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Löste eine Gasflasche die Explosion aus?

Explosion in Mornshausen Löste eine Gasflasche die Explosion aus?

Wahrscheinlich war eine Gasexplosion die Ursache dafür, dass am Montagabend in Mornshausen ein altes Bauernhaus in sich zusammenfiel und den einzigen Bewohner unter sich begrub.

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Auch die überbaute Hofeinfahrt des Anwesens in der Rauen Gaß 8 in Mornshausen wurde durch die Explosion im Wohnhaus stark in Mitleidenschaft gezogen und ist einsturzgefährdet.

Quelle: Hartmut Berge

Mornshausen/S. Auch gestern herrschte im Stadtteil Mornshausen große Betroffenheit über das Unglück, das sich am frühen Montagabend ereignete. Das Fachwerkbauernhaus eines alten Gehöfts mitten im alten Ortskern Mornshausens war wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Dabei kam der alleinstehende Egon Pollex zu Tode. Seine Leiche wurde kurz nach 22.30 Uhr geborgen.

Gegen 18 Uhr erschütterte ein lauter Knall den alten Ortskern. Viele Menschen rannten ins Freie, hielten Ausschau nach der Ursache. Doch nichts war zu sehen, weder Feuer noch Rauch.

Dort, wo die Detonation besonders laut zu hören war, sorgten sich die Bewohner, im eigenen Haus könnte etwas explodiert sein. Viele Mornshäuser in der Nähe des Unglücksortes haben nämlich einen Gasanschluss. Weil im Anwesen Raue Gaß 4 die große Schaufensterscheibe einer Metzgerei zerbrochen auf Gehweg und Fahrbahn lag, vermutete manch einer, dort sei es zu einer Explosion gekommen.

Doch von schräg gegenüber kam schnell Aufklärung: „Das Haus vom Egon ist weg“, riefen Nachbarn. Sie meinten Egon Pollex. Der 73-Jährige wohnte alleine im alten Bauernhaus des Gehöfts in der Raue Gaß 8. Den Hof hatte er vor vielen Jahren gekauft und bewirtschaftet. Aber Landwirtschaft und auch Viehzucht betrieb er schon lange nicht mehr. Schon vor der offiziellen Alarmierung waren die ersten Mornshäuser Feuerwehrleute am Unglücksort. Weitere Hilfskräfte folgten. Weil das Auto des 73-Jährigen auf dem Hof stand, lag die Vermutung nahe, dass er sich zum Zeitpunkt der Explosion im Haus befunden hatte.

Kameras, Richtmikrophone und Suchhunde kamen zum Einsatz. Lebenszeichen waren nicht zu vernehmen. Mithilfe eines Baggers wurden Gebälk und Schutt abgetragen. Kurz nach 22.30 Uhr fanden Helfer die Leiche des Mannes.

Gestern Morgen wurde die Suche nach möglichen weiteren Personen fortgesetzt, die sich zum Unglückszeitpunkt im Gebäude hätten aufhalten können. Lebend gefunden wurde der Hund des 73-Jährigen. Die Mischlingshündin Paula hatte sich winselnd unter Balken und Schutt bemerkbar gemacht.

Zwar wurde in der Nähe des Opfers eine Gasflasche gefunden, die Ursache für die Explosion steht aber noch nicht fest.

Weitere Untersuchungenauf Trümmern zu gefährlich

Das Wohnhaus war nicht an die nahegelegene Gasleitung angeschlossen. Wie Nachbarn im Gespräch mit der OP berichteten, soll der verunglückte Mann zwar mit Holz geheizt, aber mit Propangas gekocht haben. Offiziell bestätigt wurde dies gestern nicht. Zum Einsatz kamen am Montagabend etwa 80 Hilfskräfte verschiedener Organisationen, von der Feuerwehr über den Rettungsdienst bis hin zu Rettungshundestaffeln.

Hinweise auf weitere Personen unter den Trümmern hätten sich weder bei der Suche noch durch Ermittlungen im Umfeld ergeben, hieß es gestern Abend in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei.

Eine weitere Suche und Ermittlungen am abgesperrten Unglücksort sind derzeit nicht möglich, weil die Bauaufsicht das Betreten des Trümmerfeldes als höchst gefährlich eingestuft hat.

Das Haus war unterkellert, im Schutt befinden sich viele Hohlräume. Zu den Mornshäusern, die sich zur Zeit der Explosion nicht weit vom Unglücksort entfernt aufhielten, zählte auch Ortsvorsteherin Margarete Kuhrt. „Ich war im Bürgerhaus. Kurz nach 18 Uhr gab es einen lauten Knall, das ganze Haus schien zu vibrieren, die Scheiben klirrten“, beschreibt sie.

„Geärgert habe ich mich über die vielen Gaffer.“ Viele hätten ihre Autos in den engen Straßen abgestellt. „Keiner hat sich Gedanken darüber gemacht, dass er Rettungsfahrzeuge behindern könnte“, kritisiert Kuhrt.

Gefreut hat sich die Ortsvorsteherin über die vielen Menschen, die gestern bei ihr nachfragten, ob und wie sie helfen könnten, etwa den Angehörigen des Opfers.

von Hartmut Berge




 
 
 
 
 
 
 
 
 


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Am Montag haben die Mornshäuser bis in die späten Abendstunden hinein gehofft, dass der 73-jährige Bewohner des eingestürzten Fachwerkhauses nicht von den Trümmern begraben wurde. Vergebens: Gegen 22.30 Uhr wird er tot geborgen.

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