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Landfrauen bringen Dorfleben auf Trab

Vorsitzende geben Ämter ab Landfrauen bringen Dorfleben auf Trab

Die Günteroder Land­frauen suchen morgen ­eine neue Führung. 
Die beiden noch amtierenden Vorsitzenden ­kandidieren nicht erneut.

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Die beiden Noch-Vorsitzenden der Günteroder Landfrauen: Dorothea Schellhorn (links) und Gerlinde Wagner ziehen ein Resümee ihrer 24-jährigen Vorstandsarbeit.

Quelle: Helga Peter

Günterod. Die Vorsitzende Gerlinde Wagner und ihre Stellvertreterin Dorothea Schellhorn stellen nach 24-jähriger Vorstandstätigkeit ihre Ämter zur Verfügung. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Günteroder Landfrauen am morgigen Samstag soll nun ein Vorstandsteam gebildet werden.

In dem mehr als 50 Mitglieder zählenden Ortsverein kündigte sich ein Vorstandswechsel schon an. Bereits vor längerer Zeit hatte Gerlinde Wagner angekündigt, nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung zu stehen. Auch die stellvertretende Vorsitzende Dorothea Schellhorn will ebenfalls nicht mehr kandidieren.

Nach 24 Jahren an der Spitze des Landfrauenvereins sei jetzt der Zeitpunkt gekommen, um jüngeren Frauen 
eine Chance zu geben, sich in der Vorstandsarbeit zu engagieren. Diese Überzeugung teilen beide Landfrauen nach wie vor und hätten sich zu der Jahreshauptversammlung im vergangenen Monat einen Wechsel in diesem Sinne an der Vorstandsspitze gewünscht.

Eine Neuausrichtung konnte damals nicht gefunden werden. Der derzeitige Vorstand ist übereingekommen, durch die Neuwahlen am Samstag ein siebenköpfiges Vorstandsteam mit entsprechender Aufgabenverteilung zu bilden.

Gerlinde Wagner kann als ­eine „Vollblut-Vorsitzende“ bezeichnet werden. Den Landfrauen gehört sie bereits seit 1982 an. Das Amt der Vorsitzenden, das sie seit 1992 bekleidet, sei ihr damals von ihrer Vorgängerin Gertrud Baum angetragen worden. Nach einigem Überlegen hatte sie dann zugesagt.

700-Jahr-Feier war Auftakt zu vielen Veranstaltungen

Ihr Ziel sei es damals in erster Linie gewesen, den Verein zu beleben und im zweiten Schritt die Dorfgemeinschaft zu fördern und zu festigen. „Wir haben viel umgesetzt und ich habe das wahnsinnig gerne gemacht“, resümiert Wagner und erinnert sich an die „erste Aktion“ mit der Ausrichtung einer Handarbeitsausstellung 1993 im Dorfgemeinschaftshaus.

Schon im folgenden Jahr habe Günterod ganz im Zeichen der 700-Jahr-Feier gestanden. Zu diesem Anlass gründete sich die Singgruppe. Auch engagierten sich die Landfrauen zusammen mit ihren Ehemännern bei der Installation einer Gedenkplatte am Ortseingang von Endbach kommend als Hinweis auf dieses Jubiläum.

Mit einer Ausrichtung eines Weihnachtsmarktes in Günterod wurde 1995 eine ganz neue Idee geboren, mit der möglichst viele Günteroder Vereine begeistert werden sollten.

Die stellvertretende Vorsitzende Dorothea Schellhorn bringt es auf den Punkt: Die Landfrauen haben in den vergangenen über zwei Jahrzehnten 15 Weihnachts- und neun Ostermärkte ausgerichtet. Ferner wurde sechsmal zu einem Frauen-Frühstück eingeladen und vier Adventskonzerte zusammen mit Günteroder Chören veranstaltet.

In diesen Jahren traf man sich auch des Öfteren im Backhaus, um Brot und Hefe­kuchen zu backen. Schlachte­essen waren an der Tagesordnung, Senioren-Nachmittage wurden ausgerichtet und auch voluminöse Strohpuppen am Ortseingang aufgestellt.

Schellhorn bekleidet 
viele weitere Ehrenämter

Erlöse aus verschiedenen Veranstaltungen kamen unterschiedlichen Projekten zugute. Aus der Vielzahl der geförderten Projekte heraus gingen Spenden an die Kinderkrebsstation in Marburg, den örtlichen Kindergarten, den Spielplatz und an die Evangelische Kirchengemeinde. Es wurden Bänke für das Dorf gestiftet und auch das Dorfgemeinschaftshaus mit Einrichtungsgegenständen besonders im Küchenbereich aufgewertet.

Für Dorothea Schellhorn bedeuten das Engagement im Landfrauenverein und ihre nunmehr 40-jährige Mitgliedschaft einen Ausgleich zu ihrem harten Berufsleben. Sie erinnert sich gerne an das Saftpressen mit der damaligen Landfrauen-Bezirksgeschäftsführerin Hildegard Barrenbrügge-Pütthof vor Ort bei Lina Pfeiffer, Gründerin und Vorsitzende der Günteroder Landfrauen.

Diese Weiterbildungen hatten Charme, erinnert sich Dorothea Schellhorn, als Frauen mit dem Entsaften ihrer in den Hausgärten vorhandenen Beeren vertraut gemacht wurden und zum Abschluss ein gemütliches Kaffeetrinken stattfand. Dorothea Schellhorn bekleidet zudem das Amt der Ortslandwirtin, gehört dem Ortsbeirat an, ist Vorsitzende der Jagdgenossen und stellvertretende Vorsitzende der Forstbetriebsvereinigung Günterod.

von Helga Peter

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