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Er will Lohra weiter auf gutem Weg führen

Bürgermeisterwahl Er will Lohra weiter auf gutem Weg führen

In seiner dritten Amtszeit möchte Georg Gaul die Arbeit der vergangenen zwei Wahlperioden fortsetzen: Kosten senken, ­Finanzen sanieren und Lohra voranbringen.

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Georg Gaul möchte in Lohra in seine dritte Amtszeit als Bürgermeister gewählt werden.

Quelle: Tobias Hirsch

Lohra. Er trat an, um seine ­Gemeinde weiterzuentwickeln. Das war vor 12 Jahren, jetzt stellt sich Georg Gaul am 24. September zum dritten Mal zur Wahl – zum zweiten Mal ohne Gegenkandidat. „Ich bin erst 57 Jahre alt“, sagt der Lohraer Bürgermeister mit dem Bekenntnis, die „ganze Periode“ absolvieren zu wollen.

Denn es gibt noch einiges zu tun, auch wenn der gebürtige­ Lohraer die Großgemeinde ­mittlerweile auf „einem guten Weg“ sieht. Vor allem die Infrastruktur im Kernort hat in den vergangenen 12 Jahren eine Aufwertung erfahren. Schwerpunkt war die „Neue Mitte“. Eine ­Vision, der viele Bürger durchaus skeptisch gegenüber standen. „Als ich beim ersten Spatenstich für den Netto-Markt vom Entstehen einer ,Neuen Mitte‘ sprach, wurde ich noch belächelt. Heute haben wir sie!“, stellt Georg Gaul fest.

Eine Tankstelle und die Filiale­ der Volksbank sowie der nahe gelegene Bus-Wendeplatz runden das Areal ab. Derzeit diskutieren die gemeindlichen Gremien noch über die Gestaltung des letzten Bausteins, einen Ersatz für den Bolzplatz, der dem Bau des neuen Feuerwehrstützpunktes weichen musste.

Dem neuen­ Heim für drei ehemalige Ortsteilwehren ging viel Überzeugungsarbeit voraus. Die ­Beteiligten von den Vorteilen einer Fusion zu überzeugen, war eine Aufgabe des Bürgermeisters, die dieser eher im Hintergrund erledigte. Ebenso das Anbahnen der ­Ansiedlung des Altenwohnheim der Arbeiterwohlfahrt. Projekte, die im Gegensatz zu Baugebieten wie dem in der Schwimmbadstraße in Kirchvers, erst ­eine bestimmte „Reife“ erlangen mussten, bevor sie den gemeindlichen Gremien zur Beratung präsentiert wurden.

Das ruft zwar manchmal vereinzelt Kritik hervor, doch auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit den Gremien setzt Gaul auch in der nächsten Wahlperiode. Gemeinsam sei es nicht nur gelungen, einige wegweisende Projekte anzustoßen, sondern auch die Kostenbelastung der Gemeinde zu senken, zum Beispiel durch den Verkauf einiger Dorfgemeinschaftshäuser, womit Lohra im Kreis immer noch Vorreiter ist.

Platz für neues Gewerbe und Wohnraum schaffen

Weniger öffentlichkeitswirksam war Gauls Arbeit als Vorsitzender des Müllabfuhrzweckverbandes (MZV) Biedenkopf. Nur für wenige Monate übernahm er den Job, sorgte in dieser Zeit für eine Umstrukturierung der Verwaltung, die Aufarbeitung der Rechnungsabschlüsse­ mehrerer Jahre sowie die Klärung der Frage, ob der MZV tatsächlich einen Wertstoffhof samt neuem Verwaltungsgebäude bauen sollte. Rund drei Millionen Euro an Minderausgaben haben die Entscheidungen gebracht, schätzt Gaul, Geld das die Gebührenzahler, zu denen auch die Lohraer zählen, nicht aufzubringen brauchen.

Auch der Wechsel der Geschäftsführung des Interkommunalen Gewerbeparks von Gladenbach nach Lohra lief im Hintergrund an. „Seitdem läuft die Vermarktung besser“, stellt Gaul fest. Vorteil für die beteiligten Kommunen und damit auch die Bürger: Es gibt höhere Einnahmen aus der Gewerbesteuer und zudem neue Arbeitsplätze.

Die guten Voraussetzung der Gemeinde Lohra nutzen

Gewerbeansiedlungen sind ein Vorhaben, das Georg Gaul in seiner nächsten Amtszeit angehen wird. Flächen in den Ortsteilen zur Erweiterung und Neuansiedlung von Betrieben sollen entstehen und auch neue Baugebiete soll es dort geben. „Wohnraum wird sehr viel nachgefragt“, sagt Gaul. Lohra komme dabei die Lage zwischen den beiden Städten Marburg und Gießen zugute. Das daraus resultierende Entwicklungspotenzial als Wohngemeinde gelte es zu nutzen.

Verstärken möchte es Gaul, ­indem in den nächsten Jahren der Schwerpunkt auf die Aufwertung der Ortsteile liegt. Ikek lautet dazu das Zauberwort. Für den Nachfolger des Dorferneuerungsprogramms soll sich die Gemeinde bewerben. Noch im Herbst wird eine Absichtserklärung der Gemeindevertretung erwartet, die offizielle Bewerbung dann im Herbst 2018 ­erfolgen so die Anregung des Bürgermeisters.

Zur Attraktivität zählt auch die Anbindung an die Oberzentren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Während der Bürgerbus bis Ende Oktober seine Fahrten in der Großgemeinde an zwei Tagen in der Woche aufnehmen wird, für den Betrieb des Busses der Kirchengemeinde gibt es schon sieben freiwillige Fahrer, müssen auch die Busanbindungen in die beiden Städte aufrechterhalten werden. Während dies nach Marburg kein Problem zu sein scheint, müsse für die Verbindung von den südlichen Gemeinde-Orten nach Gießen weiter gekämpft werden.

Zudem steht die Erneuerung von Gemeindestraßen an. In dieser Woche fuhr ein Kamerawagen die Straßen an, damit anhand der Auswertung des Zustandes eine Prioritätenliste erstellt werden kann. Diese soll bis zum Ende des Jahres vorliegen, dann werden Vergleichsberechnungen erstellt. Sie sollen zeigen, was besser für die Bürger ist: die bisherige Abrechnungsweise mit Einmalzahlungen oder die wiederkehrenden Straßenbeiträge.

Ein weiteres Thema, das Georg Gaul vorantreiben will, ist die interkommunale Zusammenarbeit. Die besteht seit einem halben Jahr mit Fronhausen auf Ebene des Bauamts und läuft gut, findet Gaul. Deshalb soll sie erweitert werden. Ziel auch hier: Kosten der Verwaltung senken. Denn das große Ziel ist nach wie vor, die Finanzen der Gemeinde zu sanieren.

von Gianfranco Fain

 Steckbrief

 Name: Georg Gaul

Geboren: 7.9.1960

Familienstand: verheiratet, 
drei erwachsene Kinder, vier Enkel

Religion: evangelisch

Beruf: Diplom Verwaltungswirt (FH)

Hobbys: Familie, Fußball, 
Motorradfahren

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