gemeinde Biebertal verkehrt, wo mit der Linie 42 ein Anschluss nach Gießen besteht. Daraufhin setzt sich die Gemeinde Lohra für den langfristigen Erhalt der Bus‑
anbindung der südlichen Ortsteile nach Krumbach ein, und zwar durch die Verlängerung der Linie 38 von Niederwalgern über Lohra und Kirchvers bis Krumbach.

Die Linie sei existentiell wichtig für die südlichen Ortsteile, sagten Kathrin Neuser und Bernd Willershausen (beide BfB) im Bauausschuss, ähnlich äußerte sich Hemberger zwei Tage später. Die südlichen Dörfer sind traditionell eher Richtung Gießen orientiert. Rund 25 Schulkinder aus diesen Orten besuchen Gießener Schulen, sagte Neuser. Hinzu kommen die Berufsschüler, die im Gießener Raum ihre Ausbildung absolvieren, und ältere Menschen, die nach Gießen zum Einkaufen und zu Ärzten fahren.

Schnellbuslinie soll in Willershausen halten

Zudem sei die Anbindung nach Marburg sehr kompliziert und viel zeitaufwendiger, argumentierten sie. „Diese Linie ist besser ausgelastet als manch andere im Kreisgebiet, und wir müssten nicht über ihre ersatzlose Streichung diskutieren, wenn sie nicht kreisübergreifend wäre“, sagte Willershausen zu Einwänden von Ausschussmitgliedern über die Auslastung. Die Mitglieder des Bau-, Wirtschafts- und Umweltausschusses befürworteten ebenso wie die des Hauptausschusses die Beschlussvorlage des Gemeindevorstands einstimmig.

Auch ein weiterer Antrag befasst sich mit einer Buslinie: Die vom RMV zum Fahrbahnwechsel im Dezember geplante Schnellbuslinie, die nach neuesten Überlegungen wegen der Verwechslungsgefahr mit der Linie 383 nun nur X30 genant wird. Sie führt von Gladenbach direkt zum Marburger Hauptbahnhof und ließe dabei Lohra links liegen.

In seiner Beschlussvorlage fordert der Gemeindevorstand die Anbindung von Willershausen mit der Bushaltestelle „An der Bauhecke“. Diese liegt direkt an der Bundesstraße 252, sodass ein Halt für den Schnellbus keinen Umweg bedeutet. Die Anbindung der anderen Lohraer Ortsteile soll eine zeitnahe Umsteigemöglichkeit mit den Bussen der Linie 383 herstellen.

Auch diesem Antrag gaben beide Gremien ihre einstimmige Beschlussempfehlung für die Gemeindevertretung, die am Donnerstag, 31. August, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Rollshausen beginnt.

Trinkwasser wird 
auch in Lohra gechlort

Weitere Themen werden der Kauf eines 0,7 Hektar großen Grundstückes in Kirchvers durch die Gemeinde und die Hessische Landgesellschaft (HLG) sein. In der Nähe des Kindergartens könnten dann sieben bis acht Bauplätze entstehen. Beide Ausschüsse befürworten den Kauf durch die Festlegung des Preises.

Bei sieben Nein-Stimmen und einer Enthaltung lehnte der Hauptausschuss dagegen eine Vorlage zur Einführung einer Bürgerfragestunde vor den Gemeindevertretersitzungen ab. Diesen Vorschlag des Gemeindevorstandes anstatt einer von der BfB geforderten Bürgerbeteiligungssatzung begründete der parteilose Bürgermeister Georg Gaul mit Rechtsverfahren gegen die Gießener Satzung, an der man sich orientiert habe. Die Ausschussmitglieder werteten sie jedoch mehrheitlich als Verhinderungsvorschlag und empfehlen der Gemeindevertretung die Ablehnung.

Bürgermeister Gaul informierte die Ausschussmitglieder noch darüber, dass das Wasser für die Gemeinde Lohra leicht gechlort werde, weil die starken Niederschläge in den vergangenen Wochen zu Verunreinigungen in den Brunnen geführt haben.

von Anita Ruprecht 
und Gianfranco Fain

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