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„Landefenster“ für Lerchen entstehen im Acker

Artenschutz „Landefenster“ für Lerchen entstehen im Acker

Um den Lerchen das Nisten im Getreide zu ermöglichen, legte Biobauer Dieter Hoffarth „Landebahnen“ in seinen Äckern an. Sie sollen helfen, den Rückgang der Populationen zu bremsen.

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Ein ausrangiertes Fensterelement an einem Feldrand bei Lohra weist darauf hin, dass dort „Lerchenfenster“ im Acker angelegt wurden. An diesem Beitrag zum Arten- und Vogelschutz waren beteiligt (von links) Ökobauer Dieter Hoffarth, Felix Hoffarth, Wolfgang

Quelle: Martina Becker

Lohra. Normalerweise nistet die Lerche von April bis August auf Äckern, deren Gewächse maximal 50 Zentimeter hoch sind und der Bewuchs zudem „eher dünn“ ist. Normalerweise brüten die Steppenvögel zwei- bis dreimal im Jahr, wodurch sie ihre Gesamtzahl halten können.

Diese Häufigkeit sei heute nur noch Wunschdenken, berichtete Günter Krantz, Vorsitzender des Vereins für Vogel- und Naturschutz Lohra. Er, Gustav Gessner sowie Wolfgang Heuser, ebenfalls Mitglieder des Vereins wissen darum, dass die Lerche ein vom Aussterben bedrohter heimischer Singvogel ist. Gerne unterstützten sie daher eine Aktion zum Erhalt des „Himmelsvogels“ in ihrer Region.

Weil mit der Intensivierung der Landwirtschaft in Deutschland die Getreidebestände immer dichter wurden, bedeutet dies für die Lerche, dass nur noch die erste Brut im Getreidefeld stattfinden kann. Ab Mai, wenn das Korn schon höher und dichter steht, muss der Vogel auf Weg- und Feldränder ausweichen.

„Dort ist die Lerche und vor allem ihre Brut viel stärker von natürlichen Feinden, wie Fuchs, Marder, Wiesel oder Greifvögeln bedroht“, erzählte Gessner. Die Folge ist, dass die Bestände zusehends abnehmen.

„Lerchenfenster“ sind ein probates Mittel um diese Entwicklung zu stoppen. Diese Fenster sind kleine, künstliche Freiflächen im Acker, die der Feldlerche als Anflugschneise dienen. Von dort aus können die Vögel problemlos zu ihren im Getreide versteckten Gelegen gelangen. In England, dem Ursprungsland dieser Idee verdreifachten sich dadurch die Bestände innerhalb von fünf Jahren.

Biolandwirt Dieter Hoffarth unterstützt diese Aktion. In seinen etwa 30 Hektar Wintergetreide legte er 30 „Lerchenfenster“, jedes in der Größe von etwa 20 Quadratmetern an. „Das war keine große Arbeit und der Erhalt der Artenvielfalt und des natürlichen Gleichgewichts ist mir sehr wichtig“, betonte der Ökobauer.

Die Förderung der Nutzvögel sei schließlich sinnvoller als Schädlingsbekämpfung, so Hoffarth, der damit eine Aktion seines Ökoverbandes Naturland, der Hofpfisterei sowie des Landesbundes für Vogelschutz unterstützt.

In Lohra standen die Mitglieder des Naturkundehauses Damm, unter anderem Wolfgang Heuser und Günter Krantz, beratend zur Seite und freuten sich über den gelungenen Beitrag zum Vogel- und Artenschutz in ihrer Großgemeinde Lohra.

von Martina Becker

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