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Lohra gedenkt deportierter Juden

Pogromnacht Lohra gedenkt deportierter Juden

Der Arbeitskreis für Menschenrechte und Menschenwürde Lohra richtet heute erneut eine Gedenkfeier für die während des nationalsozialistischen Regimes aus der Südkreisgemeinde deportierten und ermordeten Juden aus.

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Christel Bobenau entzündete im vergangenen Jahr Kerzen an der Gedenkstätte für die deportierten und ermordeten Juden Lohras.

Quelle: Archivfoto

Lohra. In Lohra ist die Gedenkfeier am Vorabend des 9. November seit der ersten Zusammenkunft Anfang der 1990er Jahre zur Tradition geworden. Man wolle einfach nur an das Unrecht gegenüber den Mitbürgern erinnern, dass mit der Reichspogromnacht seinen öffentlichen Lauf nahm, erklärt Elfriede Köhler, Vorsitzende des Arbeitskreises und zugleich Ortsvorsteherin.

Es komme nicht auf die Masse der Teilnehmer an, erklärt Köhler zur dürftigen Beteiligung, sondern darauf, dass die Erinnerung aufrecht erhalten werde.

Aus Lohra wurden während der Zeit des Nazi-Diktatur 16 jüdische Mitbürger verschleppt, die in Konzentrationslagern getötet wurden. Daran erinnert eine Gedenktafel auf dem Friedhof des Kernorts der Großgemeinde.

An dieser werden auch heute Lichter entzündet und ein Blumen-Gesteck aufgestellt. Die Veranstaltung beginnt um 16.30 Uhr in der Friedhofskapelle. Köhler wird die Gedenkfeier eröffnen, sprechen werden auch Pfarrer Hans-Ludwig Schmank als Kirchenvertreter und Hermann Schorge als Gemeindepolitiker. Dr. Amnon Orbach, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Marburg und Mitglied des Arbeitskreises für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, wird ebenfalls eine Ansprache halten und das jüdische Kaddisch (Lob Gottes) in aramäischer Sprache vortragen und ein Gebet für alle getöteten Juden sprechen.

von Gianfranco Fain

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