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Kunst entsteht in Tönen und Bildern

Musical „Der Postraub“ Kunst entsteht in Tönen und Bildern

Am Wochenende studierte Tim Zimmermann mit den Darstellen des Musicals „Der Postraub“ die Choreographie für zwei große Szenen ein.

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Choreograph Tim Zimmermann formt die Szene einer Kutschfahrt für das Musical „Der Postraub, das vom 21. August bis 5. September in Biedenkopf aufgeführt wird.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Biedenkopf. Im Rathaussaal, in dem ansonsten vielfach politische Meinungen aufeinanderprallen, ist von Freitag bis Sonntag nur Platz für Kreativität, Ausdruck, Ausstrahlung und Gesang. Der gebürtige Amerikaner Tim Zimmermann sitzt vor Kopf auf einem Stuhl und beobachtet die Szene mit einer Kutsche. Wenn er aufsteht, geht er voll in den Bewegungen auf. Seinen Körper setzt er ein, wie ein Orchesterdirigent den Taktstock. Alle achten auf seine Signale.

„Okay, very good“, sagt Zimmermann, macht eine kurze Pause, setzt sich wieder auf den Stuhl und sagt: „Noch einmal.“ Aber: „Die T‘s sind noch viel zu lang. Das muss besser werden.“ Die Darsteller setzen sich zum Chorgesang wieder in Bewegung.

„Besser, besser, besser!“, lobt Zimmermann während der Wiederholung. In diesem Moment betritt Komponist Paul Graham Brown den Saal. Der Chor scheint noch energiegeladener zu singen. Dann kommt das bereits Bekannte: „Noch einmal!“ von Tim Zimmermann. Doch bevor die Sänger und die Darsteller loslegen, sagt Brown: „Von draußen klingt es echt super.“

Choreograph erhielt internationalen Preis

Er habe allerdings noch ein paar Textunbeständigkeiten rausgehört. Das sei aber nicht so schlimm. „Das kommt noch“, versichert er. Der Chor höre sich mittlerweile schon „teilweise ein bisschen gut an“. Die Aussage erheitert sowohl den Chor als auch die Darsteller. „Das letzte Mal“, kündigt Zimmermann dann das nochmalige Üben der Szene an.

Regisseurin Birgit Simmler ist voll in ihrem Element und gibt den Darstellern ebenfalls Anweisungen, wie sie sorgenvoll in die Gasse schauen und mit Körperspannung noch mehr Ausdruck erreichen. Die Szenen nimmt Simmler mit ihrem Smartphone auf. Dazu setzte sie sich auch auf den Boden, um eine ungewöhnliche Perspektive einzunehmen. Am Klavier sitzt Silvia Salzbauer, die mit einem Lächeln auf den Lippen den Song wieder und wieder spielt.

Tim Zimmermann war bereits bei dem Musical „Eingefädelt“ der Choreograph und 2013 trainierte er mit den „Anatevka“-Darstellerin in Hallenberg – auch eine Zusammenarbeit mit Birgit Simmler und Paul Graham Brown. Und er ist in der Branche kein Unbekannter. 2010 erhielt er in Dänemark für seine Arbeit den „Musical-Choreography-Award 2010“.

von Silke Pfeifer-Sternke

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