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Lohra nimmt weniger Gewerbesteuer ein

Nachtragshaushalt Lohra nimmt weniger Gewerbesteuer ein

Die von Lohras Bürgermeister Georg Gaul eingebrachte erste Nachtragshaushaltssatzung 2013 sieht eine deutliche Verschlechterung sowohl im Ergebnis- und als auch im Finanzhaushalt vor.

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Das Dorfgemeinschaftshaus Weipoltshausen könnte im Zuge des Dorferneuerungsprogramms ­saniert werden. Über den Umfang der Arbeiten und die künftige Nutzung des Hauses herrschte ­zwischen Dorfgemeinschaft und Gemeindevorstand Uneinigkeit.Archivfoto

Willershausen. In der Sitzung der Gemeindevertretung Lohra am Donnerstag im Dorfgemeinschaftshaus in Willershausen brachte Lohras Bürgermeister Georg Gaul die erste Nachtragshaushaltssatzung 2013 ein. Dieses Zahlenwerk schließt im Ergebnishaushalt in den Erträgen mit 7890379 Euro und in den Aufwendungen mit 8806802 Euro ab und weist somit ein Defizit von 916423 Euro auf. Dies bedeutet gegenüber der bisherigen Planung eine Verschlechterung um 430428 Euro.

Der Finanzhaushalt sieht in dem Nachtragshaushalt Einzahlungen von 7841579 Euro und Ausgaben von 9589557 Euro vor. Dieser schließt damit mit einem Defizit von 1747978 Euro ab, was eine Verschlechterung gegenüber dem ursprünglichen Ansatz um 474306 Euro bedeutet. Der Gesamtbetrag der Investitionskredite bleibt gegenüber der bisherigen Festsetzung in der Haushaltssatzung 2013 mit 355057 Euro unverändert, was bedeutet, dass die genehmigten Kassen- und Investitionskredite ausreichen. Den Schuldenstand der Gemeinde Lohra bezifferte Gaul zum Jahresende 2013 mit rund 7,5 Millionen Euro einschließlich der Kassenkredite, jedoch ohne anteilige Verbandsschulden.

Alle Haushaltsansätze für das Jahr 2013, so der Bürgermeister, seien nach den Erkenntnissen und Einschätzungen (Stand November/Dezember 2012) ermittelt worden. Trotz sorgfältiger Planung und Einschätzung der zu erwartenden Erträge und Aufwendungen sei der Erlass einer Nachtragssatzung notwendig geworden.

Geprägt werde dieser Nachtragshaushalt durch die Reduzierung der Gewerbesteuererträge um annähernd 400000 Euro. Der Ansatz von 1187500 Euro vermindert sich nach dem neuen Zahlenwerk auf 790660 Euro. Eine Erhöhung der Darlehens- und Kassenkreditaufnahme sei durch eine sparsame Mittelbewirtschaftung verhindert worden.

Wie Georg Gaul weiter ausführte, sei der weitere Aufbau des Anlagevermögens im Falle der Gemeinde Lohra sehr kritisch zu sehen, da die dafür nötigen Überschüsse in der Ergebnisrechnung fehlen. Die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2009 sowie die vier doppischen Jahresabschlüsse 2009 bis 2012 hätten gezeigt, dass die Gemeinde Lohra ein Anlagevermögen besitze, das weit über ihrer Finanzkraft liege und mit den laufenden Erträgen nicht zu bewirtschaften sei. Deshalb sei ein Abbau des Anlagevermögens weiterhin dringend nötig und unabdingbar. Eine Haushaltssicherungskommission beschäftige sich bereits im zweiten Jahr mit der erforderlichen Haushaltskonsolidierung. Hierbei sei auch eine Diskussion um die Bürger- und Dorfgemeinschaftshäuser geführt worden. Der Gemeindevorstand habe sich in seiner letzten Sitzung am 15. Oktober damit beschäftigt, ob und in wie weit eine Schließung wenig genutzter aber kostenintensiver Bürger- beziehungsweise Dorfgemeinschaftshäuser über die Wintermonate erfolgen kann.

Aber dies, so der Bürgermeister weiter, könne nur einer vieler notwendiger Schritte sein, die schmerzhafte Einschnitte in die teilweise recht hohen Standards der Gemeinde Lohra bedeuten. Eine strikte Konsolidierung des gemeindlichen Haushalts sei unbedingt notwendig, so Gaul.

von Klaus Peter

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