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Neuauflage des Mofarennens

Krach, Staub, Spaß

Die Motoren dröhnen, 
der Staub wirbelt, 
der Schweiß rinnt: Die Neuauflage des Rüchenbacher Mofarennens 
war ein Erfolg.
Die Fahrer zeigten mit ihren aufgemotzten Mofas spektakuläre Sprünge. Foto: Nadine Weigel

Die Fahrer zeigten mit ihren aufgemotzten Mofas spektakuläre Sprünge.

© Nadine Weigel

Rüchenbach. Jonas Barth bekommt nicht genug. Der 19-Jährige vom Team MHR Mittelhessen Racing rast Runde um Runde. Und das schon seit mehr als einer Stunde. Die anderen Teams wechselten schon längst ihre Fahrer, schließlich geht der 800 Meter lange Rundkurs auf dem Acker bei Rüchenbach ordentlich in die Knochen.

„Naja, wir haben versucht, ein paar Kniffe einzubauen“, sagt Dennis Stöfhas vom austragenden Verein „Kleinkaliber Motorsport Hinterland“ schmunzelnd: Eine Buckelpiste, 360 Grad-Steilwand-Kurve und einen acht Meter langen Sprunghügel zum Beispiel. Über den jagt Jonas Barth gerade zum zehnten Mal. Mehrere Meter fliegt er mit der aufgemotzten Zündapp durch die Luft, um unten sofort wieder Gas zu geben.

Den ganzen Vorabend haben die Vereinsmitglieder noch an der Strecke herumgewerkelt – vor allem den Boden gewässert. Richtig geholfen hat es nicht. Schon nach wenigen Runden ist die Piste in Staub und Dreck gehüllt. Eine braune Schicht legt sich auf die Besucher hinter der Absperrung. Zwischen den Zähnen knirscht es.

Manche Fahrer sehen – man muss es ganz einfach so sagen – aus wie Sau. Von oben bis unten in Schmutz gehüllt. Auch Jonas Barth, der nun endlich auch 
 einen Boxenstopp einlegt. Er brettert zum Zelt, springt von der Maschine und übergibt sie seinem Teamkollegen, der sofort aufspringt und wieder auf die Piste donnert. Schließlich könnte jede 
Sekunde den Sieg kosten: Denn das Team mit den meisten Runden gewinnt.

Jonas nimmt den Helm ab. Sein Gesicht ist braun, nur die Augenpartie ist weiß. Die Schutzbrille hat sie sauber gehalten. „Eine super Piste ist das geworden“, befindet der Frohnhäuser, der am Ende des Tages

die schnellste Runde hingelegt haben wird. Er ist so begeistert vom Rüchenbacher Mofarennen, dass er überlegt, in den Verein einzutreten. „Ich hoffe nämlich, dass das Rennen wieder regelmäßig stattfindet.“

Sechs Jahre Pause hatte sich „Kleinkaliber Motorsport Hinterland“ gegönnt. „Irgendwann war eben die Luft raus“, 
erinnert sich Dennis Stöfhas und freut sich, dass so viele Helfer jetzt wieder mit „Vollgas“ dabei sind.

Aus ganz Deutschland – von Kiel bis zum Schwarzwald – kamen die Mofacross-Fans. Alle haben viel Zeit und Geld in ihre Mofas investiert. Für den Laien haben die meisten Maschinen kaum noch Ähnlichkeit mit einem Mofa. „Dem Tuning sind mittlerweile keine Grenzen mehr gesetzt“, weiß Michael Metzger von den Sachspiraten aus Bracht, Urgestein der heimischen Mofacross-Szene.

Doch nicht nur extrem aufgemotzte Maschinen, die bis zu 60 km/h schnell werden, sind in Rüchenbach am Start. Auch echte Hingucker. Den vielleicht schönsten fährt das Frauenteam aus Staufenberg, das von ihren Kindern lautstark angefeuert wird.

Sie haben ihr geliebtes Mofa in knalligem Pink lackiert und tuckern eher gemütlich hinterher. „Der eine Hügel ist gefährlich für unser Mofa, wir haben Angst, dass es kaputt geht“, ruft Kathrin Prikryl lachend. „Außerdem muss man ja nicht unbedingt schnell fahren. Es macht auch so super viel Spaß.“

von Nadine Weigel


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