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Kreis finanziert auch die haarigen Lehrmittel

Bildung Kreis finanziert auch die haarigen Lehrmittel

Von der Vogelspinne bis hin zum Therapiepferd: Heimische Schulen glänzen mit ungewöhnlicher Ausstattung. Das Land bezahlt die Lehrer und die Bücher. Für alles weitere ist der Landkreis verantwortlich. In ihrer Serie „Der Kreis macht Schule“ dokumentiert die OP am Beispiel der Gladenbacher Europaschule, wie der Kreis diese Aufgabe erfüllt.

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Ein kleines bisschen Angstschweiß gehört freilich dazu: Bei einem Besuch im Vivarium der Europaschule Gladenbach überwand sich Torsten Schrodt, Fachbereichsleiter Schule und Gebäudemanagement beim Landkreis, und nahm die Chile-Vogelspinne auf die Hand. Im Hintergrund: Rainer Flohrschütz, Fachbereich Schule und Gebäudemanagement.

Quelle: Carina Becker

Gladenbach. Lehrer Uwe Bunde greift vorsichtig in eines der Terrarien an der Europaschule Gladenbach. Als er seine Hand wieder herauszieht, sitzt regungslos eine Chile-Vogelspinne darauf. Sie gehört zu den mehr als 50 verschiedenen Tierarten, die die Europaschule in ihrem Vivarium hält. Darin leben Exoten aus aller Herren Länder: Insekten, Fische, Reptilien und kleine Säugetiere wie etwa mongolische Wüstenrennmäuse. Vor fünf Jahren begann die Europaschule mit dem Aufbau des Vivariums, das seither mit seinen zahlreichen Terrarien, Aquarien und sogar einem seltenen Meerwasserbecken zu einer Anlage von beachtlichem Umfang geworden ist.

„So etwas kann man nicht einfach im Lehrmittelbedarf bestellen“, erklärt Bunde und verweist auf die Gemeinschaftsarbeit, die Schüler und Lehrer in den vergangenen Jahren in den Aufbau des Vivariums steckten. „Die ganze Filtertechnik, die Aquarien und Tischgestelle, das alles haben wir selbst gebaut.“ In Deutschland gibt es 20 Schulen, die über eine solche Anlage verfügen. In den Aufbau flossen bislang mehrere zehntausend Euro. Der Landkreis als Schulträger finanzierte den Aufbau des Vivariums – so wie er auch für viele andere recht spezielle Lehrmittel an den heimischen Schulen aufkommt, wenn sie zur Schulform und zum Schulkonzept passen.

An der Europaschule in Gladenbach bildet das ökologische Lernen einen Schwerpunkt, und dank lebenden Anschauungsobjekten im Vivarium wird beispielsweise die Evolutionslehre greifbar. Die Grundschule Biedenkopf verfügt als Musikschule über eine umfangreiche Instrumentenausstattung, während es an der Grundschule Wohra, die sich dem Thema „Zirkus“ verschrieben hat, eine Anlage zum Balancieren auf einem Drahtseil gibt. An der Astrid-Lindgren-Schule in Stadtallendorf, eine Schule für praktisch Bildbare, stehen den Schülern ein großes Luftkissen, ein Bällchenbad und ein Außentrampolin zur Verfügung. Und die Landgräfin-Elisabeth-Förderschule in Stadtallendorf hält ein Pferd.

„Derartige Ausstattungsdetails sind keine Spaßartikel“, betont Landrat Robert Fischbach (CDU). „Der Landkreis finanziert die Ausstattungsvarianten, die die Kinder für eine optimale Förderung benötigen.“ Vor allem an Schulen für Kinder mit einem Handicap sei eine spezielle Ausstattung erforderlich, etwa um das Körperempfinden der Schüler zu verbessern. „Die Ausstattung unserer Schulen kann man zweifellos als sehr gut bezeichnen“, sagt Landrat Robert Fischbach. Schulleiter Prötzel bestätigt dies: „Wir ringen immer ums Geld, und wir haben auch immer Wünsche nach einer besseren Ausstattung, aber innerhalb der gegebenen Grenzen bewegen wir uns sehr vernünftig miteinander.“

von Carina Becker

Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe der OP.

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