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Konzepte für Bürgerhäuser sind gefragt

Dautphetals Ortsbeiräte Konzepte für Bürgerhäuser sind gefragt

Wie geht es weiter mit den Gemeinschaftshäusern in Dautphetal? 
Diese Frage bestimmte 
die gemeinsame Sitzung 
aller Ortsbeiräte der ­Gemeinde.

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Für das Bürgerhaus in Herzhausen liegt bereits ein neues Nutzungskonzept vor.

Quelle: Christian Röder

Dautphetal. Abschließende Antworten zur Zukunft der Bürgerhäuser gab es von den Vertretern der Verwaltung noch keine. Einige Andeutungen gab es am Dienstagabend aber schon: „Es wird keine Sanierung leerstehender Räume mehr geben“, sagte zum Beispiel Fachbereichsleiter Hermann Henkel.

Dies ist für die Gemeinde durch die Arbeit der Steuerungsgruppe des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzepts (Ikek) klargeworden. In der Steuerungsgruppe sitzen Vertreter der Gemeinde und der Fraktionen, die Ortsvorsteher und die Vertreter der vier so genannten Handlungsfeld-Arbeitsgruppen.

Deren AG „Dorfgemeinschaft und Treffpunkte“ beschäftigt sich mit den Gemeinschaftshäusern, deren Auslastung und der Nutzung sowie dem Zustand. Ergebnis: Eine energetische Komplettsanierung wie die der Bürgerhäuser Dautphe, Buchenau und Friedensdorf kann nicht auf alle Ortsteile ausgeweitet werden kann. In diese Erkenntnis spielen auch die Erfahrungen mit dem Bürgerhaus Holzhausen hinein, das zwar ­eine energetische Sanierung, aber auch eine Umnutzung erfährt.

Vereine engagieren sich

Alleine für dieses Haushaltsjahr stehen 300.000 Euro im Etat der Gemeinde. „Das Bürgerhaus Holzhausen ist momentan so etwas wie die Marburger Stadthalle“, sagte Henkel, bewusst überspitzt. Er spielte auf die hohen Kosten an und sprach weiterhin von einem „Fass ­ohne Boden“. „Altbestand zu sanieren ist immer unvorhersehbar“, ergänzte Bürgermeister Bernd Schmidt (FW). Der nutzte diese jährliche gemeinsame Sitzung zunächst, um den Ortsbeiratsmitgliedern die Zahlen des Haushaltsplanes näher zu bringen.

Doch dann leitete Henkel zum Thema Dorfgemeinschaftshäuser über, indem er die Bäderstruktur Dautphetals als Positivbeispiel hervorhob. Sechs private Träger- und Fördervereine kümmern sich um die Unterhaltung der Frei- und Hallenbäder der Hinterlandkommune. Jährlich erhalten sie dafür von der Gemeinde Zuschüsse, die den Weiterbetrieb der ehemals öffentlichen Bäder gewährleisten sollen. „Und es ist ein Erfolgsmodell“, sagte Henkel. „Die Bäder sind heute in einem besseren Zustand als früher.“

Solche alternativen Trägerschaftsmodelle seien auch bei den Bürgerhäusern der Gemeinde denkbar, hatte der Bürgermeister bereits im Oktober erklärt. „Wir müssen überlegen, ob man nicht manche Bürgerhäuser aus der gemeindlichen Trägerschaft beispielsweise an einen Förderverein übergibt“, erklärte Schmidt damals. So werde es auch in manch anderer Hinterlandkommune gehandhabt.

Motto: Häuser wieder mit Leben füllen

Klar sei laut Henkel, dass vielerorts „strukturelle Veränderungen“ anstehen. Denn elf der zwölf Dautphetaler Bürgerhäuser sind mehr als 40 Jahre alt und die Nutzung gehe bei nahezu allen massiv zurück.

Jetzt müsse man schauen, was man aus den Sanierungserfahrungen gelernt habe, so Henkel – und was das für die anderen acht Gemeinschaftshäuser bedeute. „Jedes Bürgerhaus ist da anders. Gemeinsam haben alle, dass jetzt die Dorfgemeinschaft gefragt ist, sich mit den Ikek-Gruppen Gedanken zu machen.“

Auf der Ikek-Prioritätenliste ganz weit vorne stehen die Bürgerhäuser von Hommerts- und Herzhausen. In Hommertshausen sei eine „bauliche Reduzierung“ und ein „geringfügiger Rückbau“ geplant, kündigte Wolfgang Schöbener, Vorsitzender der Handlungsfeld-AG „Dorfgemeinschaft und Treffpunkte“, bereits im Vorjahr an.

Für Herzhausen gebe es ein neues Nutzungskonzept, nachdem der Plan, in dem Gebäude einen Dorfladen zu errichten, scheiterte, sagte Henkel. Das sei jetzt auch die zentrale Aufgabe für die Dorfgemeinschaften: „Nutzungskonzepte entwickeln und die Bürgerhäuser so wieder mit Leben füllen“, sagte der Fachbereichsleiter.

von Christian Röder

 
 
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