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Lehrerwohnhaus ist verkauft

Höchstgebot Lehrerwohnhaus ist verkauft

Gegen das Höchstgebot von 125.100 Euro wurde das Lehrerwohnhaus 
in Lohra verkauft. Fünf Bieter wollten es kaufen. Schulleiter Hemberger hofft auf einen Systemwandel.

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Das ehemalige Lehrerwohnhaus der Grundschule Lohra wurde verkauft. Zuletzt diente es auch als Schulbücherei.

Quelle: Archiv

Lohra. Einstimmig bei einer Enthaltung votierten die Gemeindevertreter dafür, das Lehrerwohnhaus in Lohra an den Höchstbietenden zu veräußern. Insgesamt hatten sich fünf Bieter für das Objekt interessiert, das zweithöchste Gebot lag bei 118.500 Euro. Dieser Bieter kommt zum Zug, wenn der Höchstbietende entgegen der Erwartungen doch noch vom Kauf Abstand nimmt.

Grundschulleiter Markus Hemberger nutzte die Gelegenheit vor der Abstimmung und blickte in die Vergangenheit und in die Zukunft. Vor fünf Jahren, als der Verkauf des Lehrerwohnhauses erstmals zur Debatte stand, sprach sich der Schulleiter dagegen aus.

Bis August 2014 wurde das Haus für den Schulalltag gebraucht. In ihm befand sich die Gemeindebücherei, die täglich in der ersten Pause von Schülern genutzt wurde, ein Raum für die Leseambulanz für Kinder mit Förderbedarf und ein Raum für die Spachheilstunden der Schule.

Hemberger wirbt für Familienfreundlichkeit

Zusätzlich wurden die Räume für Kinder mit besonderen Lernschwierigkeiten genutzt. Mit der sinkenden Zahl der Schüler – 2010 lag die Schülerzahl bei 230, aktuell bei knapp unter 200 –, veränderten sich auch die Bedürfnisse der Schule. Viele Klassenräume blieben ungenutzt, sodass die Leseambulanz und die Sprachheilklasse aus dem Lehrerwohnhaus aus- und in ungenutzte Klassenräume einzogen.

Auch für die Bücherei soll sich ein neuer Raum an der Schule finden, der entsprechend eingerichtet werden soll. Aus diesen Gründen hat Hemberger nun seine Meinung geändert und freut sich darüber, dass ins Lehrerwohnhaus wieder neues Leben einzieht. „Ich wünsche mir neue Nachbarn mit einem großen Herz für Kinder“, sagte er.

Mit Blick auf den demografischen Wandel rief er dazu auf, dass die Gemeindevertreter dazu beitragen sollen, dass Lohra noch familienfreundlicher wird, „damit unsere Schule nicht schrumpft, sondern wächst“. Auch vertritt Hemberger die Auffassung, dass darüber nachgedacht werden sollte, die Schulbezirksgrenzen für die Grundschulen zu ändern, damit Schulen wie die in Lohra weiterhin viele Schüler haben, um ihr pädagogisches Konzept auch in Zukunft umsetzen zu können. Er hofft, dass das Ruder noch rumgerissen wird, „hier muss der Kreis aktiv werden“, forderte er.

von Silke Pfeifer-Sternke

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