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Kürzer, aber schon in den Startlöchern

Windenergie Kürzer, aber schon in den Startlöchern

Die Prüfungsbehörde wartet nur auf die Erklärung des Einvernehmens durch die Gemeinde Bad Endbach. Eine Einschränkung musste der Investor aber schon akzeptieren: Das Windrad wird kleiner als beabsichtigt.

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Am Tag des Flugfestes in Bottenhorn überflog Pilot Jörg Debus im Jahr 2011 die zwei Windräder am Scheid, nahe des Bad Endbacher Ortsteils. In der Nähe soll bald ein drittes errichtet werden, dessen ungefähren Standort die rot schraffierte Fläche im Kartenausschnitt zeigt.Foto: Michael Hoffsteter

Quelle: Michael Hoffsteter

Bad Endbach. „Am Rande der Wirtschaftlichkeit“, so beschreibt Dirk Meuser die Situation hinsichtlich des Windrades, das die Firma „MeusAir-Energy“ bei Bottenhorn aufstellen will. Diese entstand, weil das Unternehmen einem Wunsch der Gemeinde Bad Endbach entgegenkam und im Jahr 2011 vom ursprünglichen beabsichtigten Standort, der innerhalb der 1000-Meter-Grenze zur Wohnbebauung lag, abrückte.

„Rund 420 Meter vom rechten äußeren der beiden Windräder bei Botternhorn“, beschreibt Meuser den neuen beabsichtigten Standort, doch „auf dem letzten Feld vor der Gemarkungsgrenze“ fingen die Probleme für „MeusAir“ an. Die beim Regierungspräsidium Kassel beheimatete Flugaufsicht äußerte Bedenken, zu der geplanten Windkraftanlage, die bei einer Nabenhöhe von fast 85 Metern eine Gesamthöhe einschließlich Rotorblättern von gut 126 Metern erreichen sollte. Zu hoch für die Zone, die den Randbereich der Einflugschneise des Flugplatzes Bottenhorn tangiert.

Deshalb darf das zu errichtende Windrad eine maximale Höhe von 100 Metern erreichen, wird also kaum höher als die schon stehenden sein. Die schon bestellte Anlage vom Typ Enercon E53 hält mit einer Gesamthöhe von 99,7 Metern diese Vorgabe ein, bringt aber mit einem Rotordurchmesser von 53 Metern eine Nennleistung von 0,8 Megawatt statt der 2,3 Megawatt des zuerst geplanten Typs. Dies bedeute „deutliche Einnahmeverluste“ für das Unternehmen, erklärt Meuser, was aber vorher nicht abzusehen war. Nun warten die Meuser-Brüder auf die Genehmigung, denn die Anlage soll spätestens im ersten Quartal 2014 stehen.

Zum Stand des beim RP-Gießen laufenden BImSch-Genehmigungs-Verfahrens erklärt Ina Velte, dass das Verfahren nach der Höhen-Antragsänderung im Juni kurz vor dem Abschluss stehe. „Alle Unterlagen sind schon da“, sagt die stellvertretende Pressesprecherin, schränkt allerdings ein, dass noch die Erklärung des Einvernehmens der Gemeinde Bad Endbach fehle.

Das sei formell schon erteilt, sagt Thomas Reuter auf Nachfrage der OP. Der Gemeindevorstand sei sich darüber einig, so der Bauamtsleiter, und das Schreiben an den RP gehe demnächst raus. Stichtag für den Eingang beim RP ist der 13. September.

nWeitere Informationen zum Thema Windenergie gibt die Gemeinde Bad Endbach bei einer Bürgerversammlung am Montag, 2. September, ab 19 Uhr im großen Saal des Kur- und Bürgerhauses. Neben den Windprojekten auf dem Hilsberg und „Lahn-Dill-Bergland-Mitte“ geht es auch um die Erweiterung der Lahn-Dill-Bergland-Therme, den Kindergartenneubau am Bornweg und die Dorferneuerung.

Der neue Erste Beigeordnete der Gemeinde, Arndt Räuber, wird den Bericht des erkrankten Bürgermeisters verlesen. Alle Bürger der Großgemeinde sind zu der Veranstaltung eingeladen.

von Gianfranco Fain

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