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Konrad Ruppert bleibt Generalpächter

Fünfjahresvertrag Konrad Ruppert bleibt Generalpächter

Heute in neun Monaten ist der 177. Gladenbacher Kirschenmarkt bereits voll im Gange. Attraktion auf dem Rummelplatz wird ein Riesenrad sein.

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Konrad Ruppert will auch in den kommenden fünf Jahren dafür sorgen, dass auf dem Rummelplatz viel Freude herrscht.Foto: Berge

Gladenbach. Mit großer Freude hat der Bad Wildunger Konrad Ruppert die Nachricht über die jüngste Entscheidung des Aufsichtsrats der Kur- und Freizeitgesellschaft Gladenbach (KFG) vernommen: Das Gremium hat ihm am Dienstagabend den Zuschlag als Generalpächter für den Rummelplatz und die Fressgasse gegeben.

In den nächsten Tagen werde ihm der beschlossene Fünfjahresvertrag übersandt, kündigte gestern Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim an, der Kraft Amtes Vorsitzender des Aufsichtsrates ist. Unterzeichnet wird der Vertrag vom Geschäftsführer der KFG, Günter Euler, und von Konrad Ruppert.

Ruppert sprach gestern dem „KFG-Geschäftsführer und allen Politikern, die mir erneut ihr Vertrauen ausgesprochen haben“ seinen Dank aus. „Ich hoffe, dass nun wieder Ruhe einkehrt“, fügte er im Gespräch mit der OP hinzu.

Anfang Juli, während des jüngsten Gladenbacher Volksfestes, herrschte hinter den Kulissen alles andere als Ruhe.

Zur Vorgeschichte: Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte der Aufsichtsrat der KFG den Vertrag des bisherigen Generalpächters Konrad Ruppert für die Jahre 2014 bis 2016 verlängert.

Diese Vergabe war möglicherweise Auslöser dafür, dass sich kurz vor dem Fest das Verwaltungsgericht Gießen mit einem Antrag auf einstweilige Anordnung beschäftigt. Ohne den Festplatz mit seinen vielen Fahrgeschäften und der Fressgasse mit ihren Leckereien wäre der Gladenbacher Kirschenmarkt heute kaum vorstellbar.

Seit 1983 sorgt Konrad Ruppert als Generalpächter dafür, dass die Kirschenmarktbesucher in der Fressgasse mit vielen Schlemmereien verwöhnt werden und ihnen auf dem Rummelplatz viel Action und Unterhaltung geboten wird. Sein Vertrag lief nach dem jüngsten Kirschenmarkt aus.

Im „Komet“, einer Fachzeitung für Schausteller und Marktkaufleute, hatte die KFG - als Ausrichter des Kirschenmarktes - im vergangenen Jahr zur Verpachtung für Rummelplatz und Fressgasse eine Anzeige geschaltet.

Ruppert berichtete Anfang April auf Anfrage der OP: Er habe sich wieder beworben und ein Angebot abgegeben.

Klaus-Dieter Knierim teilte Ruppert Anfang November vergangenen Jahres schriftlich mit, dass der Aufsichtsrat beschlossen habe, seinen Vertrag bis 2016 zu verlängern. Ihm sei angekündigt worden, der Vertrag werde ihm demnächst zum Gegenzeichnen zugesandt, er liege ihm aber noch nicht vor. Das habe womöglich mit der Erkrankung des Geschäftsführers der KFG zu tun, mutmaßt Ruppert damals.

Gericht gibt klagendem Schausteller Recht

Weil einer der beiden weiteren Bieter, der Diedenshäuser Schausteller Herbert Kreuser, Widerspruch gegen die Entscheidung der KFG eingelegt hatte, wurde dem Bad Wildunger Ruppert der Vertrag nicht zugestellt. Damit sollten auch mögliche Schadensersatzansprüche vermieden werden.

Von einer gerichtlichen Auseinandersetzung war - hinter vorgehaltener Hand - bereits im zeitigen Frühjahr die Rede.

In einem Verwaltungsstreitverfahren klagte Herbert Kreuser schließlich gegen die Stadt, nicht etwa wegen der Vergabe der Generalpacht, sondern mit dem Ziel, mit seinem Imbissstand „Pizza-Hütte“ wieder am bevorstehenden Kirschenmarkt teilzunehmen. Mithilfe einer einstweiligen Anordnung wurde die Stadt schließlich verpflichtet, die KFG und Konrad Ruppert anzuweisen, seinen Imbissstand zuzulassen.

Herbert Kreusers Schaustellerbetrieb ist seit einigen Jahren mit Geschäften auf dem Kirschenmarkt vertreten, unter anderem mit seiner „Pizza-Hütte“.

Er hatte dem Generalpächter Konrad Ruppert in dem Verwaltungsstreitverfahren unter anderem vorgeworfen, der habe diesmal nicht auf seine Bewerbung reagiert, weder Zusage noch Absage erteilt und auch weder auf Schreiben der Kur- und Freizeitgesellschaft noch des Bevollmächtigten (Anwaltskanzlei) des Klägers reagiert.

Nach Auffassung der 8. Kammer des Verwaltungsgerichts ist der Kirschenmarkt eine öffentliche Einrichtung der Stadt, sie hat das „Letztentscheidungsrecht“ und kann dies nicht etwa einem Generalpächter - womöglich noch nicht einmal der KFG überlassen.

Wenn die Belegung von Rummelplatz und Fressgasse für den Kirschenmarkt 2014 feststehe, werde er - wie bereits in der Vergangenheit praktiziert - Geschäftsführer Günter Euler die Listen vorlegen, kündigte Konrad Ruppert an.

Eins verrät der Bad Wildunger jetzt schon: Ein Riesenrad werde die Attraktion auf dem Rummelplatz sein.

Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim vermochte gestern nicht einzuschätzen, ob der Diedenshäuser Herbert Kreuser gegen die Vergabe oder Vergabepraxis des KFG-Aufsichtsrates rechtliche Schritte unternehmen wird.

von Hartmut Berge

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