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Land gibt Zelte an Hinterlandhalle auf

Notunterkunft für Flüchtlinge Land gibt Zelte an Hinterlandhalle auf

Während die Leichtbauhallen an der Hinterlandhalle demnächst 
verschwinden werden, könnte die aufbereitete Fläche als Parkplatz eine Nutzung finden.

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Von der Hinterlandhalle aus ist die Größe der Fläche zu sehen, die eventuell ein weiterer Parkplatz an der Hinterlandhalle werden könnte, wenn die Leichtbauhallen zur Flüchtlingsunterbringung abgebaut sind.

Quelle: Gianfranco Fain

Friedensdorf. „Die heute mitgeteilte Entscheidung der Landesregierung ist für mich angesichts der derzeitigen Entwicklungen nachvollziehbar“, sagt Landrätin Kirsten Fründt auf Anfrage der OP.

Am Mittwoch 
gaben das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und das Finanzministerium bekannt, welche Erstaufnahme­einrichtungen für Flüchtlinge beibehalten, welche in Reserve gehalten und welchen geschlossen werden. Zu den drei Provisorien im Landkreis, die nicht mehr benötigt werden, gehören auch die drei Leichtbauhallen an der Hinterlandhalle in der Gemeinde Dautphetal.

Wie es dort weitergeht, steht aber noch nicht genau fest. Wann das Land den Abbau der Hallen anordnen und vollziehen lasse, sei nicht bekannt. Doch danach könnten „alle Flächen wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden“, erläutert Landrätin Kirsten Fründt.

Vom Acker über Hallenplatz zur Parkfläche?

Für das Areal an der Hinterlandhalle in Friedensdorf, das ebenso wie die Hinterlandhalle dem Landkreis gehört, könnte es aber eine andere als die zuvor ausgeübte landwirtschaftliche Nutzung geben. Die Überlegungen der Kreisverwaltung würden einen langgehegten Wunsch der Dautphetaler Verwaltung Wirklichkeit werden lassen: zusätzlicher Parkraum an der Hinterlandhalle. Dies werde zur Verbesserung der Infrastruktur „zurzeit überprüft“, erklärt die Landrätin.

Mit der Entscheidung des Landes endet auch der vom Landkreis Marburg-Biedenkopf eingeschlagene eigene Weg in der Erst-Unterbringung von Menschen, die aus Bürgerkriegsländern nach Deutschland strömten. Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms waren es im September 2015 noch rund 160.000 Menschen, die die Grenze überschritten, im Oktober kamen 20.000 mehr und sollten im November rund 206.000 werden. Das zuständige Ministerium warnte die Verwaltungsspitze des Landkreises Mitte Oktober: Es sei mit der Zuteilung von weiteren 1000 Flüchtlingen zu rechnen, offen sei nur noch wann.

Landrätin Kirsten Fründt warb für das Konzept des Kreises. „Wir möchten eine solche Anzahl an Menschen nicht in einer einzigen großen Einrichtung unterbringen“, sagte die Sozialdemokratin damals. Aber auch die Nutzung von Sporthallen und Bürgerhäusern sollte vermieden werden.

Deshalb entschied man sich für die Errichtung von winterfesten Leichtbauhallen für jeweils rund 300 Menschen und suchte dafür geeignete Flächen. Eine davon war erst der Parkplatz dann doch 
eine kreiseigene landwirtschaftlich genutzte Fläche an der Hinterlandhalle in der Friedensdorfer Gemarkung.

Leerstand seit 
Mitte Dezember

Ende November wurde die rund 3000 Quadratmeter große Fläche gerodet, planiert, geschottert und Kies aufgeschüttet. Anfang Dezember sind der Untergrund vorbereitet und die Versorgungsleitungen verlegt. Die Leichtbauhallen werden in der ersten Dezemberwoche aufgestellt, damit die ersten Flüchtlinge dieser sogenannten Erstaufnahmeeinrichtung vor Weihnachten einziehen können.

Währenddessen organisieren die Dautphetaler ihre Hilfe für die Menschen auf der Flucht. Helfer bilden Arbeitskreise, schmieden Pläne und eröffnen eine Kleiderkammer im katholischen Gemeindehaus St. Hildegard in der Friedensdorfer Straße.

Am 17. Dezember öffnet der Landkreis die Türen der drei Leichtbauhallen an der Hinterlandhalle. Hunderte Menschen schauen sich an diesem Donnerstag an, wie die Unterbringung darin aussehen soll. Doch dann nimmt die Zahl der 
registrierten Asylsuchenden in Deutschland erstmals im Jahr 2015 ab.

Im Dezember kommen 127.320 Flüchtlinge in die Bundesrepublik und seitdem immer weniger, weil die Abschottung der Grenzen wieder aufgenommen wird. Die drei Leichtbauhallen stehen seitdem leer, werden bei Bedarf geheizt und von einem Sicherheitsdienst überwacht.

Mitte Januar erklärt Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden, dass in den Unterkünften des Landes ausreichend und auch genügend Platz in den Erstaufnahmeeinrichtungen sei. Später erklärt das Land, alle Kosten der provisorischen Erstaufnahmeeinrichtung übernehmen zu wollen.

von Gianfranco Fain

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