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Landgrafen-Amtssitz ist heute Museum

Stadtführung Landgrafen-Amtssitz ist heute Museum

„Die Stadt Biedenkopf ist eine der schönsten Altstädte“, sagte Christoph Kaiser, der eine mittelalterliche Stadtführung durch Biedenkopf ausrichtete.

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Das „Schenkenbarsche Haus“ hat als einziges mittelalterliches Haus in Biedenkopf die Jahrhunderte und die Brände überdauert. Heute beherbergt es ein Museum.

Quelle: Carolin Acker

Biedenkopf. Die ehemalige Kreisstadt Biedenkopf ist berühmt für ihr Fachwerk, doch woran erkennt man ein Fachwerkhaus? Dieser Frage ging Christoph Kaiser während einer dreistündigen Führung nach und erklärte den Teilnehmern, wie man mittelalterliches Fachwerk „liest“. Vorher zählte er die wichtigsten Bestandteile auf und beschrieb „Pfosten“, „Riegel“, „Ständer“, „Oberbalken“ und „Rähmbalken“.

Ein Merkmal des Fachwerkhauses ist die Platzierung der Fenster direkt unter dem Dach, außerdem weist ein Fachwerkhaus immer einen systematischen Aufbau auf.

Der wichtigste Balken im Fachwerk ist der Ankerbalken, da er waagerecht ungeteilt durch das ganze Haus verlaufe und für eine Grundspannung sorge. Die Ankerbalken gaben die mögliche Höhe und Größe des Hauses mit ihrer Länge an. An diesen Balken, die üblicherweise an den Seiten eines Fachwerkhauses heraustreten, kann man den Bauplan des Hauses erkennen.

„An der Menge des Holzes im Fachwerkhaus und an der Dicke und Länge der Ankerbalken erkannte man früher Reichtum“, erklärte Kaiser.

Wie er weiter ausführte, hat Biedenkopf eine ideale Lage für eine schöne große mittelalterliche Stadt geboten und stand lange in Konkurrenz zu Marburg. Biedenkopf sei eine reiche Stadt gewesen und deshalb oft belagert worden. Da sie sich auf einem Berg befand, brauchte man aber keine großen Mauern zur Sicherung und Festigung der Stadt, sagte der Historiker.

Die Stadtführung endete am ältesten Haus der Stadt, dem „Schenkenbarschen Haus“. Es ist das einzige Haus in Biedenkopf, das die Jahrhunderte und die Brände überdauerte. Erbaut wurde es 1491 als Amtshaus und als Sitz des hessischen Landgrafen in Biedenkopf. Ein wichtiger Fund im Haus war das hessische Wappen des Landgrafen. Die drei oberen Stockwerke entstanden 1610.

Unter dem fünfstöckigen Haus liegt ein vier Meter hohes Gewölbe. Das „Schenkenbarsche Haus“ ist eines der wenigen Rauchhäuser in Hessen und zeigt den Aufbau eines mittelalterlichen Hauses mit dem typisch offenen Dachstuhl und den Küchenräumen direkt im Eingangsbereich. Das ehemalige Amtshaus ist seit 2010 ein Museum und beherbergt neben dem Haus mit seiner mittelalterlichen Bauweise an sich eine Ausstellung von antiken Ikonen.

von Carolin Acker

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