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Kul(t)our soll wiederholt werden

Kunstschaffende öffneten ihre Ateliers Kul(t)our soll wiederholt werden

Die Ateliers in Biedenkopf für Neugierige zu öffnen, kam nach anfänglicher Skepsis der Künstler so gut an, dass die Aktion Kul(t)our im nächsten Jahr wiederholt werden soll.

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In den Ateliers der Biedenkopfer Künstler gab es viel zu sehen: auch plakatives Glück.

Quelle: privat

Biedenkopf. Im Schnitt hatten die teilnehmenden zehn Biedenkopfer Künstler am zweiten Maiwochenende pro Tag rund 30 Kunstinteressierte in ihren Ateliers zu Gast. Die Künstler ließen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen oder präsentierten ihre Kunstwerke hautnah dem Publikum – meist in den eigenen vier Wänden oder im Garten.

Die Wahlberlinerin Ursula
Cyriax und „BidKultur“, eine Initiative engagierter Kunstschaffender, organisierten die Tour durch die heimischen Ateliers. Das Ziel war es, die Vielfalt und die Professionalität der regionalen Kulturszene in Biedenkopf zu stärken und einem breiten Publikum näher zu bringen – und zwar auf eine besondere Art.


Nur wenige „Malerfürsten“ mit richtigen Ateliers

Es sei zwar keine neue Erfindung, auch regional gebe es bereits ähnliche Veranstaltungen, doch es sei für die Biedenkopfer Künstler etwas völlig Neues gewesen, was anfänglich auf große Bedenken gestoßen sei. Es habe Überwindung gekostet, „Fremde“ ins Haus zu lassen, und mancher Künstler bezeichnet seine Wirkungsstätte nicht als Atelier, berichtet Cyriax.

Deswegen brauche sich aber keiner der heimischen Künstler minderwertig zu fühlen. Es gebe unter allen Künstlern nur ein paar „Malerfürsten“ mit richtigen Ateliers. Der Rest arbeitet im Keller, im Garten, in der Werkstatt oder am Küchentisch – auch in der Hauptstadt Berlin, in der Cyriax ihr Atelier hat.

Es habe sich gezeigt, dass die Bedenken der Teilnehmer unbegründet waren. Die Besucher hätten mit Lob nicht gegeizt. Auch bei den Besuchern habe die Aktion etwas bewirkt: Inspiration. „Jeder kann kreativ sein“, ist Cyriax überzeugt. Die Künstler waren ein Vorbild und sind über ihren eigenen Schatten gesprungen. Das gefiel nicht nur der Wahlberlinerin. Auch die Besucher seien sehr interessiert gewesen. Nächstes Jahr, so hofft Cyriax, werden andere Künstler den Schritt „mitgehen“.

Einkehr bei Kaffee und Kuchen

Die Veranstaltung soll dazu beitragen, dass Menschen ihre 
Angst verlieren, weil sie befürchten, Kunst nicht zu verstehen. „Kunst löst bei jedem etwas anderes aus – oder eben nicht“, erklärt die Künstlerin. Ihr Motto ist: „Kunst darf ruhig auch lustig sein“. Deshalb hatte sie für die jungen Besucher ein Taka-Tuka-Forschungslabor aufgebaut, und im Garten stand eine Elfen-Villa. Für einen Nachbau habe sie sogar einen Auftrag erhalten.

Auch andere Künstler hätten an dem Wochenende Kunst an den Mann oder an die Frau gebracht. Das primäres Ziel sei das aber nicht gewesen. Vielmehr lud das schöne Wetter zum Spazierengehen oder Radfahren ein. Auf der Tour bot sich das Einkehren bei den Künstlern an, denn dort gab es Kaffee und 
 Kuchen oder Gebäck.

Auch die Stadt Biedenkopf unterstützte das Kunstwochenende mit einem kostenfreien Bustransfer und Shuttle-Service. Nach den jetzigen Planungen soll die Kul(t)our 2017 wieder an einem Maiwochenende stattfinden. „Es ist ein schönes Projekt für die Kunst im Hinterland“, ist sich Cyriax sicher.

von Silke Pfeifer-Sternke

 
Kunstschaffende aus der Region öffneten ihre Ateliers - und erhielten von den Besuchern viel Lob. Privatfoto
 
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