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Kunstflug ist besser als Achterbahnfahren

Bottenhorn Kunstflug ist besser als Achterbahnfahren

Viele Zuschauer hatten am Donnerstag einen steifen Nacken, einigen Besuchern rutschte das Herz in die Hose.

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Bottenhorn. Zum Halsausrenken ist das Wetter auf der Bottenhorner Höhe. Nur die Drachenflieger hindert der kräftige Wind am Abheben, ansonsten herrscht optimales Flug- und Zuschauwetter. Folglich strahlt nicht nur die Sonne, sondern auch Eckhard Schäfer vom Organisationsteam der Luftsportgemeinschaft (LSG) Bottenhorn. Schäfer freut sich über die rund 1.500 Besucher, die bis aus dem Kreis Gießen zum Flugplatz kommen, um dem Hubschrauber, Segel- oder Motorflugzeugen beim Starten und Landen oder bei den Kunstflugdarbietungen zuzusehen.

Aber es gibt auch Besucher, die die Gelegenheit zu einem Rundflug nutzen – und ganz mutige, wie Yvonne Debus aus Haddamshausen, die einen Kunstflug vor sich hat. Sie sitzt, den Fallschirm schon auf den Rücken geschnallt, im Cockpit der Pitts S2B, während ihr Pilot Jan Schröjahr die Technik der einmotorigen Doppeldeckermaschine erklärt. Kurz darauf legt auch Schröjahr seinen Fallschirm an, klettert auf den Platz hinter Debus und steuert die Pitts aufs Rollfeld.

Wenig später donnert der Doppeldecker, eine Rauchspur hinter sich herziehend, in geringer Höhe über das Flugfeld an den Zuschauern vorbei, wird dann steil nach oben gezogen und entschwindet am Himmel zu seinen waghalsigen Manövern über Bottenhorn.

Rund 20 Minuten vergehen, ehe Yvonne Debus wieder mit den Füßen auf dem Boden steht, was gar nicht so einfach ist, denn sie hat immer noch „wacklige Knie“. Genug Standfestigkeit für einen innigen Kuss in den Armen von David Reinl aus Dautphe ist aber vorhanden. Der hat, so erzählt sie Moderator Manfred Burk am Mikrofon, ihr den Flug zum Geburtstag geschenkt.

Um sicher zu gehen, dass das Geschenk kein Reinfall wird, habe er sie gefragt, ob sie Achterbahnfahren verträgt. „Ich fand‘s nicht mal so schlimm wie Achterbahnfahren, es war echt spitze“, antwortet sie.

Achterbahn fahren auch die Nacken der vielen Zuschauer. Oben gibt es eine Kunstflugvorführung von Andre Brinkhaus in seiner Skybolt – kurz darauf Kopf nach unten, denn dort landet oder startet eine andere Maschine. Den Höhepunkt des Tages bildet der Synchron-Kunstflug von Thorsten Weiss in einer Skybolt und Jan Schröjahr in seiner Pitts. Beide Maschinen hätten 260-PS-Motoren, nur sei die Pitts um einiges leichter, erklärt Burk den Zuschauern. Diese starren minutenlang nach oben; und als Burk während des Überkopfflugs erzählt, dass die Piloten nun mit dem dreifachen Körpergewicht in den Gurten hängen, entfährt den jugendlichen Beobachtern ein einfaches „Geil“.

So sind die Flugtage, meint auch Eckhard Schäfer. Am Sonntag erwartet die Besucher ab 11 Uhr dasselbe Programm, erklärt er, und hofft, dass bei weniger Wind dann auch die Drachen- und Trikeflieger ihre Künste vorführen können. Zudem habe sich für den zweiten der Flugtage auch eine Yak 55 angekündigt.

von Gianfranco Fain

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