Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Konzert trifft "den Nerv der Zeit"

Konzert Konzert trifft "den Nerv der Zeit"

Das Konzert, das am Samstag unter dem Motto "Music is our first love" in Gladenbach stattfand, war restlos ausverkauft. 500 Besucher kamen zu dem außergewöhnlichen Ereignis.

Voriger Artikel
Es brodelt im Gewerbepark
Nächster Artikel
In Lohra finden Schicksale Beachtung

Das Quartett „Erek-sión“ mit Hansi Rink (von links), Holger Flurschütz, Jens Förster und Dirk Hanelt bot a-Cappella-Gesang und jede Menge Lieder, die unter die Gürtellinie gehen.Fotos: Hartmut Berge

Quelle: Hartmut Berge

Gladenbach.. Ein Abend, sechs unterschiedliche musikalische Acts und sechs verschiedene Stilrichtungen: Die Künstler, die am Samstagabend im Haus des Gastes in Gladenbach bei der musikalischen Veranstaltung „Music is our first love“ auftreten, entführen das Publikum nicht nur in unterschiedliche Länder, sondern auch in längst vergangene Jahrzehnte. Als „Zeitreise durch die Musikgeschichte“ bezeichnet Moderator Lutz Riemenschneider das Konzert, bevor er die ersten Musiker, den Tenor Paolo Marinello und den Pianisten Helmuth Werner, auf die Bühne bittet.

Für den aus Gladenbach stammenden Marinello ist der Auftritt ein Heimspiel. Nach Konzerten in Österreich, der Schweiz oder Südamerika steht er nun auf der Bühne in Gladenbach und verliert keine großen Worte, sondern beginnt zu singen. Spätestens beim zweiten Lied „La Donna é mobile“ aus der Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi hat der Tenor das Publikum für sich vereinnahmt, was dem zunehmenden Applaus zu entnehmen ist.

Weiter führt die Reise in die 1950er Jahre, als kulturelle Einflüsse aus Amerika die Musiklandschaft in Deutschland veränderten. Zu den berühmtesten und einflussreichsten Popstars dieser Zeit zählt der im Jahr 1935 in Tupelo, Mississippi geborene Elvis Aaron Presley. Ein Sänger und Schauspieler, dessen einzigartiger Stil noch immer viele Bewunderer und Nachahmer hervorruft. Einer ist Uwe Tittl aus Gladenbach. Im Gegensatz zu anderen Elvis-Imitatoren, die versuchen, ihrem Idol durch bunte Kostümierung und die typische Gelfrisur zumindest äußerlich nahe zu kommen, setzt Tittl allein auf seine Stimme, die der von Elvis Presley überraschend ähnlich ist. Mit seinen 30 Jahren „Berufserfahrung“ als Elvis-Imitator schafft es Tittl, das Publikum vom ersten Moment an in seinen Bann zu ziehen.

Nach einem repräsentativen Querschnitt durch das Song-Repertoire von Elvis werden die Zuschauer zu Zeugen einer musikalischen Vereinigung zweier Musikstile: Gemeinsam mit Marinello performt Tittl einen Mix aus den beiden Liedern „‘O so le mio“ von Eduardo Di Capua und „Now or Never“ von Elvis Presley. Anschließend zeigt der in zurückhaltendem Schwarz gekleidete Imitator beim rhythmischen „Suspicious Minds“, dass er nicht nur die Stimme, sondern auch den Hüftschwung von Elvis beherrscht.

Mit dem Frauenchor „TonArt“ geht die Reise weiter. Zunächst in das Amerika des frühen 20. Jahrhunderts, als Wallace Willis den Gospel Song „Swing low sweet chariot“ komponierte, dann in das New York der 1980er Jahre, als Bobby McFerrin den bekannten Song „Don’t worry, be happy“ im September 1988 veröffentlichte, und schließlich nach Südamerika, das Land in dem das Lied „Ukuthula“ entstand. Rockigere Töne schlagen die Musiker der Coverband „GoGoes“ an, die das Publikum insbesondere bei ihrem zweiten Auftritt mit den Songs „Knockin‘ on Heaven’s Door“ von Bob Dylan und „Hey Jude“ von den Beatles zum Mitsingen animieren.

Um ihre Zuhörer - zumindest geistig - auf eine musikalische Reise unter „die Gürtellinie“ mitzunehmen, verwenden die Sänger des a-Capella-Quartetts „ Erek-sión“ ein Lied von Johnny Cash. Die Melodie von „Ring of Fire“ dient als Rahmen für das gesungene, intime Geständnis: „Ich habe einen Ring um meine Eier.“ Begeisterte Zurufe und Lacher im Publikum widerlegen das zuvor - mit einem Augenzwinkern geäußerte - Versprechen der Gruppe, man werde den Hass der Männer und die Ignoranz der Frauen auf sich ziehen.

Auf die Lieder von „unnerum“ folgt der Auftritt des Duos „bonne heur“. Rosie Ziegenbein und Wieland Goebel beenden die musikalische Reise des Abends unter anderem mit den Musical-Hits „That’s all I ask of you“ aus dem „Phantom der Oper“ und „Don’t cry for me Argentina“ aus „Evita“. Dass es die Musik - trotz ihrer unterschiedlichen Facetten - vermag, Menschen zu vereinen, beweisen die Künstler am Ende der Veranstaltung, als sie beim großen Finale gemeinsam den Song „We are the World“ aufführen.

Den Erfolg der Veranstaltung erklärt Gladenbachs Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim (CDU) so: „Wir haben offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen.“

von Salomé Weber

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr