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Lixfeld mahnt Abschaltung an

Windpark Hilsberg Lixfeld mahnt Abschaltung an

Trotz Vogelflug im Korridor blieben Windkraftanlagen in Betrieb. Wie es im Kampf gegen die noch nicht errichteten Windräder auf dem Hilsberg weitergeht, hat der Vogelschutzverein Holzhausen noch nicht entschieden.

Holzhausen. Am Freitagabend berichtete der Vorsitzende des Vogelschutzvereins Holzhausen über ein turbulentes Jahr 2013. Erst ging Otto Lixeld auf den üblichen Jahresablauf ein, doch dann kamen schon die Besonderheiten, bei denen zweimal das Biotop Hohl im Zentrum der Aufmerksamkeit stand: 19 Mitglieder befreiten am 28. September die zugewucherte Wasserfläche von der Krebsschere. Dieser Aktion stimmte die „Untere Naturschutzbehörde“ zu, weil die Krebsschere zwar eine geschützte Pflanze, aber gebietsfremd ist und heimische Arten verdrängt, erklärte Lixfeld. Im Oktober folgte durch einen Profi die Fällung mehrerer Bäume am Ufer des Biotops, um eine zu starke Verlaubung der Wasserfläche zu verhindern. An diesen Biotop plant der Vogelschutzverein, einen Beobachtungsstand einzurichten.

Ein Ende August veranstalteter Sponsorenlauf stand mit den Aktivitäten des Vereins gegen die Windräder des Windparks Hilsberg im Zusammenhang. Gegen den Bau der Windenergieanlagen kann der Vogelschutzverein Holzhausen/Hünstein klagen, seitdem er am 8. April vom Umweltministerium als Umweltverband nach dem Umweltrechtsbehelfegesetz anerkannt ist.

Sind Auflagen nur Text in Genehmigungsverfahren?

Der Verein verhinderte bei den Verwaltungsgerichten einige Male eine vorzeitige Rodung (die OP berichtete). Wie es am Hilsberg weitergeht, wird der Verein in den nächsten Wochen entscheiden, verkündete Lixfeld. Kritisch merkte er an, dass während des Kranich-Zugs, als allein am 19. Oktober zwischen 15 und 17 Uhr rund 20000 Exemplare den Hilsberg überflogen, im Flugkorridor keine einzige Windenergieanlage abgeschaltet war - weder in Bottenhorn, Oberdieten, Hesselbach, Eisemrod noch in Hohensolms. Dies, obwohl die Auflagen zum Abschalten der Anlagen da sind, erklärte Lixfeld und sagte: „Entweder sind die Überwachungsbehörden überfordert, oder die Auflagen sind nur Text im Genehmigungsverfahren.“

Freudiges hatte Lixfeld hinsichtlich der Mitgliederzahlen zu berichten: Im vergangenen Jahr hat sich diese mehr als verdoppelt, sodass der Vogelschutzverein jetzt weit mehr als 250 Mitglieder zählt.

Ehrenmitglieder sind nun Erich Kuhl, Heinz Hermann Bösser und Manfred Niederhöfer. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Thomas Ande und Stefan Wolf geehrt. Für besondere Verdienste als ehemaliger Vorsitzender und Kassierer erfuhr Rolf Kuhl eine Ehrung.

Vogelbeobachtungen

Im Jahr 2013 gemeldet und zentral erfasst sind:

Der Überflug von 25000 Kranichen im Zugkorridor über den Hilsberg. Den gleichen Zugkorridor überflogen auf dem Herbstzug 153 Rotmilane.

Im Umfeld von Holzhausen wurden 19 Sichtungen von Schwarzstörchen gemeldet, davon am 14. August sogar zwei Jungstörche.

Folgende seltene Vogelarten wurden gesichtet: Im März ein Schwarzmilan, 24 Kibitze und 50 Graugänse; im Mai eine Rohrammer; im Juni ein Baumfalke; im August eine Wiesenweihe und im November 30 Graugänse.

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