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Lösung für Schlierbach ist umstritten

Hochwasserschutz Lösung für Schlierbach ist umstritten

Der Bad Endbacher Klaus Pfeifer will, dass die Betonverengung des Schlierbachs zurückgebaut wird. Bürgermeister Markus Schäfer ist aber nicht gewillt, sich weiter mit dem Fall zu beschäftigen.

Bad Endbach. Der Streit um den von Anliegern mit Beton verengten Schlierbach begann im August 2010, eine Lösung scheint in weite Ferne gerückt zu sein - trotz der Bemühungen, einen Kompromiss in zwei Anliegerversammlungen zu finden. Ein Hochwasser ließ den Schlierbach am 17. September 2006 zu einem reißenden Gewässer werden, das über die Ufer trat und auch das Anwesen von Klaus Pfeifer flutete.

Für den Bad Endbacher stellte dies eine existenzielle Bedrohung dar, da er als selbstständige Gebietsleiter auf die Nutzung seines Büros angewiesen ist. Ein derartiger Vorfall sollte sich möglichst nicht wiederholen. In der Folgezeit hatten Anlieger aber zur Sicherung ihrer Grundstücksmauern (2008 und 2010) mit Beton den Bachlauf verändert. Die Verengung des Schlierbachs sieht Pfeifer nun als potenzielle Hochwasser-Gefahr an. Zudem ist er der Meinung, dass dies illegal war und beschwerte sich: bei Bürgermeister Markus Schäfer, bei den Nachbarn, bei Landrat Robert Fischbach, bei der zuständigen Behörde und bei der Kommunalaufsicht. Im Ergebnis kam bisher nichts dabei raus. Auch nicht bei den beiden Anliegerversammlungen. Bei der jüngsten im November 2012 wurde eine ökologische Aufwertung des Schlierbachs diskutiert, die aber keine Zustimmung fand. Es wären Kosten in Höhe von 14000 Euro entstanden, die zu zwei Dritteln von den Anliegern gezahlt werden sollten.

Pfeifer schrieb weitere Beschwerden. Bürgermeister Markus Schäfer antwortete Pfeifer, dass die Ursache der Überschwemmung im Jahr 2006 eine von Pfeifer nicht gesicherte Mülltonne gewesen sei, die zu einer Verstopfung der Verrohrung geführt hatte. Dass ein Gegenstand den Abfluss des Wassers verhindert hat, bestätigt Pfeifer. Nach seinen Angaben hat es sich um einen 84 Kilogramm schweren Öltank gehandelt, den Pfeifer am nächsten Tag installieren wollte. „Es stellt sich für mich die Frage, was zuerst da war, das Wasser oder das verstopfte Rohr“, sagt Pfeifer. Der Bürgermeister hat Pfeifer nahegelegt, sich an die zuständige Behörde zu wenden: den Fachdienst Bauen, Wasser und Naturschutz im Landratsamt.

„Der Gemeindevorstand ist nicht gewillt, sich inhaltlich weiter mit Ihrem Anliegen zu befassen, da es Ihnen aus unserer Sicht nicht um eine Lösung geht“, heißt es in einem Schreiben vom 12. Dezember, das der OP vorliegt.

von Silke Pfeifer-Sternke

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