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„Kontrolle mit Knolle“ für Dauerparker

OP- Wahlforum „Kontrolle mit Knolle“ für Dauerparker

Rund 180 Gladenbacher Wähler nutzten die Chance und informierten sich am Donnerstagabend live über die drei Bürgermeister-Kandidaten der Hinterlandstadt.

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Aufmerksam verfolgten die Gäste des OP-Wahlforums im Gladenbacher Haus des Gastes die Aussagen der Bürgermeiste-Kandidaten.

Quelle: Tobias Hirsch

Gladenbach. Neben Chefredakteur Christoph Linne und Lokalredakteur Hartmut Berge saßen die unabhängigen Bewerber Lydia Werner und Peter Krämer sowie die CDU-Kandidatin Christiane Becker auf dem Podium. Im Haus des Gastes präsentierten sie sich Donnerstagabend den rund 180 Gladenbachern, die am Wahlsonntag, 25. Mai, einem der Aspiranten ihre Stimme geben wollen.

Diese skizzierten zum Aufwärmen ihre Vorstellungen für den Fall, dass sie die Wahl gewinnen und Stadtoberhaupt werden. Lydia Werner will auf Bürgernähe setzen, die sie zum Beispiel durch wöchentliche Sprechstunden erreichen will, aber auch dadurch, die Bürger in Entscheidungen einzubeziehen. Außerdem strebt die 37-Jährige die Anpassung der Kindertagesstätten an die Bedürfnisse von Arbeitnehmern und Wirtschaft an.

Kandidaten arbeiten an ärztlicher Versorgung

Zudem soll die Vermarktung der städtischen Immobilien verstärkt werden, ebenso der Ausbau erneuerbarer Energien und die Ausweitung der wirtschaftlichen Tätigkeit der Kur- und Freizeitgesellschaft, die, wie die Zuhörer an diesem Abend erfuhren, nun SEB zu nennen ist. SEB steht für Stadtmarketing, Energie und Bäder.

Peter Kremer sprach sein Projekt Gladenbach 2030 an, eine Ideenschmiede die skizzieren soll, wie Gladenbach einmal aussehen könnte. Für diese stellt sich Kremer Arbeitsgruppen vor, die auch mit externen Köpfen besetzt werden. Besonders wichtig ist für den 52-Jährigen eine bessere hausärztliche Versorgung in der Stadt, für die er seinen Einsatz fortführen will. Die medizinische Versorgung war auch ein Stichwort Beckers, die an einem „Notdienst Hinterland e.V.“ arbeitet, um die entstandene Vakanz in Stadt und Hinterland aufzuheben.

 

Die 44-Jährige betonte, trotz Schutzschirmauflagen Bürgermeisterin werden zu wollen. Zwar seien riesengroße Investitionen nicht möglich, aber das Machbare, müsse man versuchen und dabei die Finanzen im Auge behalten. Dabei sollen, halbjährliches Berichtswesen, die Wiederankurbelung des Tourismus‘ sowie eine aktive Wirtschaftsförderung helfen. Dann kam die Zeit der Fragen, und dem Publikum scheint die Parkplatzsituation in Stadt und Stadtteilen unter den Nägeln zu brennen. Horst Brunner aus Weidenhausen monierte, die Verkehrsordnung komme zum Erliegen, weil die Bürgersteige zugeparkt würden. Dabei hat der VdK-Vorsitzende ein besonderes Augenmerk auf Behinderte, die kaum noch vorankämen. Er wollte wissen, was die Kandidaten dagegen unternehmen würden.

Dauerparkern droht ein Verwarnungsgeld

Die waren sich in ihren Vorstellungen einig, wiederholten das, was sie auch gegen die Dauerparker rund um den Marktplatz zu tun gedenken, „Kontrolle mit Knolle“, wie Kremer es nannte: Nach einer Zeit der verstärkten Überprüfung mit freundlichen Vorwarnungen, sollen „Knöllchen“ verteilt werden.

Dafür gab es Applaus vom Publikum. Während Werner noch einschränkte, dass geklärt werden müsse, ob die Dauerparker nicht auch Kunden seien und meinte, dass Aufwand und Ertrag abgewogen werden müssten, ergänzte Kremer, dass zugleich im Sinne der Kunden die Parkzeit von 2 auf 3 Stunden auszuweiten sei, und Becker schlug noch vor, Modelle für eine fußläufige Stadt zu überdenken.

Investor wäre "ein Geschenk"

Dann stellte OP-Chefredakteur Christoph Linne eine hypothetische Frage zur im Bau befindlichen Innenstadtinsel: „Wenn jetzt ein Investor käme, um dort ein Wohn- und Geschäftshaus zu bauen, was dann?“

„Das wäre ein Geschenk“ antwortete Christiane Becker, weil man sich seit mehr als 15 Jahren um einen Investor bemühe. Sie wäre die Letzte, die einem Investor absagen würde, vorausgesetzt, es koste der Stadt nicht zusätzlich viel Geld und es bringe den Geschäftsleuten sowie den Gladenbachern etwas. Auch Kremer würde einen Investor nicht abweisen. Ein solcher hatte bisher keine Chance, erklärte er, aber nun gehöre das Gelände der Stadt. Zu klären wäre allerdings, ob Zuschüsse zurückzuzahlen seien. Und für Werner stünde das wirtschaftliche Wohl der Stadt im Vordergrund - „wenn die Einzelhändler nicht drunter leiden“.

Der Zuhörer Erwin Koch aus Diedenshausen fragte nach dem Stellenwert der Stadtteile und ob zur Sanierung der städtischen Finanzen das von den eingemeindeten Ortsteilen eingebrachte Tafelsilber, der Wald, verkauft werden solle. Auch darin waren sich alle drei Kandidaten einig. Der Wald bringe der Stadt gute Erträge, weshalb sollte man ihn verkaufen? Und die Stadtteile sieht Kremer alle gleichrangig, kenne die Nöte und Sorgen aus Besuchen vor Ort. Becker schwebt die Ernennung eines Stadtteilbeauftragten vor, der direkter Ansprechpartner für Ortsvorsteher und Bürger bei Fragen und Problemen sein soll.

von Gianfranco Fain

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