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Krimiautor gibt seine Identität preis

Lesung in Buchenau Krimiautor gibt seine Identität preis

Nach Buchenau sollen aus dem Hinterland auch noch Biedenkopf und Gladenbach literarisch verewigt werden.

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Am Ende seiner Lesung signierte Jean Münster auch die Bücher der Buchenauer, denen er mit seinem Krimi ein literarisches Denkmal gesetzt hat.

Quelle: Sascha Valentin

Buchenau. Mit seinem Krimi „Kain und Babel“ setzte Jean Münster Buchenau ein literarisches Denkmal und ließ die Bürger des Ortes wochenlang über seine Person rätseln. Anlässlich der 777-Jahrfeier des Dorfes lüftete der Autor nun seine Identität und kehrte an den Ort zurück, in dem die Geschichte seines Kriminalromans spielt.

Er stammt allerdings nicht aus Buchenau – das machte der im Rhein-Main-Gebiet lebende Jean Münster in Buchenau erneut deutlich. Aber er ist im Landkreis Marburg-Biedenkopf aufgewachsen, wo verwandtschaftliche Beziehungen zu Buchenau bestanden. „Bis zu meinem 14. Lebensjahr habe ich die Ferien immer hier verbracht“, betonte er und erklärte damit auch die Detailtreue, mit denen er die Landschaft und die Straßen in dem Dorf beschreibt.
„Genau wie im Buch haben wir als Jugendliche den Ellenbach gestaut, haben im Steinbruch gespielt und auf der Wiese neben dem Jungfernbrunnen“, erinnerte sich Münster. In seiner Geschichte beschreibt er das Schützenhaus ebenso wie die Schmuggelbuche und die Ebenheiten.

Umliegende Orte alle beim Namen genannt

„Als ich das Buch gelesen habe, dachte ich sofort, das kann nur jemand geschrieben haben, der von hier kommt“, fasste Heike Feußner-Gönner ihren Eindruck des Krimis zusammen. Warum Münster aber ausgerechnet Buchenau nicht beim Namen nennt, sondern daraus im Buch Eichenau gemacht hat, wollte denn auch Gerhard Schmidt wissen. Schließlich seien die umliegenden Orte alle namentlich erwähnt.

Tatsächlich sei das auch mit Buchenau anfangs so gewesen, berichtete Münster. Erst als die Lektoren des Verlags die Geschichte lasen, sei aus Buchenau Eichenau geworden – der rechtlichen Sicherheit wegen. So sollte verhindert werden, dass sich möglicherweise Buchenauer in dem Roman wiederzuerkennen glauben und gegen die Geschichte klagen.

Ohnehin änderte der Verlag vieles seines ursprünglichen Manuskripts, berichtete der Autor weiter. So wurde auch sein Wunsch abgelehnt, auf dem Umschlag den Hinweis „Ein Hinterlandkrimi“ zu drucken. Deswegen habe es auch so lange gedauert, bis das Buch erschienen sei. Denn mit dem Schreiben begann Münster bereits Ende 2009. „Damals hatte ich einen tollen Krimi gelesen und beschlossen, das auch selbst einmal auszuprobieren“, erzählte er. Zunächst habe er sein Manuskript handschriftlich verfasst und es danach in den Computer eingegeben, um es auch einem Verlag verkaufen zu können. Dadurch und einige Überarbeitungen ist der
Roman dann erst im Januar 2013 erschienen.

Fortsetzung ist bereits fertig

Seitdem hatte Münster genügend Gelegenheit, an einer Fortsetzung zu arbeiten, die jetzt fertig ist, wie er in Buchenau berichtete. „Ich suche nur noch nach einem neuen Verlag, weil der alte keine Bücher mehr verlegt“, erklärte er. Dieser zweite Band spielt allerdings weniger in Buchenau, sondern „eher um Biedenkopf herum“, sagte Münster.

Aber auch damit ist sein kreatives Potenzial noch nicht erschöpft. Münster arbeitet schon an einem dritten und vierten Hinterlandkrimi. Der dritte wird wieder in Buchenau spielen und der vierte in der Gladenbacher Gegend, teilte der Autor mit. Somit dürfen sich auch die beiden Städte im Hinterland darauf freuen, in Zukunft Schauplatz eines literarischen Verbrechens zu werden. Zumindest müssen dann weder die Biedenkopfer, noch die Gladenbacher über die Identität des Autors rätseln. Das haben ihnen die Buchenauer schon abgenommen.

von Sascha Valentin

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