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Landkreis vergibt Oscar fürs Lebenswerk

Denkmalschutzpreis Landkreis vergibt Oscar fürs Lebenswerk

Für den vorbildlichen Erhalt der historischen Wassermühle in Damm erhielt die Familie Förster gestern den Denkmalschutzpreis 2014 des Landkreises Marburg-­Biedenkopf.

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Lydia Förster nahm die Glückwünsche der Gemeinde Lohra entgegen, die ihr Hans Kraft vom Gemeindevorstand in Form eines Blumenstraußes überbrachte. Zuvor hatte sie vom ­Ersten Beigeordneten Marian Zachow als sichtbares Zeichen der Verleihung des Denkmalschutzpreises des Kreises die Plakette erhalten.

Quelle: Gianfranco Fain

Damm. Eher ideeller Natur ist der vom Landkreis verliehene Denkmalschutzpreis: Es gibt kein Geld oder eine sonstige Förderung, nur eine Urkunde und eine Plakette, die am gewürdigten Gebäude angebracht werden kann. Folglich bezeichnete der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow diesen Preis als einen Oscar fürs Lebenswerk. Einen solchen nahm gestern Nachmittag Lydia Förster entgegen, als eine Delegation aus dem Kreishaus die Mühle in Damm besichtigte.

Der im 14. Jahrhundert gegründete Mühlenbau sei ein Magnet, der den Ort bereichere, lobte Zachow. Es sei eines der Modelle, die zeigen, „was man aus Denkmälern machen kann“, so der Erste Kreisbeigeordnete, der damit auf einen weiteren Aspekt der „ungewöhnlichen Preisverleihung“ hinwies: Sie soll „Lust auf Denkmalschutz“ machen.

Den hatte Lydia Förster und ihre Nachfahren, Sohn Klaus erläuterte beim Rundgang die Funktion der Mühle, sowieso. Als eine gebrochene Kurbelwelle das Mühlrad 1986 zum Stillstand brachte, wurde die Mühle ein Jahr später stillgelegt. Für Lydia Förster war jedoch klar, dass die historisch wertvolle Technik und auch das Gebäude der Familientradition zuliebe erhalten bleiben sollen.

Knapp zehn Jahre später drehte sich das Mühlrad wieder, treibt seitdem allerdings kein Mahlwerk mehr an, sondern einen Generator, der aus Wasserkraft Strom produziert. Bis zu 600 Liter Wasser pro Sekunde kann die Turbine verarbeiten, erzeugt somit bei entsprechendem Wasserstand bis zu 15 Kilowatt Strom im Wert von rund 3000 Euro im Jahr. Ein Betrag, von dem die ganze Technik kaum erhalten werden kann, erklärte Klaus Förster gestern. Außer der Technik des antreibenden Mühlrades ist im Gebäude noch das ehemalige Arbeitsgerät des Müllers im Originalzustand vorhanden: alte Walzmaschinen, die über lederne Transmissionsriemen angetrieben wurden, hölzerne Fallrohre und Förderbänder, Siebe und Sortieranlagen.

von Gianfranco Fain

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