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Kostenstreit wird im Keim erstickt

Haupt- und Finanzausschuss Kostenstreit wird im Keim erstickt

Rund 85.000 Euro an Mehrkosten soll die 
Gemeindevertretung 
bewilligen. Der Hauptausschuss der Gemeinde­vertretung empfiehlt 
einstimmig die Freigabe des Betrags.

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Das neue Feuerwehrgerätehaus in Lohra ist fertig. Der Bau wird voraussichtlich 85.000 Euro mehr kosten als die geplanten 1,9 Millionen.

Quelle: Gianfranco Fain

Lohra. Am Dienstag der vorigen Woche erfolgte die Endabnahme 
des neuen Feuerwehrgerätehauses in Lohra, am Donnerstagabend stellte der parteilose Bürgermeister, Georg Gaul, den Mitgliedern des Haupt- und 
Finanzausschusses die voraussichtlichen Zahlen für den Bau vor. Die tatsächlichen Baukosten ohne Planungsleistungen werden nun auf 1.978.000 Euro geschätzt – eine Endabrechnung gibt es noch nicht –, die Gemeindevertretung hatte beim Beschluss des Baus die Kosten auf 1,9 Millionen Euro begrenzt.

Das Parlament soll nun einer überplanmäßigen Auszahlung von 85.000 Euro zustimmen und darüber gab es im Hauptausschuss einigen Redebedarf. Vor allem aus den Reihen der BfB-Fraktion kam Kritik an der Kostensteigerung, die „eine Menge Holz sei“. Harald Rink wies drauf hin, das mehrmals auf Nachfrage durch Kathrin Neuser bestätigt wurde, dass es bei den 1,9 Millionen Euro bleibe. Nun sei die Kostenentwicklung unerfreulich, und Rink wollte vom Bürgermeister wissen, ob „jetzt 
Ende der Fahnenstange ist?“

Keine Verschiebung der Fertigstellung

Gaul erklärte, dass diese Zahlen sich nach den derzeitigen Angeboten richten. Die Angebotszahlen gelten für die Herstellung der Außenanlagen und den Kauf der Inneneinrichtung. Sozialdemokrat Armin Habermann monierte noch Rinks Forderung bei Kostenüberschreitungen künftig Regress zu fordern als „nicht gut“, weil es ein Misstrauen gegenüber den Verwaltungsmitarbeitern gleichkomme. Rink schränkte daraufhin ein, Externe gemeint zu haben.

Letztlich folgten die Ausschussmitglieder bis auf Rink, der sich enthielt, einstimmig der Argumentation von Christdemokrat Werner Waßmuth. Er sprach sich gegen eine Verschiebung der Fertigstellung aus. Jeder, der baue, wisse, dass es zu Kostensteigerungen komme. Die Außenanlagen sollten jetzt fertiggestellt werden, schließlich sollten die Feuerwehrleute nicht die Leidtragenden der Entwicklung sein. Man sei doch froh, die Ehrenamtlichen zu haben. Außerdem sei das Verhältnis der Kostenüberschreitung mit 4,1 Prozent „super im Rahmen“.

Auch Parlamentschef Hans-Wilhelm Kisch (BfB) äußerte 
 sich: „Ich freue mich, dass die Mehrkosten 5 Prozent nicht übersteigen.“ Vor der Diskussion und der Abstimmung erläuterte Bauamtsmitarbeiter Henning Plitt, wie sich die Kosten entwickelten und welche Lösungmöglichkeiten gefunden wurden: Im Juli 2015 beschloss die Gemeindevertretung, das Gebäude für die Summe von 1,66 Millionen Euro erstellen zu lassen.

Hinzukommen sollten noch die Kosten für die Außenanlagen und die Ausstattung des Gebäudes, die allerdings über einen Nachtragshaushalt zu decken sind. Die Gesamtkosten wurden vom Parlament auf 1,9 Millionen Euro begrenzt. Somit liegt das Bauvorhaben um 78.000 Euro über der Vorgabe.

Gebrauchtes Mobiliar

Diese Erhöhung wurde aber auch nur durch Abstriche an den Außenanlagen erreicht. Zwar gewann ein heimisches Unternehmen die Ausschreibung, dessen günstigstes der fünf Angebote hätte die Kostengrenze mit rund 205.000 Euro aber gesprengt. Es wurde auf verschiedene Arbeiten verzichtet, sodass nach der Umplanung die Außenanlagen nur noch 153.000 Euro kosten werden.

So wird der Parkplatz, den die ehrenamtlichen Feuerwehrleute im Einsatzfall für ihre Privat-Fahrzeuge nutzen, nun geteilt und zum Teil neben das Gebäude verlegt. Dadurch wird die Zuwegung verkürzt und es entfällt die Verrohrung eines Gewässers, was die geplanten Kosten erheblich mindert. Hinzu kommen allerdings noch 60.000 Euro für die Innenausstattung des Gebäudes, bei der es sich in Absprache mit den Feuerwehrleuten um gebrauchtes, aber neuwertiges Mobiliar handelt.

Die Sitzung der Gemeindevertretung Lohra findet am Donnerstag, 9. Juni, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Kirchvers statt. Auf der Tagesordnung 
stehen auch die Änderung des Bebauungsplans „Auf dem Stettenloh“ in Rolls­hausen und die Neukalkulation der Abwassergebühr für 2016.

von Gianfranco Fain

 
Ausschuss

Unter der Leitung des Vorsitzenden der Gemeindevertretung Hans-Wilhelm Kisch (BfB) wählte der neunköpfige Haupt- und Finanzausschuss zu Beginn seiner konstituierenden Sitzung einen Vorsitzenden sowie einen Stellvertreter.

Zum Vorsitzenden 
wurde einstimmig Heinz Werner Weimer (CDU) bestimmt, ebenso einstimmig gewählt wurde sein Stellvertreter Knut Schäfer (BfB). Zu Schriftführern wurden die Verwaltungsmitarbeiter Lars Plitt und 
Petra Weber bestimmt.

 
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