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Kreis lässt an sechs Schulen lüften

PCB-Problem Kreis lässt an sechs Schulen lüften

Die bisherigen Messungen auf eine PCB-Belastung ergaben leicht erhöhte Werte in Gebäuden der Grundschulen Buchenau, Gönnern, Lixfeld und Wolzhausen, der Stadtschule in Biedenkopf und der Burgbergschule in Friedensdorf.

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Auch in Gebäudeteilen der Grundschule Buchenau wurden leicht erhöhte PCB-Werte festgestellt, die nach Aussage des Landratsamtes aber weit unter den Grenzwerten liegen.

Quelle: Tobias Hirsch

Gladenbach. Man sei noch mittendrin im Verfahren und werde erst im Frühjahr Aufschluss darüber haben, ob die bisher ermittelten Werte nach den ergriffenen Vorgehensweisen Bestand haben oder ob sich das PCB-Problem sozusagen in Luft aufgelöst hat. Dennoch könne schon heute festgehalten werden, dass die Belastungen mit PCB in Klassenzimmern, Sekretariaten oder Turnhallen der 65 Schulstandorte des Kreises im „gelben Bereich“ liegen, erklärt Dr. Markus Morr.

Die Messergebnisse weisen eine Spannbreite von 300 bis 800 Nanogramm pro Kubikmeter (ng/m³) auf und lägen damit „deutlich unter dem Grenzwert“ von 3000 ng/m³, ergänzt der Pressesprecher. 3000 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Luft sind der vom Land Hessen festgelegte Schwellenwert für sofortiges Handeln.

Nachmessungen erfolgen, Lahntalschule fehlt noch

Bis auf die Gebäude der Lahntalschule in Biedenkopf sind alle schulischen Liegenschaften im Hinterland untersucht. Dabei ergaben die Messungen an den Grundschulen in Buchenau, Gönnern, Lixfeld und Wolzhausen, der Stadtschule Biedenkopf und der Burgbergschule Friedensdorf Ergebnisse in der genannten Spannbreite. Als Reaktion wies die Fachabteilung des Landratsamtes an, in den betroffenen Gebäuden die Reinigungsintensität zu verdoppeln, und gab auch Lüftungsanweisungen heraus. „In den meisten Fällen reicht das aus“, sagt Morr.

In diesem Frühjahr sollen weitere Messungen erfolgen, um Vergleichswerte zu erhalten. Dies kann aber nur bei konstanten Plustemperaturen geschehen, da die Ergebnisse durch die ausgekühlten Bauteile sonst verfälscht werden könnten.
Zugleich suchen Umweltingenieure und die Mitarbeiter beauftragter Firmen weiter nach den Quellen der Verunreinigungen, um diese zu entfernen. So sei es laut dem Kreis-Pressesprecher zum Beispiel in den Beruflichen Schulen Kirchhains schon infolge einer generellen energetischen Sanierung geschehen.

Weitere Schulstandorte im Kreisgebiet, an denen ebenfalls geringfügig erhöhte Werte festgestellt wurden, sind die Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain und die Gesamtschulen in Neustadt sowie in Niederwalgern, wo es die Turnhallen trifft, und auch „temporär genutzte Räume“ der Gesamtschule Niederweimar, erklärt Morr.

Geplant: Blutuntersuchung auf freiwilliger Basis

Die PCB-Belastungen wurden ein Thema, nachdem an der Mittelpunktschule „Perftal“ in Breidenbach bei Probemessungen vor der geplanten energetischen Sanierung erhöhte PCB-Werte festgestellt wurden. Bekannt wurde dies Ende 2013.

Wie der damalige Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern Mitte Januar 2014 erläuterte, seien in sieben Klassenräumen eine Belastung von unter 300, bei 14 Räumen von 300 bis 3000 und bei drei Räumen von mehr als 3000 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Luft nachgewiesen worden.

Die Auswertung von Blutuntersuchungen von 260 Schülern, Lehrern und Mitarbeitern, die Anfang März 2014 auf freiwilliger Basis erfolgten, durch Experten des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin des Universitätsklinikums Aachen ergaben, dass eine akute Gesundheitsgefährdung durch PCB auszuschließen sei. Zwar wiesen 30 der 260 Blutproben leicht erhöhte PCB-Werte auf, aufgrund derer langfristige gesundheitliche Folgen aber kaum zu erwarten seien, erklärt Ende November 2014 der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Marian Zachow.

Bereits Mitte Januar 2014 wurde vom Kreis gemeldet, dass die Lüftungs- und Reinigungsvorgaben sowie die Entfernung der PCB-Quellen an der Perftalschule in Breidenbach die Werte in „tolerierbare Bereiche“ gesenkt hätten.

von Gianfranco Fain

 
Hintergrund: PCB

Polychlorierte Biphenyle (PCB) gehören chemisch zur Gruppe der chlorierten aromatischen Kohlenwasserstoffe. PCB wurden ab Mitte der 1950er-Jahre in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt, zum Beispiel als Kühl- und Isolierflüssigkeit in Transformatoren und Kondensatoren oder als Hydrauliköl.

Als Weichmacher wurde PCB in Kunststoffen und als Flammschutzmittel, zum Beispiel in Fugendichtmassen, Farben und Beschichtungen, Klebstoffen, Deckenplatten oder Kabelummantelungen, verwendet. Seit 1983 wird PCB in Deutschland nicht mehr hergestellt.

PCB zählen zu den zwölf als „dreckiges Dutzend“ bekannten organischen Giftstoffen, welche durch die Stockholmer Konvention vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden. Die ab 1928 entwickelten Chlorverbindungen gelten nicht nur als giftig sondern stehen auch in Verdacht, krebserregend zu sein.

 

Quelle: Wikipedia

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