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Lohra läutet Trendwende ein

Doppelhaushalt Lohra läutet Trendwende ein

In der Kalkulation des Kämmerers hat Lohra dank der Verkäufe von Anlagevermögen die Trendwende eingeläutet. Für das Jahr 2015 wird ein Überschuss von 914 Euro, für 2016 sogar von 360834 Euro prognostiziert.

Lohra. Am Donnerstagabend präsentierte Bürgermeister Georg Gaul den Gemeindevertretern ein Novum. Erstmals seit ihrem Bestehen wird die Gemeinde Lohra einen Doppelhaushalt haben, dessen Kalkulation sich über dieses und nächstes Jahr erstreckt. Ausschlaggebend für diese Vorgehensweise waren drei Großprojekte deren Realisierung sich über diese zwei Jahre erstrecken wird: das neue Feuerwehrgerätehaus als gemeinsamer Stützpunkt für die Wehren Lohra, Damm und Willershausen, die Kirbachverrohrung sowie die Renaturierung der Salzböde. Allein diese drei Investitionen schlagen im Finanzhaushalt mit mehr als 2,5 Millionen Euro zu Buche.

Aber auch ganz praktische Überlegungen zur Kostenreduzierung trugen zum Entschluss für den Doppelhaushalt bei. Einmal einen Doppelhaushalt zu erstellen, minimiere den Arbeitszeitaufwand erheblich. Der beträgt für einen Haushalt rund acht Wochen und für einen Nachtragshaushalt etwa vier Wochen. Zeit, die die Mitarbeiter nun für andere Projekte haben. Die Kontrolle durch die gemeindlichen Gremien bleibe aber gewährleistet, erläuterte Gaul. Das voraussichtlich ab diesem Sommer 2015 zur Verfügung stehenden EDV-Programm IKVS (Interkommunales Vergleichssystem) ermögliche auch kurzfristige Berichte.

Überschuss steigt von 914 auf 360000 Euro in 2016

Zum Doppelhaushalt erklärte Gaul, dass das Jahr 2015 durch die Umsetzung vielfältiger Entscheidungen der Gemeindevertretung wie der Verkauf von Liegenschaften oder die Kalkulation der Gebühren mit zum Teil erheblichen Einmaleffekten wie den Erträgen oder auch Verlusten aus dem Verkauf von Dorfgemeinschaftshäusern geprägt sei.

Trotzdem gelinge es erstmals, seit Jahren ein wenn auch geringes Plus von 914 Euro zu erwirtschaften. Die positiven Auswirkungen seien aber schon im Jahr 2016 deutlicher zu erkennen, wenn der kalkulierte Überschuss rund 360000 Euro erreichen wird.

Zwar sei durch teilweise schmerzhafte Entscheidungen der gemeindlichen Gremien die Trendwende eingeleitet, der eingeschlagene Weg zur Entschuldung der Gemeinde müsse aber weiter beschritten werden, bis die rund 7,5 Millionen Euro (Stand Ende 2014) abgetragen sind. Ende 2015 sollen die Schulden 7,75 Millionen und ein Jahr später neun Millionen Euro betragen.

Folglich hätten Kämmerer und Gemeindevorstand wieder strikte Haushaltsdisziplin walten lassen. „Insbesondere die umfangreichen Investitionswünsche und Notwendigkeiten wie der Mehrgenerationenplatz in Lohra, die Sanierung von Straßen die komplette Kirchbachverrohrung, mussten auf das Machbare reduziert werden“, erklärte Gaul.

von Gianfranco Fain

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