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Kultband lässt Leichtigkeit vermissen

Konzert Kultband lässt Leichtigkeit vermissen

Dass sich raue, intensive Bluesklänge und altehrwürdiges Schloss nicht widersprechen müssen, wissen die Biedenkopfer spätestens seit dem letztjährigen fulminanten Auftritt der "Dusty Brooms".

Biedenkopf. . In diesem Jahr holten sich die drei Bluesmusiker Peter Hohenecker (Gesang, Mundharmonika), Alexander Ott (Gitarre) und Marcel Müller (Bass) erneut Marco Ambrosini (Violine, Trompetengeige) als Verstärkung zu ihrem Gig am vergangenen Freitag hinzu.

Mit im Gepäck hatten die „Dusty Brooms“ ihre erste CD „ballroom blues“, auf der sie neben bekannten Bluesklassikern auch eigene Kompositionen vorstellen: Beste Voraussetzungen eigentlich für einen rundum stimmigen und mitreißenden Abend. Dennoch wollte der Funke zwischen Band und Publikum im Vergleich zum Vorjahr nicht so recht überspringen.

Peter Hohenecker war sichtlich bemüht, die Zuhörer während der fliegenden Instrumentenwechsel durch Zwiesprachen und Anekdoten zu unterhalten, lief dabei jedoch manches Mal Gefahr, sich als Unterhaltungskünstler zu verlieren. Schade eigentlich, denn seine rauchige Bluesstimme kam dabei fast ein wenig zu kurz.

Musikalisch konnten die „Dusty Brooms“ sowohl mit altbekannten als auch neuen Liedern aufwarten und bewiesen einmal mehr, dass sie zurecht schon über einen gewissen Kultstatus verfügen. Mit Witz und Charme widmeten sie sich dem Blues und gaben dabei auch Eigenkompositionen zum Besten.

Marco Ambrosini, als „Stargast“ angekündigt - was ihm sichtlich unangenehm war - fügte sich wie im vergangenen Jahr kongenial in die Bluesformation ein und ragte durch seine Virtuosität und seine Musikalität positiv hervor.

Mit einer abwechslungsreichen Mischung aus ruhigen, beinahe getragenen Songs und intensiven Rhythmen im typischen Blues-Schema versuchten die „Dusty Brooms“, das Publikum für sich zu gewinnen und mitzureißen. Doch auch die Animationsversuche von Gitarrist Alexander Ott halfen wenig - die Zuhörer blieben zumindest während der Songs relativ zurückhaltend.

Die Leichtigkeit und Spielfreude, mit der die Bluescombo im Vorjahr die Konzertbesucher für sich einnahm, schien in diesem Jahr ein wenig zu fehlen. So konnte beinahe der Eindruck entstehen, die Musiker sehnten die Konzertpause eher herbei als das Publikum. Die erste CD war zumindest an diesem Konzertabend scheinbar mehr Bürde als Befreiung. Dennoch: Wer Blues liebt und nichts gegen eine gute Live-Show hat, kommt derzeit an den „Dusty Brooms“ nicht vorbei.

von Christina Müller

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