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Konzept soll langfristig Existenz sichern

Geburtshilfe-Station Konzept soll langfristig Existenz sichern

Am Dienstagabend verhandelten die vier Belegärzte und die Leitung des Biedenkopfer DRK-Krankenhauses über den Inhalt der Kooperationsvereinbarung zum Erhalt der Geburtshilfe-Station.

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Für die Geburtshilfestation des Biedenkopfer DRK-Krankenhauses wird nach einer langfristigen Lösung gesucht. Mitte 2013 soll ein Konzept vorliegen.

Quelle: Archivfoto

Biedenkopf. Dem Willen zur Fortführung der Geburtshilfe-Station folgten gestern Taten von zwei der drei Kooperationspartner - DRK, Belegärzte und Universitätsklinikum Gießen-Marburg -, die den Erhalt der Geburtshilfe-Station gewährleisten wollen. Seit Tagen laufen die Verhandlungen zwischen den Belegärzten und dem DRK-Krankenhaus über die Punkte der Kooperationsvereinbarung.

„Die Vereinbarung muss Hand und Fuß haben, damit es keine Streitpunkte gibt“, sagte Willy Welsch, Geschäftsführer des DRK-Krankenhauses und er betonte, dass bei Unstimmigkeiten, noch genügend Zeit bleibt, um sich anzunähern.

Denn, die Entscheidung zur Kooperation hat das Universitätsklinikum (UKGM) Gießen-Marburg zwar schon signalisiert, es fehlt aber noch eine Formalie: Der Vorstand der Rhön-Klinikum-AG muss dem Vorhaben noch zustimmen. Ein Votum fällt am 12. Dezember. Bis dahin muss auch erst der Kooperationsvertrag zwischen dem DRK-Krankenhaus und den Belegärzten unterschrieben sein.

Dass es sowohl zum Kooperationsvertrag zwischen Krankenhaus und Ärzten als auch zu der bereits vom UKGM zugesagten Zusammenarbeit kommen wird, ist Welsch überzeugt. Dann wäre der Erhalt der Geburtshilfestation zunächst bis zum 31. März 2014 gesichert. Welsch will aber eine weitreichendere Planungssicherheit. Bis Mitte 2013 will er ein Konzept vorlegen, das den Fortbestand der Station für die kommenden vier bis fünf Jahre sichert. Das Konzept soll „lebbare Verhältnisse garantieren“, sagt Welsch. Für ihn hat zunächst Priorität, dass die 14 Kündigungen der Hebammen noch vor dem Weihnachtsfest zurückgenommen werden können. Noch sind die Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht in Gießen nur verschoben.

Die Kündigungen wurden ausgesprochen, weil die Haftpflichtversicherungsprämien für die Belegärzte von 65000 Euro auf 250000 Euro angehoben worden sind. Nach der öffentlichen Diskussion und einem Fernsehbeitrag über das drohende Aus der Biedenkopfer Geburtshilfestation in „Plusminus“ sei eine bundesweite Diskussion in Gang gesetzt worden. Nun hofft Welsch darauf, dass die Versicherer die Prämien wieder senken.

Auch die Überbelastung der Ärzte bei den Bereitschaftsdiensten stellt das DRK-Krankenhaus vor Probleme. Zwei Gynäkologen, die zusätzlich benötigt werden, könnten zum Beispiel vom UKGM kommen. Die Ärzte aus Marburg könnten somit in Biedenkopf Dienste übernehmen, sagt Welsch.

Ein weiterer Baustein zur Sicherung der Geburtshilfestation ist die Gründung eines Fördervereins. Vor Weihnachten soll eine Gründungsversammlung stattfinden, das DRK hat bereits seine Unterstützung zugesagt. Viele Bürger, die sich an der Unterschriftenaktion beteiligt haben - mehr als 8000 Unterschriften wurden gesammelt - , wollen Mitglied werden. Sollte dennoch eine Finanzierungslücke zum Erhalt der Geburtshilfestation vorhanden sein, müsse sie geschlossen werden und „zwar dauerhaft“, sagt Welsch.

von Silke Pfeifer-Sternke

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