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74 Einwohner freuen sich auf Jubelfest

1200 Jahre Seelbach 74 Einwohner freuen sich auf Jubelfest

Mit einem großen dreitägigen Fest feiern die Seelbacher die nachweisliche Ersterwähnung ihres Ortes vor 1200 Jahren.

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Lohras kleinster und zweitältester Ort feiert vom 15. bis 18. Juni seine Ersterwähnung im Jahr 817

Quelle: privat

Seelbach. Das Jahr der Erst­erwähnung ist schon lange ­bekannt, das 1200-Jahr-Jubiläum müssen wir feiern. So überzeugte Erich Mann die anderen Seelbacher und so übten sie den Start in ihr Jubiläumsjahr zum frühstmöglichen Zeitpunkt aus.

Es war die Silvesterfeier und die fand – wo sonst – im Backhaus statt. Das 1914 erbaute Stübchen ist der gesellschaftliche Treffpunkt im Ort, der zur Gemeinde Lohra gehört. Zwar wird der Ofen noch zweimal im Jahr angeheizt, doch seit dem Umbau und der Einweihung im Jahr 1989 ist es der Dorftreff. Die Jagdgenossen kauften das Häuschen der Gemeinde ab und dann wurde es renoviert. „Entstanden ist der neue Mittelpunkt ganz ohne Dorferneuerung und erfüllt seinen Zweck“, betont Erich Mann, der Seelbach im Gemeindevorstand repräsentiert.

Dass das Backhaus zwei Mal in der Woche seinen Zweck als Dorftreff erfüllt, dafür sorgen die rund 20 Familien des Ortes. Im Wechsel übernimmt je eine Familie etwa alle sechs Wochen die Bewirtung.

74 Einwohner „und ebenso viele Kühe“

Kein Wunder also, dass das Backhaus Anfang des Jahres auch die Brutstätte für den Verein „Land, Luft, Lebensqualität Seelbach“ war. Die erste Aufgabe des neuen Vereins, der unter seinen rund 30 Mitgliedern auch welche aus den Nachbarorten hat, ist die Organisation des Jubelfestes. Anlass ist die Ersterwähnung des Ortes, die vor 1200 Jahren im Codex Laureshamensis erfolgte.

Spätestens seitdem wuchs das Dorf langsam aber beständig und zählt nun 74 Einwohner „und ebenso viele Kühe“, fügt Mann scherzhaft an. Eine Steigerung der Einwohnerzahl scheint derzeit nur schwerlich möglich. „Leerstand gibt es keinen“, sagt Mann und wenn dann doch mal einer der alten Fachwerk-Höfe zum Verkauf stehe, wechsle der ziemlich schnell den Besitzer. Neben den großen Hofgebäuden ist die Kaffeemühlenkirche das Wahrzeichen des Ortes im Krebsbachtal.

Landwirtschaft ist also ein Standbein des Ortes, von dem aus man die rund 20 Kilometer entfernten Städte Biedenkopf, Gießen, Marburg und Wetzlar zum Arbeiten gut erreichen kann. Das andere ist die Dorfgemeinschaft. Die wissen die Seelbacher zu pflegen und feiern dazu auch die Feste, wie sie fallen. Ob Osterfeuer, Pfingstbaumaufstellen oder Wandertag – das ganze Dorf ist dabei und so soll es auch vom 15. bis 18. Juni sein.

Nachbarschaftshilfe 
für das große Fest

Damit der Spagat zwischen Feiern und Bewirtung der vielen erwarteten Gäste gelingt, erhalten die Seelbacher Unterstützung aus dem Nachbarort. „Ohne die Rodenhäuser würden wir es nicht schaffen“, ist Doris Heuner überzeugt. Bei der Nachbarschaftshilfe – nicht nur die freiwilligen Feuerwehren handeln gemeinsam – handelt es sich um eine Gegenleistung.

Gefeiert wird hauptsächlich im Festzelt „mit festem Boden“, wie Ortsvorsteher Sebastian Schorge betont. Es steht – wie könnte es anders sein – gegenüber des Backhauses. Und sind im Festzelt Tische mit einem Esel als reserviert gekennzeichnet, so sollte das nicht abschrecken. Der Esel ist der Dorfname – warum, weiß keiner so Recht.

Backhaus und Festplatz sind im Ort leicht zu finden: Auf der Kreisstraße 50, die sich durch den Ort zieht, von Lohra oder Weimar und Fronhausen kommend vor der Kurve am Ortsausgang Richtung Rodenhausen oder Gladenbach und umgekehrt.

Auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß ist der zweitälteste Ort der Großgemeinde Lohra gut zu erreichen. Möglich ist das durch die in der Nähe verlaufenden Wanderwege, dem Elisa­bethpfad oder der Schauinsland-Route sowie mit dem Rad durch das Krebsbachtal. Parkmöglichkeiten wird es am Ortseingang geben.

von Gianfranco Fain

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